(Bild: UNESCO)

Noch sehr jung und doch so produktiv

Wörtlich genommen beginnt das "audiovisuelle Erbe" erst im Jahr 1927, denn das ist das Geburtsjahr des Tonfilms: Produziert von Warner Bros. gilt "Der Jazzsänger" unter der Regie von Alan Crosland als erster Tonfilm überhaupt. Die Menschen strömten nicht nur in Amerika in die Kinos und vergötterten ihre Stars. Es entstanden weltweit Lichtspielhäuser und Filmproduktionsfirmen. Neben Zeitungen und Radio wurde zudem die Nachrichtenberichterstattung im Kino immer wichtiger. Das bedeutet: Dieser Kulturzweig ist noch nicht einmal einhundert Jahre alt und dennoch derart produktiv, dass die UNESCO ihre "Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder" bereits im Jahr 1980 verabschiedete. Die Federführung zur Koordinierung der unterschiedlichen Aktivitäten in der Bundesrepublik hat die "Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen"

Deutschland und sein besonderes Augenmerk auf das audiovisuelle Erbe

Die Bundesrepublik Deutschland ist einer der besten Beweise für die Notwendigkeit der Erhaltung des audiovisuellen Kulturerbes. 1990 wurde die einstige DDR-Film-Produktionsgesellschaft DEFA zur Stiftung. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten musste das komplette DDR-Filmarchiv neu eingeordnet werden, nicht nur unter politischen Gesichtspunkten.

Die einstige DEFA-Produktionsfirma befand sich seit 1946 auf dem ehemaligen UFA-Gelände, ideale Rahmenbedingungen in jener Zeit. So entstand beispielsweise dort und an anderen Drehorten der erste deutsche Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" (mit Hildegard Knef, die damals noch den Nachnamen Adolphi trug, in der Hauptrolle) als erster DEFA-Film.

Von der Auswertung bis hin zur Sicherung der Verwertungsrechte übernahm die heutige DEFA-Stiftung also ein enormes Erbe.

(Bild: DEFA Stiftung)

Von der Filmrolle zum digitalen Medium

Mit der rasanten technischen Weiterentwicklung der Branche entstand bezüglich aller Filme weltweit die Aufgabe, das gesamte bisherige Drehmaterial auf ein anderes Format zu überspielen, damit es der breiten Masse zugänglich bleibt – wenn oftmals auch nur in Programmkinos. Die Restaurierung und Suche nach verloren geglaubtem Filmmaterial, insbesondere von Kino-Klassikern, gehört ebenfalls zu den wichtigen Anliegen zur Erhaltung des filmischen Kulturerbes.

Das beinhaltet weiterhin Publikationen, Ausstellungen, Symposien und die wissenschaftliche Forschung. Die Stipendien zur Förderung der Filmkunst sind ein Zweig, der in erster Linie von Filmakademien oder Stiftungen abgedeckt wird. 

Es gibt zwar die allseits bekannten internationalen Geschäftsverbindungen, was Hollywood-Produktionen in Deutschland betrifft - doch fast unbemerkt von der Öffentlichkeit arbeiten viele Universitäten, Stiftungen, Museen und Archive in vielen Ländern gemeinsam daran, auch die gegenwärtig produzierten Filme in Zukunft vor dem Vergessen zu bewahren.

Wünschenswert wäre deshalb, wenn es durch eine stetige Sensibilisierung für dieses Thema gelänge, dass von so manch großem Gewinn an den Kinokassen ein Teil in die Erhaltung des audiovisuellen Erbes investiert würde.

 

Kati, am 27.10.2013
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