Der außergewöhnliche Garten

Der Garten, von dem die Rede ist, gehört dem Zen-Tempel Ryōan-ji (auf Deutsch: der Tempel des zur Ruhe gekommenen Drachen). Das ist der berühmteste Zen-Garten Japans: kein Wunder, dass er auf zahlreichen Fotos und Wandbildern dargestellt wird.

Bild : der Garten in Ryōan-ji
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Was ist ein Zen-Garten?

Seit der Entstehung der ersten Zen-Schulen in Japan im 12. Jahrhundert wurde diese Philosophie allmählich durch den Adel angenommen. Populär wurden mit Zen-Motiven verzierte Gegenstände, z.B. Kakemono (Rollbilder, die man als Entsprechung unserer Wandbilder bezeichnen kann). Ihre Rolle war das seelische Gleichgewicht des Berachters zu steigern.

Im Einklang mit dieser Tendenz entstanden auch Zen-Gärten, die auf dem Weg nach Erleuchtung behilflich sein sollten. Die Erleuchtung, das Ziel von Zen, wird erreicht, indem man den Gedankenstrom beruhigt und aufhört, an sich selbst zu denken. Einer der Wege zur Erleuchtung ist die Meditation. Zen-Gärten mit ruhigen Gewässern und sorgfältig platzierten Steinen eignen sich perfekt dazu.

In Ryōanji wächst aber kein Baum und keine Blume, es gibt sogar kein Wasser - ein Paar Worte über "Karesan-sui"

Dieser besondere Stil des Gartens heißt Karesan-sui, was trockene Landschaft bedeutet. Der Ryōanji Garten,10x30 m groß, enthält nichts außer weißem Sand, Moos und 15 Steine. Die Steine wurden in Gruppen: 7, 5 und 3 platziert (keine gerade Anzahl ist erlaubt). Egal, aus welchem Punkt wir den Garten betrachten, bleibt einer der Steine unsichtbar. Diese Gestaltung der Steine resultiert aus der buddhistischen Überzeugung, dass die Vollständigkeit in dieser Welt unerreichbar ist.

Die Bedeutung der Gärten im Karesan-sui Stil basiert auf der Symbolik des Kieses und der Steine: der weiße Kies symbolisiert das Wasser (einen Fluss oder ein Meer), Steine symbolisieren Berge und Inseln, die aus dem Meer auftauchen. In dem Sand werden jeden Tag Wellen und Wasserstrudel geharkt.

 

 

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Es ist ein einzigartiges Erlebnis, in der Mitte einer Großtadt einen so ruhevollen Ort zu finden. Der Eindruck ist so groß, dass der Garten und seine Elemente auf vielen Bildern dargestellt wurde.

Seit 1994 gehört der Ryōanji Garten zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyōto.

Autor seit 3 Jahren
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