Erinnerung ans Shoppen in früherer Zeit

Ich erinnere mich, wie sich ein Einkaufsbummel mit meiner Mutter gewöhnlich abspielte. Lange geplant die ganze Tour von Rheydt, mit dem 6er O-Bus nach Hardterbroich, dann weiter vom ZOB zum Alter Markt, um schließlich durch unsere Lieblingsgeschäfte die Hindenburgstraße hinunterzuschlendern. Das dauerte gewöhnlich einige Stunden.

Dazu die gemeinschaftlichen Überlegungen, ob das Mittagsessen in der obersten Etage eines Kaufhauses oder in einer Nebenstraße, in einem kleinen Lokal, (manchmal Frühlingssuppe als Vorspeise, danach Schnitzel mit Pommes und Salat und als Nachtisch Vanilleeis mit heißer Himbeersoße), eingenommen werden sollte.

Für mich als etwa zehnjährige Tochter stand an diesem Tag das Gefühl im Vordergrund mal etwas Außergewöhnliches, alleine mit Mama, mitzumachen. Sich über die neueste Mode zu informieren, vielleicht zu erleben, dass meine Mutter Freunde und Bekannte traf und mit ihnen unsere Tagesplanung über den Haufen warf. (Kam alles vor)

Auf jeden Fall endete die Tour stets mit einem Besuch im Lux-Kino unten am ZOB. ( Ich erinnere mich an Indiana Jones Filme, an 1984 von Orwell, Dick und Doof und Modern Times in denen Charles Chaplin die Hauptrolle spielte) Dort überbrückten wir die Wartezeit, um mit dem Bus, mit brennenden Füßen, wieder Richtung Rheydt, bis vor unsere Haustüre in der Dohlerstraße,zu fahren.

Wie sich die Hindenburgstraße veränderte

Alles Erinnerungen.

- Kein kleiner Muck als Weihnachtsaufführung im Stadttheater mehr, keine Rodelpartie die Hindenburgstraße hinunter.

Jetzt ist eine neue Zeit. Die Verhältnisse in der Stadt haben sich denen in anderen Städten angeglichen.

Betriebsschließungen und in der Folge Arbeitslosigkeit und später eine verzweifelte Suche nach Facharbeitern waren an der Tagesordnung. Es änderten sich die Bedürfnisse der Menschen nach allgemeinem Konsum, den Käufen des täglichen Bedarfs. Einer Kommunikation, Freizeitspaß und einem intakten Vereinsleben.

Wie auch immer, von dem ehemals lebendigen, quirligen Geschehen in der Hindenburgstraße war in den Folgejahren keine Rede mehr.

Kritische Auseinandersetzung mit dem Namensgeber der Hindenburgstraße

Wer im Sommer 2025 die Hindenburgstraße, vom Vituscenter bis hin zur Höhe Kapuzinerstraße, entlang bummelt, hat sie bemerkt: Die fünf Stelen des Informationspfades Hindenburgstraße.

Diese sollen, so Oberbürgermeister Felix Heinrichs und die Beigeordneten für Bildung, Kultur und Sport Christiane Schüßler, ein Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der Mönchengladbacher Geschichte leisten.

Es wurde mit ihm, für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein Ort der Erinnerung und des Lernens geschaffen, der zum Nachdenken über die Benennung der Straße anregt.

Bei der Eröffnung des Pfades wurde von Oberbürgermeister Felix Heinrichs betont, dass man sich in Mönchengladbach kritisch mit belasteten Straßennamen innerhalb der Stadt auseinander setze. Es gelte letztlich individuell zu schauen, wie mit der jeweiligen Straße und ihrem Namen verfahren werden könne, um ein mahnendes Gedenken und eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte zu gewährleisten.

Wie alles anfing:

Als Beispiel einer gelungenen Kombination zwischen Gedenken und Auflärung in Punkto Straßennamen diente ein Konzept der Stadt Wunstorf/ Niedersachsen. Deren Stadtarchiv stimmte einer Nachahmung der dortigen Stelen in Gladbach zu.
Am 11. Dezember 2024 beschloss der Rat der Stadt Mönchengladbach die Installation eines Informationspfades auf der Hindenburgstraße.
Die jetzt ausgeschilderten Texte wurden speziell auf die historische Entwicklung Mönchengladbachs zugeschnitten.
Die Hoffung der Verantwortlichen in Mönchengladbach ist:
Das die Installationen die ein oder andere Diskussion ausgelöse und Prozesse, die nicht nur in Sachen Geschichtsverständnis, sondern auch für unsere heutige Demokratie von Bedeutung sei.

Die Inhalte der Stelen: 
Die erste Stele zeichnet den Prozess der Straßenbenennung nach Hindenburg nach und stellt lokale Bezüge her.
Die weiteren Stelen stellen Hindenburgs Werdegang vom Kriegshelden über die Weimarer Republik bis in die NS-Zeit chronologisch dar. Dabei wird auch auf seine Rolle im Kontext der deutschen Geschichte eingegangen.
Außerdem werden konkrete Beispiele dafür geliefert, wie Hindenburg in Mönchengladbach wahrgenommen wurde. Hinzu kommt eine kritische Betrachtung von Hindenburgs Wirken aus heutiger Sicht.

Um sich umfassend zu informieren muss der Informationspfad nicht vollständig abgegangen werden.
Für Interessierte mit wenig Zeit gibt es neben historischen Fotografien, QR-Codes, Hinweise auf eine entsprechende Internetseite. Die Inhalte aller Stelen sind zusätzlich über einen Link zugänglich.

