Blindheit

Blindheit (Bild: Barbara Lechner-Chileshe)

1. Diabetes Mellitus - diabetische Retinopathie - Netzhauterkrankung auf Grund von Diabetes

Ein Diabetiker, der regelmäßige ärztliche Untersuchungen hat und sich seiner Krankheit bewusst ist, der weiß, dass er auch mindestens einmal im Jahr eine gründliche augenärztliche Untersuchung durchführen sollte. Viele Diabetiker machen dies nicht und deswegen ist eine Erblindung oder Sehschädigung, hervorgerufen durch Diabetes, eine der häufigsten Ursachen für Erblindungen in den westlichen Ländern. Das Problem mit diabetischer Rethinopathie, der diabetischen Netzhauterkrankung, ist, dass man anfangs keine Beschwerden hat und gar nicht merkt, dass man darunter leidet. Je früher jedoch diese Erkrankung erkannt wird, desto eher kann man Erblindung vermeiden. Bei der diabetischen Retinopathie werden die kleinen Blutgefäße in der Retina, der Netzhaut, geschädigt. So bilden sich neue Gefäße, die einwachsen können, Ablagerungen, Blutungen können auftreten oder die Netzhaut kann sich komplett ablösen. Der Patient sieht dann langsam immer verschwommener. Es gibt keine Medikamente gegen diese Erkrankung, dennoch können Therapien und Operationen erfolgreich sein, wenn man sie rechtzeitig erkennt. Laserbehandlungen in mehreren Sitzungen sind äußerst effektiv, um neue Gefäße zu veröden oder schrumpfen zu lassen und die Netzhaut kann in manchen Fällen operativ wieder angelegt werden, wenn sie sich ablöst. Hat sich durch andauernde Blutungen bereits viel Blut im hinteren Auge angesammelt, was die Sehkraft dann natürlich beeinflusst, dann wird häufig eine Vitrektomie durchgeführt. Dabei wird der Glaskörper des Auges durch Kochsalzlösung ersetzt. All diese Operationen und Behandlungen sind meist nur dann erfolgreich, wenn die Krankheit rechtzeitig entdeckt wird, deswegen: Diabetiker sollten mindestens ein Mal pro Jahr zu einer gründlichen Augenuntersuchung gehen.

2. Altersbedingte Makuladegeneration - Altersblindheit

Die Makula, auch gelber Fleck genannt, ist das Zentrum der Netzhaut. An dieser Stelle sehen wir am Besten und Schärfsten. Verständlicher Weise ist daher unsere Sehkraft extrem beeinträchtigt, wenn ausgerechnet an der Makula Störungen oder Degenerationen auftreten. In seltenen Fällen kann dies schon in jungen Jahren passieren, wobei die generellen Ursachen für Makuladegenerationen nicht wirklich bekannt sind, außer, dass es vermutlich auch vererbbar sein kann. Sehr häufig leiden Menschen ab etwa 65 Jahren an einer Makuladegenrationen, die typische Altersblindheit. Mit dem älter werden werden die Funktionen der äußeren Netzhaut eingeschränkt, sie stirbt langsam ab und damit werden Nährstoffe und Flüssigkeiten nicht mehr richtig transportiert. Begünstigt wird dies übrigens noch von viel Sonneneinstrahlung und Rauchen. Ist die Makula einmal beschädigt, so kann dies nicht rückgängig gemacht werden, also ist keine vollständige Heilung möglich. Aber durch Lasern und verschiedenartige Operationen kann man zumindest eine Verschlechterung verzögern, allerdings erblindet jeder Patient irgendwann komplett. Wenn Sie auf einmal graue Schatten in ihrem zentralen Blickfeld haben oder Linien als Bögen sehen, so könnte dies auf eine Makuladegeneration hinweisen.

