Ein Ratgeber für Menschen kurz vor oder im Ruhestand - Ein ausgefülltes und sinnvolles Leben im Alter

Nach dem Arbeitsleben weiter rührigIn ihrem Buch "Ins wilde, weite Land des Alterns" beschreibt Christine Swientek die Gestaltung des Alltags nach dem Ruhestand. Die promovierte Erziehungswissenschaftlerin widmet sich in zahlreichen Publikationen dem Älterwerden und hat "Mit 40 depressiv, mit 70 um die Welt" einen Bestseller gelandet. Aus eigener Erfahrung berichtet sie, dass es einem im Beruf aktiven Menschen oft schwer fällt, den Ruhestand zu genießen und von bisherigen Gewohnheiten abzukommen. Die Lücke, die entsteht, muss gefüllt werden. Wer nicht gelernt hat, auch außerhalb des Berufs eine Aufgabe oder sinnvolle Beschäftigung zu finden, hat es doppelt schwer, im Ruhestand einen neuen Rhythmus zu finden.

Ruhestand ist die Freiheit des Nichtstuns - Lernen den Freiraum zu genießen

Die Freiheit des Nichtstuns lässt viele Menschen in ein schwarzes Loch fallen, wenn sie im Beruf sehr engagiert waren, Arbeit und Familie unter einen Hut brachten und sich nun, in der Rente, von eingefahrenen Strukturen verabschieden müssen. Sie müssen erst lernen, den neu gewonnenen Freiraum in geordnete Bahnen zu lenken und ihr Leben neu zu strukturieren.

Altersversorgung ein wichtiger Punkt
Nicht alle scheiden freiwillig aus dem Arbeitsleben, besonders diejenigen, die das Rentenalter noch gar nicht erreicht haben und sich vor materieller Not fürchten. Christine Swientek widmet sich in ihrem Buch auch den Menschen, die eine ungewisse Zukunft ohne ausreichende Altersversorgung vor sich haben. Auch von jenen erzählt sie, die sich ausgestoßen, zu nichts Nutze fühlen und gibt zu, dass sie sich selbst in der komfortablen Situation befindet, einer Generation anzugehören, deren Versorgung im Alter durch die gesetzliche Rentenversicherung noch abgedeckt wird.

Partnerschaft und Kontakte verändern sich
Der Eintritt in den Ruhestand ist mit Krisen verbunden. Dieses Fazit zieht Christine Swientek bei der Beschreibung des Abnabelungsprozesses von einem ausgefüllten Berufsleben. Die Partnerschaft wird dabei mitunter auf eine harte Probe gestellt. Mehr Zeit füreinander zu haben, kann sich auch negativ auswirken und regelrecht "nerven". Die Kontakte zu Freunden verändern sich, vor allem, wenn der Freundeskreis eng mit beruflichen Interessen verknüpft ist, die ja nun an Bedeutung verloren haben.


Ehrenamtliche Betätigung füllt Nichtstun aus

Vor dem Hintergrund sich auch im Ruhestand nützlich zu fühlen und auch noch ein "eigenes Ding" zu haben, rät Christine Swientek, das Nichtstun mit gesellschaftlich wichtigen Aufgaben auszufüllen und das eigene Wissen und Können weiter zu geben. Mehr denn je ist bürgerschaftliches Engagement gefragt, und deshalb ist "Ins wilde, weite Land des Alterns" ein nützlicher Ratgeber für alle die Berufstätigen, die das wilde, weite Land noch erforschen und ihren Weg darin finden müssen.


Christine Swientek "Ins wilde, weite Land des Alterns", Herder spektrum, ISBN 3-451-05595-3, 8,50 Euro; als Herder E-Book, ISBN: 978-3-451-33093-3, 4,40 Euro

Krimifreundin, am 10.01.2011
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