Was ist die Ria Formosa?

Der ökologisch wertvolle Naturpark wurde 1987 gegründet. Seine gesamte Fläche beträgt mehr als 18.000 Quadratkilometer. Er erstreckt sich entlang der Küste zwischen Faro und Manta Rota, auf ungefähr 50 Kilometer Länge. Vor der Küste sind Sandbänke vorgelagert und schützen die Lagunen vor der Brandung des Atlantiks. Ein Besuch ist interessant für alle Naturfreunde und besonders auch für Ornithologen: mehr als 200 verschiedene Vogelarten sind hier anzutreffen, ein Großteil davon Zugvögel, die in dem geschützten Naturpark eine Pause einlegen auf ihrem Flug von oder nach Afrika. Im Winter sind beispielsweise an einigen Stellen Flamingos anzutreffen. Sie stehen an niedrigen Wasserstellen und sind von der Farbe her eher weißlich denn rosa, da sie hier nicht viele Garnelen als Nahrung antreffen, die ihnen ihre schöne knallrosa Farbe verleihen. Schwarze Enten, Weiß-Störche, Löffelreiher, Stelzenläufer, Blesshuhn sind nur einige allgemein bekannte Vogelarten, die es hier gibt. Durch den Schutz der vorgelagerten Sandbänke können Vögel ungestört brüten und ihre Jungen aufziehen. Zahlreiche Nester der Weiß-Störche mitsamt Eltern und oft auch Jungtieren oben auf Telefon- oder Strommasten, sind ein charakteristisches Bild.

Kilometerlange Sandinseln laden zu Strandspaziergängen und Badevergnügen ein

Sechs grössere Sandinseln befinden sich innerhalb dieses Naturparks und können meist per Boot oder Fähre besucht werden. Sie eignen sich auch hervorragend als Badeinseln; die Möglichkeit etwas zu essen oder Kaffee zu trinken ist auf allen vorhanden. Von Faro aus erreichbar ist die Ilha de Deserta.

Ab Olhao fahren Fähren zur Ilha da Culatra und Ilha da Armona. Culatra ist eine bis heute bewohnte Fischerinsel. Wer dort hinfährt, bekommt einen guten Eindruck über das Leben eines Fischers und seiner Familie in der heutigen Zeit. Die Häuser sind klein und bunt und meist umgeben von liebevoll gepflegten Ziergärten voller Blüten. Restaurants, Cafes, ein kleiner Einkaufsladen (Mini-Mercado) sind genauso vorhanden wie ein Gemeindezentrum mit Kindergarten und Freizeitangebot für die Inselbewohner. Ein Holzbohlenweg führt von der Anlegestelle der Fähre bis zum kilometerlangen Strand auf der anderen Seite der Insel. Wer gern am Strand entlangläuft, kann sich ein Fährenticket nach Culatra – der Ansiedlung am Anfang der Insel – kaufen und von Farol aus – einer Feriensiedlung am Ende der Insel – wieder zurückfahren, oder umgekehrt. Ein muschelsuchender Strandspaziergänger wird für die Distanz 1 – 2 Stunden benötigen. Aber auch die Insel Armona ist einen Besuch wert, vor allem im Sommer, um einen schönen Strandtag zu verbringen. Armona kann in wenigen Minuten auf einer preiswerten Fähre auch von Fuzeta,

einem bis heute noch nicht vom Massentourismus überlaufenen, kleinen Fischerort, erreicht werden. Dann gibt es noch die Ilha de Tavira, die erreicht werden kann in und um Tavira herum und die Ilha de Faro. Die Faro-Insel befindet sich gleich neben dem Flughafen und ist trotzdem sehr schön. Sie hat den Vorteil, dass sie mit dem Auto über eine Brücke angefahren werden kann. Auch hier sind neben Ferienhäusern noch kleine, ganzjährig bewohnte Häuser von Fischern zu finden.

Ebbe und Flut verändern die Lagunenlandschaft

In der Ria Formosa kann die Wirkung von Ebbe und Flut eindrucksvoll erlebt werden. Während bei aufgelaufener Flut viele Bereiche von Wasser bedeckt sind, werden bei Ebbe Wasserkanäle und kleine Wattinseln sichtbar. Die Fischerboote liegen dann auf dem Trockenen und viele Krebse huschen durch das seichte Wasser auf der Suche nach ihrem Schlupfloch. Früher wurde viel Salz gewonnen in extra dafür angelegten Salzbecken, die bei Flut überlaufen  und bei Ebbe ablaufen und das Salz hinterlassen, das dann geerntet werden kann. Auch heute noch wird auf diese Weise Salz gewonnen, aber längst nicht mehr so oft und viel wie in der Vergangenheit. Austern- und Muschelzucht ist heute aktueller.

Viel Wissenswertes über den Naturpark in der Quinta de Marim

Die Quinta de Marim in Quelfes – Nähe Olhao – vermittelt einen guten Eindruck von der Vielfältigkeit der Flora und Fauna dieser Landschaft. Ihre Intention ist es, Besuchern die vielfältige Natur, die innerhalb des Naturparks existiert, aufzuzeigen und so ein verstärktes Umweltbewusstsein zu schaffen. In einem Informationszentrum liegen darüber Broschüren aus, auch ein kleines Museum ist angegliedert und gibt Auskunft über Schiffe, Fische und Muscheln. Für interessierte Besucher ist ein Rundwanderweg angelegt. Er führt unter einheimischen Bäumen unter anderem zu einer Süßwasserlagune mit einer Vogelbeobachtungsstation für Seevögel. Dann weiter zu einer "Nora", einem noch heute funktionierendem Bewässerungssystem aus der arabischen Zeit Portugals; einer immer noch in Betrieb laufenden  Gezeitenmühle; einem Thunfisch-Schiff und einer Vogelstation, wo gefundene Wildvögel, die verletzt aufgefunden wurden, abgegeben und aufgepäppelt werden, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden. Salinen, Watt, und ein Dünengebiet wechseln sich entlang der Küstenlinie ab.

Bildnachweis

Alle Fotos in obigem Artikel von Lucy M. Laube

Noch mehr schöne Fotos aus der Ria Formosa

Strand-Lagunen-Idylle (Bild: Foto: Helga Stenger)

Autor seit 5 Jahren
96 Seiten
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