3. Uveitis - Entzündung der mittleren Augenhaut - wird oft mit harmloser Bindehautenzündung verwechselt

Rote, schmerzende und lichtempfindliche Augen werden meist auf eine harmlose Bindehautenzündung geschoben, können aber auch Anzeichen einer Uveitis sein, einer recht gefährlichen Entzündung der mittleren Augenhaut. Die Entzündung selbst ist eher nicht ansteckend, wird durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht und sollte möglichst schnell mit Kortison behandelt werden, denn die Folgebeschwerden können zur kompletten Erblindung führen. Häufig wird Uveitis auch mit Stress, Rheuma, Autoimmunstörungen oder verschiedenen chronischen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht. Unbehandelt, treten bei der Uveitis immer Komplikationen auf, was nicht rückgängig machbare Schäden hervorruft. Leute, die häufiger an Uveitis leiden, müssen ihre Augen unbedingt regelmäßig kontrollieren lassen und auch, wenn man eine einfache Bindehautentzündung vermutet, ist es wichtig, dies trotzdem von einem Augenarzt ansehen zu lassen. 

4. Glaukom - Grüner Star - nicht zu verwechseln mit Grauem Star (Katarakt)

Grüner Star ist ein Oberbegriff für mehrere Erkrankungen, die mit erhöhtem Augendruck, Gesichtsfeldausfällen und eingedellten Sehnervpapillen (die Sehnervpapille ist die Stelle, an der die Informationen zwischen Hirn und Augen fließen sollten) zu tun haben. Verantwortlich für den geregelten Augendruck ist das Kammerwasser im Auge. Wenn der Abfluss des Kammerwassers blockiert ist und der Augendruck immer höher wird, so kommt es zu einem Glaukom. Verschiedene Erkrankungen können zu so einem erhöhtem Augendruck führen. Er kann aber auch angeboren oder vererbt sein. Grüner Star sollte so schnell wie möglich erkannt werden, denn die Gesichtsfeldausfälle treten schnell auf und können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Mit richtiger und rechtzeitiger Behandlung kann man ihn zumindest stoppen oder die Entwicklung verlangsamen. Hat man das Gefühl, dass der Druck im Auge sehr hoch ist, so sollte man diesen gleich vom Augenarzt messen lassen.   

5. Katarakt - Grauer Star - nicht zu verwechseln mit Grünem Star (Glaukom)

Der Graue Star ist eine Linsentrübung, die man in fortgeschrittenen Stadien auch von Außen sehen kann. Viele Menschen erkranken gerade im Alter an Grauem Star und wundern sich, dass zunächst ihre Altersweitsichtigkeit scheinbar besser wird. Meist entwickelt sich der Graue Star bei älteren Menschen äußerst langsam, sodass keine allzu große Beeinträchtigung besteht und keine Operationen oder Therapien notwendig sind. Oft merken ältere Leute gar nicht, wenn sie an Grauem Star erkranken. Der Katarakt kann aber auch durch verschiedene Krankheiten erworben werden, deswegen kann er durchaus auch bei jungen Leuten auftreten. Der Graue Star lässt sich in der Regel leicht operieren, trotzdem zählt er nach wie vor zur häufigsten Ursache für Erblindung, weil er unbehandelt, vor allem bei Kindern, nach einiger Zeit zu Blindheit führt und vor allem Kinder in Entwicklungsländern oft nicht die Möglichkeit für eine Operation haben. Trotzdem sollte man bei einer Diagnose von Grauem Star keinesfalls gleich ausflippen, denn unter normalen Umständen ist er wirklich leicht behandelbar.

6. Komplikationen während oder vor der Geburt

Wie jeder weiß, kann es zu Behinderungen bei Babys führen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft an Röteln oder anderen Erkrankungen leidet. Blindheit oder hochgradige Sehbehinderungen sind bei solchen Erkrankungen sehr häufig der Fall. Ebenso Komplikationen bei der Geburt wie zerebrale Blutungen oder Sauerstoffmangel können nicht nur das Gehirn, sondern auch die Augen betreffen. Frühgeborene Babys leiden sehr oft an Sehbehinderungen. Frühgeborenennetzhauterkrankungen sind sehr häufige Ursachsen für Erblindung, selbst wenn die Geburt unter ärztlicher Aufsicht stattfindet. In Entwicklungsländern werden auch sehr häufig noch Hausgeburten ohne jegliche ärztliche Betreuung durchgeführt, da kommt es noch häufiger zu Komplikationen und eine richtige Versorgung von frühgeborenen Babys findet auch nicht statt. Hat ein Baby ein Geburtsgewicht von weniger als 1000 Gramm, so haben diese Babys ein 70 %iges Risiko an einer Netzhauterkrankung zu leiden. Etwa ein Drittel dieser Babys erblinden. Das liegt vor allem daran, dass die Netzhaut einfach extrem anfällig ist, weil sie bei Frühgeborenen noch unreif ist. Lesen Sie dazu auch:

