Seminolenfrauen mit Nähmaschinen (Bild: State Library and Archives)

General Andrew Jackson ließ die Dörfer der Seminolen verbrennen

Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges kämpften die Seminolen aufseiten der Engländer, um einen großen Staatenbund zu verhindern. Lange vor dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861 - 1865) flohen viele schwarze Sklaven von den Plantagen in Georgia und Alabama nach Süden und lebten in den Dörfern der Seminolen. Als immer mehr Weiße in Florida siedelten, sahen die Indianer ihre Jagdgründe bedroht und setzten sich zur Wehr. Im März 1813 kam es zum Krieg. Der amerikanische General Andrew Jackson zog mit dreißigtausend Soldaten nach Süden, um entlaufene Sklaven einzufangen und alle Indianer, die dem Fortschritt im Wege standen, zu töten.

Er ließ Dörfer und Felder niederbrennen, die Bewohner ermorden und schwarze Sklaven in Ketten legen. Er marschierte sogar nach Florida, das damals noch unter spanischer Kontrolle stand, und nahm Pensacola und Fort Marks ein. Daraufhin wandten sich die spanischen Botschafter an den amerikanischen Präsidenten. Doch James Monroe dachte gar nicht daran, Andrew Jackson deswegen zur Verantwortung zu ziehen. Stattdessen verlangte er von den Spaniern, die Seminolen in Schach zu halten. Andernfalls würde Florida annektiert werden. 1821 trat Spanien die Kolonie im Süden an die Vereinigten Staaten ab.

Angeführt wurden die Seminolen von dem Halbblut Osceola

Unterhändler reisten nach Florida und handelten mit den Seminolen einen Vertrag aus, der den Indianern ein großes Stück Land im Norden des neuen Staates zusicherte. Beide Seiten unterschrieben den Vertrag von Moultrie, doch als immer mehr Siedler nach Florida zogen und der Indianerhasser Andrew Jackson zum Präsidenten gewählt wurde, erklärten die Amerikaner den Vertrag für ungültig. Jackson wollte sein Vertreibungsgesetz auch bei den Seminolen anwenden und sie ins Indian Territory schicken. Dort sollten sie Land, Nahrung und Kleidung erhalten. Doch die Indianer weigerten sich, in das Reservat zu gehen. 1833 reiste eine Delegation des Stammes ins Indian Territory.

Einige Häuptlinge unterschrieben sogar Verträge, ohne jedoch für ihr ganzes Volk zu sprechen. Später behaupteten sie, von den Amerikanern zur Unterschrift gezwungen worden zu sein. In der Folge kam es zu ersten Auseinandersetzungen. Der eigentliche Krieg begann am 28. Dezember 1835, als 108 Soldaten unter dem Befehl von Major Francis L. Dade zwischen Tampa und Ocala von Indianern angegriffen wurden. Nur drei Soldaten entkamen. Angeführt wurden die Seminolen von Osceola, einem Creek-Halbblut, der auch heute noch als Held verehrt wird. Er war ein gebildeter Mann, immer gut gekleidet und ein ausgezeichneter Redner, der es verstand, die Krieger von seinem Vorhaben zu überzeugen.

Sieben Jahre lang kämpfte er mit einigen Hundert Kriegern gegen drei Generäle und vierzigtausend Soldaten. Der zweite Seminolenkrieg begann am Weihnachtstag des Jahres 1837. 400 Seminolen und 800 Soldaten lieferten sich am Lake Okeechobee eine blutige Schlacht, bis sich beide Parteien in die Sümpfe zurückzogen. Den Weißen machte vor allem die schwüle Luft zu schaffen. Zudem wurden sie durch ihre schwere Ausrüstung behindert.

Billy Bowlegs weigerte sich, in das Reservat zu ziehen

Erst die Gefangennahme ihres Anführers besiegelte schließlich das Schicksal der Seminolen. Osceola war mit einer weißen Unterhändlerflagge zu Friedensgesprächen geladen und festgenommen worden. 1838 starb er im Militärgefängnis von Charleston in South Carolina an Malaria. Obwohl ein Großteil der Indianer nach Westen geschickt wurde, war ihr Widerstand nicht gebrochen. Hunderte Seminolen hielten sich in den Sümpfen versteckt. Es kam zwar zu einem brüchigen Frieden, doch dieser wurde immer wieder durch Überfälle gestört.

Ende der 1840er Jahre luden die Weißen Häuptling Billy Bowlegs nach New York und Washington D.C., um ihm die Macht der Amerikaner zu demonstrieren. Doch der Häuptling zeigte sich wenig beeindruckt und weigerte sich auch weiterhin, mit seinem Volk ins Reservat zu ziehen. Im Dezember 1855 kam es zum dritten Seminolenkrieg. Ein Suchtrupp der US-Armee drang in das leere Dorf von Billy Bowlegs ein und stahl Lebensmittel. Aber de Indianer kehrten unerwartet zurück und eröffneten das Feuer auf die Eindringlinge. Vier Soldaten wurden getötet.

Drei Jahre später ließen sich die Seminolen mit einer Geldsumme von ungefähr zehntausend Dollar erpressen und zogen nach Westen. Etwa 400 Seminolen blieben in den Sümpfen zurück und entkamen den Weißen. 1938 sprach der amerikanische Kongress dem Stamm drei Reservate zu, die noch heute von den Indianern bewohnt werden. Die Seminolen sind den Weg des weißen Mannes gegangen, ohne ihre Vergangenheit zu leugnen. Es existieren zahlreiche Bildungsprogramme, ein Gesundheitsprogramm und ein "Seminole Cultural Education Program", das die Tradition der Seminolen der Öffentlichkeit bekannt machen soll.

BerndT, am 10.10.2013
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Bildquelle:
Archbob (Mississippianer im Wilden Westen)
C. VanHook / Flickr.com (Der Untergang der Calusa-Indianer)

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