Eine schwierige Rezension

Das Buch ist für mich sehr schwierig zu rezensieren, weil ich hin und her gerissen bin. Einerseits erfährt man ganz viele Dinge, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zugetragen haben, und zwar nicht nur im Bezug auf die Pferde, andererseits ist es doch auch sehr verwirrend, weil zwischen vielen Ereignissen hin und her gesprungen wird. Man erfährt viel über den 2. Weltkrieg und Hitlers Gedanken zur Reinheit (die Lipizzaner als reine Rasse hatte es ihm besonders angetan). Details zur Vererbungslehre findet man hier genauso, wie Berichte von Augenzeugen, die Live bei der Flucht mit den wertvollen Tieren dabei waren. Mein Problem ist nur, dass mir das viel zu viele verschiedene Namen, Orte, Begebenheiten, Jahreszahlen sind, um mich in diesem Buch richtig zurechtzufinden. 

Schon der Übergang vom Prolog zum 1. Kapitel ist holprig. Beide sind in der Ich-Form geschrieben. Aber man merkt erst später, dass es sich um zwei unterschiedliche Personen handeln muss. Irgendwie weiß ich auch nie so richtig, wo sich der Autor gerade befindet auf seiner Reise durch die Geschichte. Vielleicht lag es einfach daran, dass ich das Buch mit vielen Unterbrechungen lesen musste, und nie richtig reinkommen konnte. Eventuell lag es auch daran, dass ich mit Jahreszahlen und Geschichte auf Kriegsfuß stehe, und ich da sofort abschalte. Keine Ahnung, auf jeden Fall haben sich die ca. 280 Seiten recht lange hingezogen, obwohl ich ein Buch in dieser Stärke mal kurz an einem Tag verschlingen könnte, wenn es mich richtig fesselt. 

Dennoch finde ich das Buch, das ja eigentlich eine Reportage ist, doch gelungen. Besonders interessant fand ich z.B. die Auffrischung der Genetik mit Mendels Erbsenexperimenten. Erschreckend waren die Einblicke in die menschlichen Abgründe, die bei Kriegen nunmal enstehen. Um so schöner ist es dafür, dass es bei all dem Schlechten, einigen mutigen und tierlieben Menschen gelungen ist, eine Pferderasse zu erhalten, die es womöglich so heute nicht mehr gäbe.

Bezug genommen wurde auch auf den Hollywood-Film "Mirical of the white stallions", der von Walt Disney produziert wurde, und den Kampf um den Erhalt der Lipizzaner und der spanischen Hofreitschule in Wien dramatisch und fast wahrheitsgemäß wiedergibt.

Fazit

Es handelt sich um ein Sachbuch welches jedoch eher als Geschichte geschrieben ist. Man erfährt wahnsinnig viel, kann aber nicht immer unbedingt gleich folgen. Vordergründig geht es um die Lipizzaner, jedoch ist das Buch nicht nur für Pferdefreunde geeignet, sondern auch geschichtlich Interessierte kommen auf ihre Kosten.

Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen, und bedanke mich bei Blog dein Buch und dem C.H.Beck Verlag, welche mir das "Das Schicksal der weißen Pferde" kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Habt auch ihr einen eigenen Blog, bewerbt euch auch bei Blog dein Buch um die neuesten Rezensionsexemplare.

susivital, am 27.07.2012
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Asterix bei den Pikten – Rezension)

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