Foto: Der Fachbereichsleiter Stadtbibliothek und Stadtarchiv Yilmaz Holtz-Ersahin, die Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport Christiane Schüßler sowie Oberbürgermeister Felix Heinrichs bei der offiziellen Eröffnung des Informationspfads Hindenburgstraße. ©Stadt MG

Aktuelles vom Abteiberg

Sanierung der Skateanlage Hardt startet

Die Skateanlage Hardt am Birkmannsweg wird in Kürze umfassend saniert. Nach ersten Räumungsarbeiten beginnen bald die Bauarbeiten für den Umbau, der die seit 2023 gesperrte Anlage wieder nutzbar machen soll. Grundlage der Planung waren zwei Workshops mit Nutzerinnen und Nutzern, in denen Street- und Flow-Elemente für die neue, rund 450 Quadratmeter große Betonanlage entwickelt wurden. Die Stadt investiert 250.000 Euro in das Projekt, das vom spezialisierten Büro DSGN CONCEPTS umgesetzt wird. Nach Fertigstellung ist im Sommer 2026 ein feierliches Opening geplant.Visualisierung Skateanlage Hardt (Copyright: Stadt MG)

Mönchengladbach schreibt 2026 den NRW Heimat-Preis aus

Ab dem 2. März können sich Vereine, Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen mit Projekten bewerben, die das Zusammenleben in der Stadt stärken und Heimat sichtbar machen. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert 

1. Platz: 8.000 Euro, 2. Platz: 4.000 Euro, 3. Platz: 3.000 Euro

Gesucht werden ehrenamtliche Projekte mit besonderem Bezug zu Mönchengladbach – von Kultur und Geschichte über Soziales und Sport bis hin zu Natur, Umwelt und Brauchtum. Bewerbungen sind bis 19. April 2026 über das Online-Formular unter stadt.mg/heimatpreis möglich.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs hebt die Bedeutung des Engagements hervor: Es trage dazu bei, dass sich Menschen aller Generationen und Herkünfte in Mönchengladbach zuhause fühlen. Eine Jury bewertet die eingereichten Projekte, der Rat entscheidet über die Platzierungen.

Fragen beantwortet die Stadt per E-Mail an [email protected].

Zum Internationalen Frauentag: Filmvorführung "Maria Montessori"

Zum Internationalen Frauentag lädt die Gleichstellungsstelle der Stadt Mönchengladbach am 8. März 2026 um 19:45 Uhr zur Vorführung des Films "Maria Montessori" ins Comet Cine Center (Viersener Straße 8, 41061 Mönchengladbach) ein.

Maria Montessori zählt zu den bedeutendsten Pionierinnen ihrer Zeit. Als eine der ersten Ärztinnen Italiens setzte sie sich für gleiche Bildungschancen und die Förderung individueller Potenziale ein – unabhängig von Geschlecht oder sozialer Herkunft. Ihr Wirken steht beispielhaft für zentrale Ziele der Gleichstellungsarbeit und macht sie zu einer inspirierenden Persönlichkeit im Kontext des Internationalen Frauentags.

Die Filmvorführung würdigt ihr Engagement und lädt dazu ein, über Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und die Rolle von Frauen in Wissenschaft und Gesellschaft nachzudenken.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich – per Mail an [email protected] oder telefonisch unter 02161 253611.

Sprechstunden bei Oberbürgermeister Felix Heinrich

Bürgersprechstunden:

Oberbürgermeister Felix Heinrichs richtet ab Ende April eine Kindersprechstunde ein. Damit erhalten Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren die Möglichkeit, ihre Sicht auf Mönchengladbach einzubringen und eigene Ideen oder Anliegen direkt mit dem Oberbürgermeister zu besprechen.

Die erste Kindersprechstunde findet am 27. April von 15 bis 16 Uhr im Rathaus Abteiberg statt. Anmeldungen sind ab sofort über das Formular auf der städtischen Webseite möglich: 

Felix Heinrichs betont, wie wichtig ihm die Perspektive der jungen Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher ist und freut sich auf ihre Meinungen und Vorschläge.

5 Jahre Gladbach Westend -Veränderungen im Herzen unserer Stadt!

*Begriffserklärung IHEK

Das Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept IHEK wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen vorgegeben und ist eine verbindliche schriftliche Verabredung, die beinhaltet, was der Quartiersrat in den nächsten zwei Jahren erreichen will. Vereinfacht beschrieben ist es so etwas wie eine Kompassnadel für die Arbeit des Quartiersmanagements und eine Voraussetzung dafür, dass Fördergelder ins Quartier fließen dürfen.

Das Quartiersmanagement wird nach § 171e des Baugesetzbuches eingerichtet. Der Paragraf erlaubt städtebauliche Maßnahmen zur Stabilisierung und eine Aufwertung von Ortsteilen, die durch soziale Missstände benachteiligt sind. Der Satz 4 des Paragrafen verlangt, dass ein Entwicklungskonzept unter Beteiligung der Betroffenen. Aufgestellt werden muss.

Insgesamt sind fünf Handlungsfelder vorgegeben, die von jedem Quartiersmanagement für sein Gebiet berücksichtigt werden können:

  • Die Bildung, Ausbildung und Jugend
  • Die Arbeit und Wirtschaft
  • Die Nachbarschaft, das Gemeinwesen und die Integration
  • Der öffentliche Raum
  • Die Beteiligung, Vernetzung und Einbindung von Partnern

Die Broschüre zur Zukunft der Hindenburgstraße ist hier abrufbar. (PDF-Datei)

 

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