Die erste Weihnachtskarte

John Calcott Horsley gestaltete in London die erste Weihnachtskarte 1843 im Auftrag von Sir Henry Cole. Sie wurde zunächst in einer 1000er Auflage schwarz-weiß gedruckt und dann per Hand nachcoloriert. Die Karten waren also noch ein Zwitter zwischen industrieller Drucktechnik und Handarbeit. Doch als sich zeigte, dass daraus ein Geschäft zu machen ist, wurde noch eine Auflage nachgedruckt. Insgesamt sind 2050 Exemplare für einen Schilling unter das eher wohlhabende Volk gebracht worden. Dank der "Penny-Post" war der Versand hingegen nicht so teuer. Und was stand drauf auf dieser historisch wertvollen Karte? "A Merry Christmas and A Happy New Year to you". Originalität war also schon damals nicht wichtig, der gute Wille zählte.

Aus dieser ersten Weihnachtskarte der Herren Horsley und Cole entstand zunächst in England eine ganze Industrie, die so erfolgreich war, dass bereits 1871 in einem englischen Zeitungsartikel die Beschwerde zu lesen war, dass der zusätzliche Versand der vielen Karten zu Weihnachten die gewöhnliche Korrespondenz verzögere. Shocking!

USA und Deutschland

Ebenfalls in der Siebzigerjahren des 19. Jahrhunderts schwappte die Weihnachtskartenwelle endgültig in die USA über, als Louis Prang (ein eingewanderter Deutscher) 1874 die erste Weihnachtskarte in Amerika druckte.

Deutschland tat sich vor allem als "Export-Weltmeister" von Billigkarten hervor und verdrängte damit Louis Prang aus dem Geschäft, der für seine eher hochwertigen Karten bekannt war. Die Deutschen selbst verschickten lieber Briefe auf weihnachtlichem Briefpapier mit Ornamenten oder Bildmotiven. Wann genau sich das zugunsten der Weihnachtskarte änderte, ist unklar. Spätestens jedoch mit dem Ersten Weltkrieg setzte auch hierzulande die Begeisterung für die Weihnachtskarte ein, gefördert und gefordert vom patriotischen Geist, denn die internationalen Absatzmärkte fielen für die einheimische Kartenindustrie durch den Krieg aus.

Weihnachtskarten heute

Heute gehören Weihnachtskarten in allen Ländern, in denen Weihnachten gefeiert wird, zum guten Brauch, wobei eCards, die per Mail oder Internetanbieter verschickt werden, was zweifellos recht bequem ist, der Post und ihrer traditionellen Postkarte langsam den Rang ablaufen. Nicht nur privat werden Millionen von Karten verschickt, auch Firmen nutzen sie, um sich in Erinnerung zu bringen und selbst Staatsoberhäupter greifen zur "Waffe" Weihnachtskarte. Immerhin verschickte das Weiße Haus im Jahr 2005 1,4 Millionen Weihnachtskarten. Auch die allererste Weihnachtskarte hat in diesem Jahrhundert noch einen Rekord aufgestellt: Ein Exemplar wurde für umgerechnet 36.000 Euro in Großbritannien versteigert.

Quellen und Weiterführendes

Die englischsprachige Wikipedia bietet einen guten Überblick über die Geschichte der Weihnachtskarte. Ebenfalls Informationen zur Historie, Anekdoten zu den entscheidenden Personen wie Horsley und Prang und viele alten Karten hat Emotioncards. Eine Bastelanleitung mit einem Ausflug in die Kartengeschichte und aktuelle Karten zum Ausdrucken oder online verschicken bietet Weihnachten à la carte. Und bei Pagewizz stapeln sich die Artikel zu Weihnachtskarten und -sprüchen gewissermaßen, hier ein Überblick.

Verschickst du gedruckte oder digitale Weihnachtskarten?
Autor seit 3 Jahren
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