Deutliche Erkennungsmerkmale

Birken (lat. Betula) sind auch für den naturkundlich unbedarften Betrachter meist schnell zu erkennen. Ihre auffällig helle bis gänzlich weiße Rinde – die in jungen Jahren glatt und beinahe weich ist – umsäumt einen eher mager ausgeprägten Stamm, auf dem die Blätterkrone sitzt. Je älter der Baum wird, umso mehr dunkle Flecken weist die Rinde auf. Das Blattwerk steigt etwa im März aus seinen Knospen hervor und erblickt in zartgrüner Färbung und noch leicht klebrig zusammengerollt das Licht der Welt. Wenig später entrollt es ich und nimmt eine fast ei-ähnliche Form an.

Wenn die Birke im März bis in den April hinein blüht, ist sie entweder mit langen, gelblichen Blüten (männliche Pflanze) oder mit grünen Zapfen (weibliche Pflanze) behangen.

Die Höhe der Bäume beträgt bis zu 30 Metern, jedoch sind solch hohe Exemplare zumeist nur in ungestörten Birkenwäldern Nordeuropas zu bewundern. Die in unseren Breitengraden heimischen Birken erreichen etwa ein Wachstum von 10 bis 15 Metern binnen etwa 8-10 Jahren, wobei die Pflanze relativ anspruchslos ist und mit unterschiedlichen Bedingungen an Boden und Klima gut zurecht kommt.

 

Beheimatet in der Welt der Mythen und Sagen

Da die Birke vorrangig in nördlichen Gebieten vorkommt, taucht sie besonders in der nordischen und europäischen Mythologie sehr häufig auf.

Die BirkeAls Lebensbaum ist die Birke bekannt. Sie steht für alles Jugendhafte, so auch für den Frühling, für den sie sinnbildlich steht. Dabei wird sie als Fruchtbarkeitssymbol angesehen und war Freya, der nordgermanischen Göttin der Liebe und Ehre, geweiht. Dadurch wurde die Birke fast schon als Heiligtum angesehen und verehrt. Hierbei sei die Namensgebung der Birke auf ihren hellen Stamm zurückzuführen und würde indogermanisch als glänzend oder schimmernd bezeichnet, heißt es.

In keltischen Kreisen hingegen war die Birke der Göttin Birgit geweiht, die als Schutzpatronin für Ärzte, Schmiede und Dichter hoch geschätzt war. Dabei ist zu vermuten, dass sich der Name des Baumes direkt aus dem Namen der Göttin Birgit herleitet.

Als Symbol für das Jungfräuliche, das Junge, das Reine und das Fruchtbare wurden Birkenstämme zu Beginn des Frühlings in die Dörfer geholt und die anbrechende fruchtbare Jahreszeit damit gefeiert. Dieser Tradition folgend gilt auch heute noch der Brauch der Maibäume, die zum 1.Mai aufgestellt und verziert werden und die nach wie vor Anlass von Festen sind.

Daneben sollten am Körper getragene Birken-Amulette oder an bzw. in den Häusern und Hütten angebrachte Birkenzweige vor bösem Zauber und der Hexerei bewahren. Hiermit verbunden ist auch die Einleitung in die heilende Wirkung der Birken. Denn gegen Krankheiten, die oft als böser Zauber oder Fluch angesehen wurden, wollte man innerlich ebenfalls den Schutz der Birken einsetzen und kochte aus Rinden und Blättern Sud oder fertigte Auflagen für Wunden.

Die Heilkraft der Birke

Es gibt eigentlich nichts an der Birke, was für die Volksmedizin und die Kosmetik keine Verwendung finden kann. Das in dem Baum verlaufende Birkenwasser erfreut sich dabei besonderer Beliebtheit, ist es doch ebenso lecker wie gesund. Wird der Stamm angebohrt oder angeritzt, lässt sich im Frühjahr daraus der Saft des Holzes gewinnen. Diesem kommt bei leichten Hautkrankheiten eine Bedeutung zu und es soll Schuppenflechten, Ausschläge oder Wunden heilen. Auch gegen Haarausfall und zur Stärkung von Haaren und Kopfhaut wird Birkensaft eingesetzt. Trinkt man die wasserfarbene Flüssigkeit, soll sie das Immunsystem des Körpers anregen. In jedem Falle bringt der Birkensaft aber eine deutlich spürbare Vitalität in den Körper: Bereits kurz nach der Einnahme fühlt man sich stärker, vitaler und geht Herausforderungen besser an. Der Birkensaft weckt somit neue Lebensgeister – auch und gerade natürlich, wenn er zu Wein vergoren und wie in Osteuropa als beliebtes Mittel für einen ausschweifenden Rausch verwendet wird. Hauptsächlich reinigt Birkenwasser jedoch das Blut, wirkt harntreibend, entschlackend und entgiftend. Ebenso soll es fiebersenkend wirken.

Die Birke – Mythologie und AnwendungBirkenblätter sind ein wichtiger Bestandteil in gesunden Salaten und als Aufguss, etwa für Auflagen auf Wunden oder für Tees. Die in den Blättern enthaltenen ätherischen Öle werden dadurch freigesetzt und können genutzt werden. Vitamin C kommt in den Blättern ebenso vor wie Flavonoide (Schutz vor Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten, Wirkung gegen Bakterien und Viren sowie zur Verbesserung des Langzeitgedächtnisses). Saponine (harntreibend, entzündungshemmend, stärkend, bindet Cholesterin und soll Darmkrebs vorbeugen) sowie Gerbstoffe (Wirkung bei Magen-Darm-Krankheiten, Durchfall und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum) sind ebenfalls vorhanden.

Räuchert man kleine Mengen des Holzes der Birke, so entsteht ein waldig riechender, anregender und den Geist erfrischender Geruch. Die Kreativität steigt, Kopfschmerzen nehmen ab.

Autor seit 6 Jahren
3 Seiten
Laden ...
Fehler!