In Anbetracht der aktuellen Zinssteigerungen sollte man behaupten können, dass sich die Bankkunden überschlagen und von einem Anbieter zum nächsten Anbieter springen, in der Hoffnung das größte Stück vom Kuchen – die meisten Zinsen – zu erhaschen. Dem ist aber nicht so. Noch immer geben sich zahlreiche Sparer mit niedrigen Prozenten zufrieden. Selbst wenn es sich nur um ein Prozent oder gar weniger handelt, sind die Verbraucher nicht bereit, ihren Anbieter zu wechseln.

Die Zinsen steigen...

Nach der jüngsten Leitzinserhöhung dürfen sich Tagesgeldkunden, Festgeldkunden, Sparbriefkunden und eine Vielzahl weiterer Sparer erfreut zeigen. Denn die Leitzinserhöhung brachte innerhalb kürzester Zeit eine rasante Steigerung der Zinsen für genannte Sparanlagen mit sich. Dies schlägt sich selbstverständlich positiv auf die Sparguthaben aus, denn werden diese höher verzinst.

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Daneben gibt es aber auch Sparer, die sich alles andere als erfreut zeigen und anstelle dessen den Kopf in den Sand stecken. Hierbei handelt es sich zumeist um Kunden der Sparkassen oder Volksbanken – ohne diese schlecht zu reden. Denn diese Banken bzw. Kassen speisen ihre Kunden nicht selten mit unverschämt kleinen Zinssätzen ab. Dabei handelt es sich um 1% oder gar weniger, die den Anlegern gutgeschrieben werden. Betrachtet man dahingegen andere Tagesgeldbanken, die ihren Kunden mehr als 2% bieten, bleibt einem nur noch entsetztes Kopfschütteln über.

Doch soll es kein Wunder sein, dass Kassen und Banken mit geringen Zinssätzen keine Zinserhöhung anpreisen. Warum sollten sie dies auch tun? Schließlich bleiben ihnen auch so alle Kunden erhalten und niemand wehrt sich dagegen – etwa durch einen Wechsel. Im Grunde kann also gesagt werden, so wie es bereits der Finanzexperte Max Herbst von der unabhängigen Finanzberatung FMH tat, dass die Kunden an ihren mieserabelen Zinserträgen selber schuld sind.

Warum ist dem aber so?

Hier kann wohl nur spekuliert werden. Mag es auf der einen Seite das Vertrauen zur langjährigen Bank oder Kasse sein und auf der anderen Seite vielleicht auch das Desinteresse gegenüber dem Finanzmarkt. Vielleicht liegt es aber auch an der schieren Überforderung, welche aufgrund der Vielzahl an Finanz- und Anlageprodukten vorprogrammiert ist.

Davon einmal abgesehen lässt sich der Grund vielleicht auch in der Informationslücke feststellen. Denn noch immer sind viel zu viele Menschen nicht richtig über ihre Möglichkeiten aufgeklärt. Doch kann hier keinem ein Vorwurf gemacht werden. Welche Bank erwähnt schon gerne und freiwillig, dass eine andere Bank mehr Zinsen bietet? Und welcher Finanzberater verkauft schon gerne einen Vertrag mit hohen Zinsen, wenn er für den Vertrag mit niedrigen Zinsen viel höhere Provisionen erhält?

Was kann man als Verbraucher tun...

Als Verbraucher gilt es, sich zu informieren. Grundsätzlich sollte jeder dazu bereit sein, ab und an die Finanznachrichten zu durchschauen, um festzustellen, wo mehr zu holen ist. Denn dieses mehr kommt dem Verbraucher zu Gute – seinem Ersparten.

Des Weiteren gilt, nicht immer das erstbeste Angebot auszuwählen, sondern weitere Angebote einzuholen und natürlich die Zinsen vergleichen.

Davon einmal abgesehen heißt es: "Wehren Sie sich!" Wenn es keine Niedrigzinsen sein sollen, muss eben gewechselt werden. Die heutige Technik und nicht zu vergessen das Internet, macht das Wechseln innerhalb kurzer Zeit möglich – und mal ehrlich, es ist ein Kinderspiel.

Autor seit 6 Jahren
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