Deutsche Geheimdienste – und Geheimdienste im Allgemeinen – sind dafür verantwortlich, geheimes sowie nicht geheimes Informationsmaterial zu gewinnen und auszuwerten, welches die Sicherheit des Staates gefährden kann. Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit der Gestapo (Geheime Staatspolizei) im Dritten Reich, wurde beschlossen, die Spionage und Informationsbeschaffung auf drei deutsche Geheimdienste zu verteilen. Zudem haben deutsche Geheimdienste keine polizeilichen Befugnisse – ihnen ist es verboten, Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen vorzunehmen.

BND - Bundesnachrichtendienst

BND (Bundesnachrichtendienst) – Deutscher Geheimdienst für Auslandsaufklärung

Die Aufgabe des BND besteht darin, Informationen zu beschaffen, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung in Bezug auf das Ausland sind. Dabei steht nicht nur Spionage im Vordergrund des BND als deutscher Geheimdienst, sondern ebenso zählt auch die Informationsbeschaffung über den internationalen Terrorismus wie auch des organisierten Verbrechens vermehrt zu seinem Aufgabengebiet. Hauptsächlich richtet sich der BND nach dem Informationsbedarf der Bundesrepublik.

BND – Deutscher Geheimdienst für das Informieren über die internationale Lage

Laut eigenen Aussagen, bezieht der deutsche Geheimdienst BND den überwiegenden Teil all seiner Informationen aus offenen Quellen. Doch ebenso knüpfen die Mitarbeiter der operativen Nachrichtenbeschaffung Kontakte zu Personen, welche im Ausland geheime Informationen liefern können. Um das gelieferte Material auf Verwertbarkeit zu prüfen, kommen zusätzlich die BND Abteilungen "Auswertung" und "Technische Nachrichtenbeschaffung" ins Spiel. Auch fließen dem deutschen Geheimdienst Auskünfte aus deutschen Botschaften im Ausland und Hinweise befreundeter Geheimdienste zu, wodurch die Regierung stets über die internationale Lage informiert ist.

Sitz: Pullach bei München - Aufgabe: Auslandsaufklärung - Untersteht: Bundeskanzleramt

BfV - Bundesamt für Verfassungsschutz

BfV (Bundesamt für Verfassungsschutz) – Deutscher Geheimdienst für Inlandsaufklärung

Das BfV ist als deutscher Geheimdienst dafür verantwortlich, die Demokratie in Deutschland sicherzustellen. Angriffe gegen den Staat von innen werden abgewehrt, noch bevor sie stattfinden, weshalb sich die Beamten und V-Leute des BfV hauptsächlich auf die Links- und Rechtsextremisten konzentrieren. Doch ebenso stehen Ausländer, welche die Sicherheit Deutschlands gefährden wollen sowie auf deutschem Boden aktive gegnerische Geheimdienste unter strengster Beobachtung. Neben diesen Aufgabenfeldern, wird das BfV auch dort eingesetzt, wo Unternehmen in sensiblen Bereichen – etwa die Rüstungsindustrie – besonderen Schutz benötigen.

BfV – Deutscher Geheimdienst führt offene Befragungen durch und schleust V-Leute in Organisationen ein

Bis zu 80 Prozent der Informationen bezieht der deutsche Geheimdienst BfV aus offenen Quellen – Medien, öffentliche Veranstaltungen extremer Parteien sowie Veröffentlichungen von Organisationen. Informationen kommen aber auch dadurch zustande, dass Personen befragt werden, wobei sich die jeweiligen BfV-Agenten zu erkennen geben. Ergänzt werden derart Erkenntnisse mit Informationen, die mit geheimen nachrichtendienstlichen Mitteln erlangt werden. Observation ist eine wichtige Maßnahme der Geheimdienste – so schleust das BfV V-Leute in verdächtige Organisationen ein, um durch Film- und Tonaufnahmen an Informationen zu gelangen. Das BfV darf sogar, unter Beachtung eines Genehmigungsverfahrens (G10-Verfahren), Telefone abhören und den Postverkehr überwachen.

Sitz: Köln - Aufgabe: Inlandsaufklärung - Untersteht: Bundesinnenministerium

MAD - Militärischer Abschirmdienst

MAD (Militärischer Abschirmdienst) – Deutscher Geheimdienst für Militärische Aufklärung

Verantwortlich für das Sichern der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr ist der MAD. Jeder Spionageversuch, welcher gegen die Armee gerichtet ist, wird folglich von diesem deutschen Geheimdienst unterbunden. So sammelt der MAD Beweise, wenn beispielsweise ein Soldat verdächtigt wird, geheime Informationen an gegnerische Nachrichtendienste zu verkaufen.

MAD – Deutscher Geheimdienst überprüft Geheimnisträger

Ebenso prüft der Militärische Abschirmdienst jene Soldaten, die in einem Bereich eingesetzt werden sollen, wo sie stetig mit geheimen Informationen konfrontiert werden. Eine derartige Prüfung und Überprüfung besteht aus einem komplizierten Fragenkatalog sowie einem Interview mit einem MAD-Beamten. Hauptgrund für solch eine Prüfung ist u.a. selbstverständlich das Feststellen der Charakterstärke, weshalb die Soldaten auch danach gefragt werden, ob sie Schulden haben – schließlich besteht die Gefahr, dass ein Geheimnisträger für gegnerische Nachrichtendienste erpressbar ist.

Sitz: Köln - Aufgabe: Militärische Aufklärung - Untersteht: Bundesverteidigungsministerium

Deutsche Geheimdienste

write-x, am 06.02.2011
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