Wetterfühligkeit, woran kann es liegen?

Gerade nach solchen Temperaturschwankungen und Wetterwechseln klagen viele Menschen über Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Ihre Gelenke schmerzen, Narben machen sich bemerkbar und durch Schlaflosigkeit sind sie müde, lustlos und gereizt. Rheumapatienten, Asthmatiker und Patienten, die anfällig für Migräne sind, erscheinen in den Zeiten eines Wetterumschwungs die Auswirkungen besonders heftig. Bei vielen spielt der Kreislauf verrückt. Medizin-Meteorologin Dr. Christina Koppe vom Deutschen Wetterdienst Freiburg begründet das durch den Luftmassenwechsel und nicht durch die Änderung des Luftdrucks. Der Organismus passt sich nicht schnell genug den geänderten Wetterbedingungen an. Professor Peter Höppe, Meteorologe und Risikoforscher, vermutet dahinter eine schmerzhafte Fehlsteuerung der Barorezeptoren, mit denen der Mensch Druckschwankungen wahrnimmt.

Abhärtung hilft

Bei Menschen mit niedrigem Blutdruck macht der Kreislauf eher schlapp, während bei Bluthochdruck das Risiko eines Herzinfarktes steigt. Die Medizin-Meteorologin Dr. Christina Koppe erklärt das mit der Blutmenge und Gefäßweite. Bei Hitze schwitzen wir, die Gefäße weiten sich und bei nicht genügend Wasserzufuhr wird dem Blut Wasser entzogen. Der Blutdruck sinkt. Bei Kälte hingegen verengen sich die Gefäße und der Blutdruck steigt. Sie empfiehlt zur Vorbeugung der Wetterfühligkeit, nach Absprache mit dem behandelnden Arzt den Körper abzuhärten. Dazu gehört auf jeden Fall ein mindestens halbstündiger Aufenthalt im Freien täglich, bei jedem Wetter außer bei Sturm und Gewitter. Das kann jeweils mit der für das spezielle Wetter richtigen Kleidung ein Spaziergang sein, jedoch auch joggen, walken oder Fahrrad fahren. Auch Saunagänge und Wechselduschen oder Kneipptreten beeinflussen das Immunsystem positiv.

Bei extremen Wetterlagen Vorsicht!

Allerdings sollten Warnungen bei extremer Hitze oder Kälte durchaus erst genommen werden. Steigen die Temperaturen stark an, körperlich anstrengende Arbeiten lieber auf eine weniger heiße Zeit legen. Außerdem ist gerade in dieser Zeit eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr lebensnotwenig. So mancher Kollaps ist auf eine mangelnde Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen. Der Physiologe an der Berliner Charité, Hanns-Christian Gunga, rät sogar bei allen größeren Wetterumschwüngen, in den ersten beiden Tagen keine schweren körperlichen Anstrengungen zu tätigen.

Die Atemwege bei Kälte schützen
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Bei eisiger Kälte wird hauptsächlich die Haut und Schleimhaut gereizt. Die Nase läuft, da durch die trockene, kalte Luft die Durchblutung angeregt wird und sich so mehr Sekret bildet. Dazu kommt bei vielen noch Atemnot, weil sich die Bronchien verengen. Bei Kälte sollte deshalb auch nicht durch den Mund eingeatmet werden. Das kann zu einem Hustenanfall führen. Am besten Mund und Nase bei einem Aufenthalt im Freien mit einem Schal bedecken, rät die Meteorologin im Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement am Klinikum der Universität München, Dr. Eva Wanka.

Nebel begünstigt die Schadstoffaufnahme

 

Bei Nebel werden leichter Schadstoffe eingeatmet, die sich in den winzigen Wassertröpfchen gelöst haben. Industrie- und Autoabgase können so schnell in die Atemwege gelangen und dort Reizungen auslösen, worunter besonders Asthmatiker zu leiden haben.

Wetterfühligkeit durch elektromagnetische Wellen?

Nach einer Studie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, in der viele Probanden in einer Klimakammer den unterschiedlichsten Klimaänderungen ausgesetzt wurden, hatte dies keinerlei Auswirkungen auf deren Gesundheit und Wohlbefinden. Der Mediziner und Physiker Jürgen Kleinschmidt hat mit seinem Team diese Studie durchgeführt und führt an, dass jeder, der ein warmes Bad nimmt, erheblich höheren Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Bei einer Studie an der Universität Gießen versuchte man herauszufinden, ob elektromagnetische Wellen, die zum Beispiel bei Gewittern auftreten, die Symptome verursachen. Aber auch hier reagierten die Probanden nicht auf die elektromagnetischen Impulse. Die Professorin für medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Angela Schuh macht den ständigen Aufenthalt in Häusern und Büros mit zu wenig Tageslicht, aber auch einen unregelmäßigen Lebensstil für die Beschwerden verantwortlich.

Hinaus in die Natur

Damit ist festgestellt, dass eine medizinische Einwirkung des Wetters auf die Gesundheit bisher noch nicht bewiesen werden konnte. Lediglich statistische Angaben weisen darauf hin, dass sich viele Menschen bei einem Wetterumschwung schlechter fühlen. Um das genau zu analysieren, müsste jedoch jeder Einzelne von ihnen über jeden Tag bei jedem Wetter genau Buch führen. Fest steht, dass bei den meisten Menschen an sonnigen Tagen eine gute Laune vorherrscht, während trübes, regnerisches Wetter die Laune und den Tatendrang sinken lässt. Nichtsdestotrotz: "Es gibt kein gutes oder schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung." Egal ob Sonne, Regen oder Schnee, schnell in die richtige Kleidung schlüpfen und hinaus in die Natur.

http://pagewizz.com/das-wetter-und-die-gesundheit-32010/

Ajerrar, am 09.10.2014
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