Psyche und Seelenleben

Jeder Mensch hat bzw. ist eine eigene Persönlichkeit und kann daher in keine "Schublade" gesperrt werden. Selbst dann nicht, wenn sein Seelenleben plötzlich aus dem Gelichgewicht geraten ist. Es mag durchaus sein, dass es für diverse psychische Erkrankungen ein einheitliches "Erkennungsmerkmal" gibt.

Allerdings ergibt sich daraus noch lange nicht eine deckungsgleiche Diagnose mit anderen Fällen eben jener Art und daher kann ebenso wenig eine kongruente therapeutische Behandlung erfolgen.

Ich möchte, bevor Sie diesen Artikel weiterlesen, betonen und hervorheben, dass ich hier nur meine Meinung vertrete.

 

Der Artikel stellt keine psychologische Beratung, geschweige dem eine professionelle Hilfe für psychisch Kranke oder seelisch labile Menschen dar. Allerdings möchte ich Betroffenen Mut zusprechen, nicht zu verzweifeln, denn aus der größten Krise gibt es einen Ausweg.

Wenn Depressionen das Leben zur Hölle machen

Depressionen kann jeder Mensch bekommen, ganz gleich, ob arm oder reich. Selbst das Lebensalter spielt keine Rolle.

Was bedeutet es, niedergeschlagen zu sein?

Niedergeschlagenheit ist eine Art Traurigkeit. Traurigkeit hingegen ist kein Anzeichen für eine seelische Krankheit. Traurig kann jeder Mensch hin und wieder einmal sein, verzweifelt ebenso und hoffnungslos in eben jenem Moment, wo das Leben aus dem gewohnten Ruder läuft, der Himmel schwarz ist und sich der Boden unter den Füßen weich anfühlt, als würde er sofort nachgeben wollen. All dies kann in bestimmten Situationen eintreffen, wenn Menschen etwas Negatives mitgeteilt bekommen, einen Verlust hinnehmen mussten oder schlimme Erfahrungen gemacht haben.

Sogar ein Mensch, der glücklich ist, eine heile Familie hat, ein sorgloses Leben führt - kann an manchen Tagen die Trostlosigkeit und Niedergeschlagenheit spüren. Dennoch macht es ihn nicht sofort zum seelisch kranken Menschen, zum Depressiven.  

Der Mensch hat ein Seelenleben, unbestritten. Jeder Mensch steckt voller Emotionen, empfindet Lust, Freude, Trauer, Liebe und ebenso besitzt er auch verborgene Ängste. Er kann Schmerz empfinden, Wut, Hass, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit spüren. Dies ist vollkommen normal, denn das Leben ist kein Vergnügungspark, in dem man sich sorglos tummeln, Spaß haben, lachen und fröhlich sein kann. Das Leben hält auch Hürden und Hindernisse bereit, steckt voller Tücken und Gefahren, kann gleichwohl negative Gefühle erzeugen.  

Depressionen sind Stimmungsschwankungen, die allerdings sehr drastische Ausmaße annehmen können und mal mehr, mal weniger häufig auftreten. Wenn die Niedergeschlagenheit sich breitmacht, leiden viele Menschen extrem darunter. Andere wiederum sind nur ein wenig betrübt, versuchen sich abzulenken, auf andere Gedanken zu kommen, gönnen sich etwas Schönes, um der traurigen Phase zu entfliehen. Vielen Menschen gelingt es tatsächlich, anderen Betroffenen jedoch nicht.

Scheidungen, Todesfälle oder andere schlimme Ereignisse innerhalb der Familie können Depressionen auslösen, heißt es. Stimmt so aber nicht wirklich. Todesfälle, Trennungen, Scheidungen können - was wohl verständlich ist - seelische Schmerzen zufolge haben.

Allerdings bedeutet dies nicht, dass es ein Dauerzustand wird und daraus Depressionen entstehen.

Ängste, gleich welcher Art sie sind, können ebenfalls - sofern nicht behandelt - zu Angsstörungen führen, die in Depressionen enden. 

Ängste und Depressionen führen in die Isolation!

Lassen SIE es nicht soweit kommen!

Was können Familienangehörige, Freunde und Bekannte tun, um seelisch Kranken zu helfen?

 

Depressive Menschen brauchen kein falsches Mitgefühl, sie benötigen Verständnis, Geborgenheit und Liebe. Angehörige und Freunde als auch Kollegen und Bekannte müssen geduldig sein, denn eine Depression heilt nicht von heute und morgen.

Positiver Zuspruch ist sehr wichtig, damit depressive Menschen auch sehen, wie viel Wert sie haben, dass sie geliebt und gebraucht werden, damit sie nicht verzweifeln an ihren seelischem Weh und des Lebens müde werden. Aufmerksamkeit ist sehr wichtig für Betroffene. Positive Beeinflussung kann zu guten Ergebnissen führen.

