Die Arawaken wurden den spanischen Eroberern versklavt (Bild: alexandria / Pixabay)

Gegen die Waffen der Spanier waren die Arawaken machtlos

Schon die ersten Einwanderer, die nach der Entdeckung der Karibischen Inseln aus Spanien kamen, betrachteten die Eingeborenen nicht als vollwertige Menschen, sondern als Wilde. Sie überfielen die Dörfer der friedlichen Arawak, brannten sie nieder und verschleppten die Einwohner. Als Sklaven mussten sie in Bergwerken und auf Plantagen arbeiten. Wer sich weigerte, wurde verstümmelt, verbrannt, unter Pferden zertrampelt oder an die Hunde verfüttert. Die Arawaken setzten sich zwar zur Wehr, doch gegen die überlegenen Waffen der Spanier hatten sie keine Chance.

Aufgrund der aussichtslosen Lage begingen viele amerikanische Ureinwohner Selbstmord. 1492 existierten schätzungsweise 250.000 Arawaken auf Haiti. Im Jahr 1515 hatte sich ihre Zahl auf zirka 50.000 reduziert. 1550 lebten noch etwa 500 Menschen. Ein Bericht aus dem Jahr 1650 stellte fest, dass es dort keine Arawaken mehr gab. Heute existieren Arawak-Volksgruppen nur noch auf dem amerikanischen Festland. Ihre Sprache wird von etwa 700 Menschen in Suriname und 1500 in Guyana gesprochen. Das Volk der Taino war bereits nach hundert Jahren spanischer Eroberung ausgerottet.

Tausende Indianer starben an Krankheiten, die aus Europa eingeschleppt wurden

Die Spanier landeten auch auf dem Festland und eroberten durch Verrat, Grausamkeit und durch den rücksichtslosen Einsatz ihrer überlegenen Waffen ganz Mittelamerika, weite Teile Südamerikas und die südlichen Gebiete Nordamerikas. Sie überzogen das Land nicht nur mit Krieg und Sklaverei, sondern schleppten auch Krankheiten aus Europa ein, an denen Tausende von Indianern starben. Und sie brachten ungeheure Reichtümer aus ihren Besitzungen nach Europa. Allein in der südspanischen Stadt Sevilla wurden zwischen 1520 und 1560 86 Tonnen Gold und 574 Tonnen Silber an Land gebracht.

Doch dieser neue Reichtum wirkte sich auch negativ auf die Wirtschaft aus. Durch die neuen Kolonien änderte sich das Warenangebot in Europa nicht wesentlich. Da jetzt aber mehr Gold und Silber vorhanden war, um die gleiche Warenmenge wie früher zu erwerben, stiegen die Preise plötzlich stark an. Die Entwicklung führte zur Verarmung weiter Bevölkerungsschichten - darunter auch der niedere und mittlere Adel.

BerndT, am 08.05.2014
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Bildquelle:
tpsdave (Indianische Grabhügel im Wilden Westen)
C. VanHook / Flickr.com (Der Untergang der Calusa-Indianer)

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