Woran liegt das?

Die Ursachen, die zum Burn-out führen, sind vielfältig. Sie können im beruflichen Stress, im privaten Leben, jedem und allen alles Recht machen zu wollen, oder in der Persönlichkeit des Betroffenen liegen. Es können Rückschläge, sowohl im beruflichen, als auch im privaten Bereich die Auslöser sein.

Die Welt wird immer kleiner. Für eine Strecke, die früher mehrere Tage dauerte, werden nur noch wenige Stunden benötigt. Ob Auto, Bahn oder Flugzeug, die Verkehrsmittel werden immer schneller. Deshalb liegen Termine oftmals sehr eng hintereinander. Durch das Handy ist jeder jederzeit erreichbar. Bei vielen gibt es kaum mehr ein Privatleben. Sogar im Urlaub checken sie ihre geschäftlichen E-Mails, entweder über Notebook, Tablet oder Handy.

Von den Arbeitgebern wird immer mehr Engagement gefordert. Durch Personaleinsparungen müssen weniger Mitarbeiter mehr leisten und stehen unter enormen Druck. Es müssen Überstunden geleistet werden, die die Zeit zum Abschalten und Ausspannen erheblich verkürzen.

Viele Mütter müssen ihr Leben als Berufstätige, Mutter und Hausfrau unter einen Hut bringen. Dabei immer wieder auch nebenbei als "Krankenschwester", wenn Kind oder Mann erkrankt ist. Den Luxus, selbst einmal krank zu sein und die Krankheit auszukurieren, haben sie oft nicht.

Da manche Menschen unter "der Last des Alltags" zusammenbrechen und andere den Anschein erwecken, dass sie das alles "mit links" erledigen können, nimmt man an, dass auch ein großer Anteil Veranlagung eine Rolle beim Ausbruch von Burn-out spielt.

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Erste Anzeichen

Wenn das Wochenende nicht mehr reicht, um für die neue Arbeitswoche wieder Kräfte zu schöpfen und die Leistungsfähigkeit nachlässt, ist das ein alarmierendes Zeichen. Durch den entstehenden Mangel an Konzentration passieren Fehler. Es gibt keine Erfolgserlebnisse, die Betroffenen werden nervös und treffen keine eigenen Entscheidungen mehr. Um wieder aus diesem Tief heraus zu kommen, verausgaben sie sich oft doppelt, was sie noch mehr Kraft kostet und weiter hinunter zieht. Die Energie, einen Rückschlag zu verarbeiten, ist nicht mehr vorhanden.

Aus Angst vor Entlassung, und dem Wissen, dass die Arbeiten erledigt werden müssen, gehen viele oft weiter zur Arbeit, obwohl sie sich krank fühlen. Im Hinterkopf das Bild vor Augen, dass der Stress und Zeitdruck mit dem Aufarbeiten der liegen gebliebenen Arbeit um ein Vielfaches zunehmen wird.

Körperliche Anzeichen

Auch der Körper bleibt von den Belastungen nicht verschont. Es stellen sich vermehrt Schlafstörungen und Kopfschmerzen, bis hin zu Migräneanfällen ein. Es gibt Verdauungsbeschwerden und Rückenprobleme. Die Haut kann mit Hautreizungen (Neurodermitis) reagieren. Für diese Beschwerden können bei Burn-out Betroffenen keine organischen Ursachen vom Arzt gefunden werden.

Burn-out (Bild: Pixabay)

Burn-out Betroffene und ihr Umfeld

Wenn Burn-out im Spiel ist, vernachlässigen viele Betroffene, die vorher ein intaktes soziales Umfeld hatten, Familie und Freunde. Sie ziehen sich immer mehr zurück, werden oft aggressiv und reagieren gereizt. Es macht ihnen nichts mehr Spaß. Sie sind unzufrieden und gleichgültig gegenüber allem Geschehen. Da die emotionale Belastbarkeit immer weiter abnimmt, weinen Burn-out Betroffene oft mehr.

Problematisch ist, dass der Betroffene nicht erkennt oder nicht wahr haben will, dass er erkrankt ist. Deshalb ist das nähere Umfeld, wie Familie und Freunde gefordert, nach Möglichkeit bei vermehrten Anzeichen einer Burn-out-Erkrankung einzuschreiten und mit Verständnis und Unterstützung zu reagieren.

Die Behandlung

Das Wichtigste ist, dass der behandelnde Arzt alle organischen Ursachen für die aufgetretenen Beschwerden ausschließt. Ist das geschehen, wird er einen Psychotherapeuten oder Psychologen hinzuziehen. Dieser wird individuell, nach den Ergebnissen der Gespräche helfen, mit dem Burn-out-Betroffenen eine Lösung herbeizuführen. In schweren Fällen unter Einbeziehung von Medikamenten. So können sie unter Anleitung wieder Ordnung in ihren Alltag bringen und beginnen, ihr Leben neu zu meistern. Die Behandlung kann ambulant oder in einer Klinik durchgeführt werden. Ein Erfolg ist aber nur zu erreichen, wenn der Burn-out-Betroffene seine Verhaltensweise überdenkt. Die Therapie beinhaltet auch eine Stärkung des Selbstbewusstseins und der Fähigkeit, besser mit Konflikten umzugehen.

Allerdings muss der Betroffene erst einmal einen Termin bei einem Psychotherapeuten bekommen. Die meisten Praxen sind bereits voll ausgelastet und nehmen keine neuen Patienten mehr an. Das bestätigt die Veröffentlichung der Techniker Krankenkasse, dass die psychischen Erkrankungen seit dem Jahr 2000 um alarmierende 75 Prozent gestiegen sind.

Erste Ansätze der Arbeitgeber, die Gesundheit der Angestellten zu schützen

Dem "Stressreport Deutschland 2012" der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung zufolge, glauben von 70 Prozent der wegen psychischem Druck erkrankten Personen, 43 Prozent, dass der Zeitdruck, nicht zuletzt wegen ständiger Unterbrechungen durch E-Mail und Telefon, zugenommen habe. In einfachen Berufen zählt auch die Monotonie der Arbeit als Stressfaktor.

Erste Firmen führen inzwischen eine Arbeitsunterbrechung mit leichter Gymnastik und Entspannungsübungen am Arbeitsplatz ein. Verantwortungsbewusste Chefs sorgen dafür, dass ihre Angestellten in ihrem Urlaub keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen dürfen und das Geschäftshandy zuhause bleiben muss. Es können Betriebsvereinbarungen getroffen werden, dass einmal im Jahr ein längerer, zusammenhängender Urlaub zu nehmen ist, da richtiges Abschalten erst nach der ersten Woche Urlaub möglich ist.

Aber auch den nach höher Strebenden und bereits Angekommenen sei gesagt, dass der berufliche Stress immer noch Zeit für eine kulturelle Veranstaltung, für private Freunde, oder auch mal ein Buch lesen, lassen muss. Ist es erst einmal zu spät, muss die Firma für länger oder sogar ganz auf sie verzichten.

Quellen:

Diagnose Burnout, - Angela Gatterburg, Annette Großbongardt – Spiegel Buchverlag - ISBN-13: 9783421045638

Apotheken-Umschau

Der Spiegel

Bildquelle: Pixabay

 

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keinen fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen kann.

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http://pagewizz.com/burn-out-eine-mode-oder-managerkrankheit-1/

Ajerrar, am 07.08.2013
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