Auf gar keinen Fall sollten Angehörige und Freunde die trüben Gedanken und schlechten Stimmungen ignorieren oder auf die leichte Schulter nehmen, denken, dass gibt sich schon von alleine wieder.

Besonders bei manisch depressiven Menschen wechseln die Stimmungslagen - von himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Familienangehörige sollten damit umgehen gehen und sich ebenso schnell, wie die Stimmung beim Betroffenen wechselt, auch darauf einstellen können.

Das Selbstwertgefühl ist bei Depressiven mitunter stark geschwächt. Auch hier können Angehörige, Freunde und Verwandte eine große Hilfe sein, indem sie viel Lob - keine falsche Schmeichelei - schenken, Stärke vermitteln und das Positive des seelisch Kranken in den Mittelpunkt rücken.

 

Zeit, zu verstehen


Für Familien, die plötzlich mit einem depressiven Familienmitglied zusammenleben, ändert sich alles schlagartig. Damit das Leben mit einem Depressiven nicht zur Belastung wird - denn die Stimmungen und Launen eines depressiven Menschen sind mitunter schwer nachzuvollziehen - benötigen auch die Familienmitglieder einen Ort, an den sie sich zurückziehen und entspannen können, um Kraft zu tanken.

Kraft benötigen sie, um alles zu verstehen und nicht aufzugeben.

Vergessen darf niemand, dass depressive Menschen sich ihre Launen nicht aussuchen, nicht die Stimmungsschwankungen, nicht das Weinen oder Schweigen, nicht das "Einigeln" - es passiert, ohne dass die Erkrankten in der Lage sind, selbst dagegen etwas auszurichten. Sie sind nicht fähig, für sich selbst zu entscheiden, sie sind hilflos - in den Moment der Hoffnungslosigkeit. Aber, sie sind keine hilflosen Menschen, die man einfach "wegsperrt", um Ruhe vor ihnen zu haben.

Das Zusammenleben mit einem psychisch erkrankten Familienmitglied erfordert viel Einfühlungsvermögen, Akzeptanz und eine große Portion Stärke. Nur wenn die Angehörigen selbst der Belastungsprobe gewachsen sind, Rückzugsorte haben, um persönlich Ruhe zu finden, Kraft zu tanken, sind sie besser in der Lage, dem depressiven Familienmitglied zu helfen.

Wenn der depressive Mensch schweigen möchte, sollte er nicht zum Reden gezwungen werden. Wenn der psychisch kranke Mensch reden möchte, sollte ihm unbedingt zugehört werden. Nicht jeder depressive Mensch vermag es nämlich, über sein Leiden zu sprechen, weil er Angst hat, zurückgestoßen oder nicht ernst genommen zu werden. Reden lassen, wenn ihm danach ist - denn es ist sehr wichtig. Zuhören, da sein und Stärke vermitteln, doch nicht "schimpfen" oder Mitleid heucheln. Trösten, wenn Trost erwünscht ist, nicht jedoch mit aller Macht "bemuttern". Ein Zuviel an Fürsorge kann schon wieder erdrückend sein.

Unbestritten ist, dass das Zusammenleben mit einem depressiven Menschen die ganze Familie auf eine harte Probe stellt, denn für jedes einzelne Familienmitglied verändert sich das Leben.

Hier finden Sie Tipps, Ratschläge und Hilfe - Deutsches DepressionsPortal

 

 

Über die VOLKSKRANKHEIT Depression

 

Als Volkskrankheit würde ich die Depression nicht bezeichnen. Fakt ist zwar, dass Jahr für Jahr Depressionen zunehmen, doch hat dies im Endeffekt weniger mit einer Krankheit an sich zu tun, die von den Betroffenen ausgeht als eher von der Gesellschaft. Depressionen entwickeln sich ganz unterschiedlich und die Gesellschaft ist nicht unschuldig daran, dass immer mehr Menschen - vor allem, immer mehr junge Menschen - an Depressionen leiden. 

Die Depression hat viele Gesichter und diese müssen "entlarvt" werden...

Depression - wenn gar nichts mehr hilft, dann in die Psychiatrie?

 

Wenn nichts mehr geht, auch die Medikamente nicht wirklich helfen, wird vielen Patienten ein Aufenthalt in der Psychiatrie empfohlen. Die psychiatrischen Kliniken sind schließlich dafür gedacht, psychisch kranken Menschen zu helfen.

 

Hilfe für Betroffene im Internet

Das Internet ist eine große Quelle, aus der auch Menschen mit seelischen Problemen schöpfen können.

Bevor das Leben so sinnlos erscheint, dass nur der Freitod als einzige Lösung erscheint, sollten SIE wissen, SIE sind nicht allein mit den Ihren trüben Gedanken, Ängsten und nicht mit der Hoffnungslosigkeit. So wie IHNEN ergeht es auch anderen Menschen! Gemeinsam seid IHR stark!

KreativeSchreibfee, am 14.08.2011
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Autor seit 6 Jahren
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