Historie

Aufgrund seiner prächtigen weißen Blüte symbolisierte der Weißdorn für einige Urvölker, darunter auch den germanischen Stämmen, den Beginn des Frühlings. Andere Vorfahren verwendeten die Zweige zur Vertreibung von Krankheiten, dazu wurden Torbögen geformt, durch die erkrankte Personen gehen oder kriechen sollten. Es gab die Theorie, die Krankheit auf die Pflanze zu übertragen. Unter anderen Stämmen galt die Sitte, während der Blütezeit des Weißdorns die Ehe zu schließen. Wiederum andere Urvölker nutzen den Weißdorn, um ihr Land abzugrenzen. Dabei spielten die Dornen zwecks Verteidigung eine besondere Rolle. Erst sehr viel später wurden die naturheilkundlichen Fähigkeiten der Pflanze erkannt.

Botanik und Ökologie

Der Weißdorn Crataegus .... gehört zu den Rosengewächsen. Man unterscheidet verschiedene Arten, am bekanntesten sind der Eingriffelige Weißdorn Crataegus monogyna und der Echte Rotdorn Crataegus laevigata, eine Zuchtform aus Großbritannien. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Europa und erreicht als sogenannter Großstrauch eine stattliche Höhe von zwei bis sechs Metern. Die Hauptblütezeit ist im Mai, die im Spätsommer erscheinenden Früchte sind rundlich und dunkelrot (der Rotdorn hat allerdings keinen Fruchtstand). Die Pflanze ist mit wehrhaften Dornen ausgestattet. Der Weißdorn bevorzugt nahrhafte Böden in sonniger oder halbschattiger Lage. Der Strauch kann wie bereits in der Einleitung erwähnt einige lange Lebensdauer erreichen.

Unter ökologischen Gesichtspunkten stellt der Weißdorn einen Gewinn dar. Aufgrund der dichten Blattstruktur bietet die Pflanze vielen Vogelarten einen geschützten Nistplatz. Die Crataegus-Arten sind für zahlreiche Insekten und Vögel eine wichtige Nahrungsquelle. Für die Honigbiene und vielen vom Aussterben bedrohten Wildbienenarten bieten die Blüten reichlich Nektar, Pollen und einen natürlichen Lebensraum. Der Weißdorn eignet sich für Hecken- und Windschutzpflanzungen auch im eigenen Garten. 

Verwendung in der Naturheilkunde

Der Weißdorn ist eine der bekanntesten Pflanzen in der Phytotherapie. Insbesondere bei einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), nervösen Herzbeschwerden und Kreislaufproblemen lassen sich Weißdornpräparate gut anwenden. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Procyanidine erhöhen die Kontraktionkraft des Herzmuskels und tragen zu einer besseren Durchblutung bei. Weißdornpräparate haben eine nachhaltige Wirkung, das heißt, ein positiver Effekt zeigt sich in der Regel erst nach einigen Wochen, dafür ist nach nach dem Absetzen des Präparates eine verlängerte Wirkdauer garantiert.

Weißdornpräparate lassen sich als Tabletten, Tropfen und Kapseln erwerben, es besteht zudem die Möglichkeit der Teezubereitung. Hierzu werden die Blätter mit kochendem Wasser überbrüht.

Der Einnahme von Weißdornpräparaten sind Grenzen gesetzt. Bei stärkeren Herzbeschwerden, Atemnot, Schmerzen im Brustbereich und plötzlich auftretenden Ödemen sollte man sich unbedingt an einen Arzt wenden oder einen Notruf absetzen. 

Außerdem sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit auf die Einnahme verzichtet werden, die Studienlage hierzu gilt als widersprüchlich.

Mein Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers und Apothekers. 

Ashlie, am 30.04.2019
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