7. Vitamin A Mangel - Kinderblindheit - sehr häufig in Entwicklungsländern

Vor allem in Asien und Afrika erblinden jedes Jahr 250-500 000 kleine Kinder auf Grund von Vitamin A Mangel und viele von ihnen sterben auch an den Folgen der Mangelerscheinungen. Dabei könnten einfache Vitamin A Kapseln helfen. Ist jedoch ein Kind schon einmal aus diesen Gründen an den Augen geschädigt, so kann nichts mehr dagegen unternommen werden und die Hornhaut bleibt komplett trüb. Unzureichende medizinische Versorgung begünstigt das Ganze noch, denn verschiedene Infektionskrankheiten wie Masern entziehen dem Körper zusätzlich Vitamin A. Auch, wenn der Vitamin A Mangel hauptsächlich in Entwicklungsländern auftritt, sollte man natürlich auch bei uns bei Kindern auf ausgewogene Ernährung und ausreichende Zufuhr von Vitamin A achten. 

8. Verletzungen und Unfälle - nicht so häufig, aber weltweit

Natürlich kann es passieren, dass man erblindet, wenn die Augen durch äußerliche Einflüsse verletzt. In den meisten Fällen passiert dies bei Berufsunfällen, oder bei Kindern in jungen Jahren, die sich beim Spielen verletzen. Unfälle dieser Art sorgen für Erblindung, wenn Infektionen nach Fremdkörpereinwirkungen auftreten, die Augen mit Säure oder Lauge verätzt werden, bestrahlt werden oder die Augen in gewisser Weise traumatisiert werden. Die meisten Unfälle im Arbeitsalltag, die zur Erblindung führten, hätten durch das Tragen von Schutzbrillen vermieden werden können. 

9. Trachom - Infektionskrankheit - häufig im Mittleren Osten, Afrika, Süden und Osten Asiens und Südamerika

Weltweit sind etwa 8 Millionen Leute hochgradig sehgeschädigt und 84 Millionen komplett blind, auf Grund von Trachom. Trachom ist eine Infektionskrankheit, die durch Fliegen verbreitet wird und bei unhygienischen Lebensverhältnissen sehr häufig auftreten kann. Nach Ausbruch einer Trachominfektion vernarben die Lider nach und nach, verletzen die Hornhaut und die Wimpern wachsen ein. Augensalben können helfen, wenn die Krankheit schnell erkannt wird. In relativ frühem Stadium kann auch eine Lidoperation zu Erfolgen führen. Wird die Krankheit allerdings gar nicht behandelt, so führt sie definitiv zu Erblindung. In westlichen Ländern, wo eine gute und hygienische Versorgung normal ist, kommt es zu keinen Trachomerkrankungen.

10. Onchozerkose - Flussblindheit - verbreitet in Afrika, Südamerika und auf der Arabischen Halbinsel

Diese Krankheit tritt häufig in Flussgegenden auf, wo die Simuliumfliege beheimatet ist, denn sie verbreitet diese Krankheit, indem sie ihre Larven auf Menschen übertragt. Diese haben eine lange Lebenszeit von 12 Jahren und verteilen kleine Würmer im Körper, die am liebsten ins Auge kriechen und den Sehnerv zerstören. Die Krankheit kann behandelt werden, allerdings bedeutet dies eine Einnahme von Medikamenten zwei Mal im Jahr über 10 Jahre lang. Wird es nicht behandelt, so führt es zu unheilbarer Blindheit. In Europa besteht keine Gefahr, denn die Simuliumfliege ist hier nicht verbreitet. 

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