Eine kleine Anekdote vom Eis-Sagui

Die Besonderheit der Straße zeigte sich auch in kleinen Alltagsgeschichten. Ein guter Freund erzählte, wie er sich beim Eis-Sagui nur schnell ein Eis holte, den Wagen davor abstellte – und vergaß, die Handbremse anzuziehen. Bei einem Gefälle von rund 15 Prozent keine gute Idee.

Sein Sprint hinter dem rollenden Auto her, das Eis fest in der Hand, ist bis heute legendär.

Erinnerung ans Shoppen in früherer Zeit

Wer in den Sechziger- und frühen Siebzigerjahren in der Hindenburgstraße einkaufen ging, erlebte einen Alltag, der heute fast nostalgisch wirkt. Damals sprach man vom Einkaufen – dem gezielten Besorgen der Dinge des täglichen Bedarfs. Das spätere Shoppen, der entspannte Bummel ohne festen Plan, spielte noch kaum eine Rolle. Man kannte die Geschäfte, ihre Inhaber und oft sogar die Verkäuferinnen beim Namen. Zwischen Modehäusern, Haushaltswarengeschäften und kleinen Boutiquen fand sich alles, was man brauchte – und manches, was man sich einfach gern ansah. Die Wege waren kurz, die Abläufe vertraut, und das Einkaufen hatte etwas Unaufgeregtes, Bodenständiges.

Wer eine Pause brauchte, setzte sich in ein Café, gönnte sich ein Eis oder schaute in einem der Kaufhäuser vorbei, um sich inspirieren zu lassen. So wurde der Einkaufsbummel schnell zu einem kleinen Erlebnis, das man mit Familie oder Freunden teilte.

Für mich als etwa zehnjährige Tochter war ein Einkaufsbummel mit meiner Mutter ein kleines Abenteuer: erst mit dem 6er Oberleitungsbus, O‑Bus genannt, nach Hardterbroich zur Rheinstraße, dann zum Zentralen Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof,, dann weiter zum Alten Markt und schließlich durch unsere Lieblingsgeschäfte die Hindenburgstraße hinunter. Oft endete der Tag im Lux-Kino am ZOB, dass im Dauerbetrieb war, mit brennenden Füßen, aber voller Eindrücke.

Wie sich die Hindenburgstraße veränderte

Mit den Jahren verlor die Hindenburgstraße nach und nach ihren ursprünglichen Charakter. Die vertraute Mischung aus kleinen Fachgeschäften, Kaufhäusern und gastronomischen Treffpunkten wich größeren Filialketten, Leerständen und einem veränderten Einkaufsverhalten.

Der zunehmende Autoverkehr, neue Einkaufszentren am Stadtrand und der Wandel im Konsum führten dazu, dass die Straße ihre frühere Rolle als lebendige Alltagsmeile immer weniger erfüllen konnte. Was einst ein Ort kurzer Wege und spontaner Begegnungen war, wurde zunehmend zu einer Durchgangsachse, die ihren menschlichen Maßstab verlor.

Lebenszufriedenheit heute – ein überraschender Befund

Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, die Mönchengladbach seit den Siebzigerjahren geprägt haben – Betriebsschließungen, Arbeitslosigkeit und ein verändertes Konsumverhalten [sec20–23] – zählt die Stadt laut Glücksatlas 2025 heute zu den glücklichsten Großstädten Deutschlands.

Mit 7,22 Punkten liegt Mönchengladbach im bundesweiten Ranking auf Platz 8, obwohl objektive Kennzahlen wie Kaufkraft oder Einkommen eher im unteren Bereich liegen. Forschende sprechen deshalb von einem "Overperformer": Die Menschen sind deutlich zufriedener, als es die Daten erwarten lassen.

Als Gründe nennt der Glücksatlas vor allem bezahlbares Wohnen, eine im Vergleich zu anderen Großstädten hohe Eigentumsquote, stabile Familienstrukturen und ein starkes soziales Gefüge. Diese Faktoren wirken wie ein Gegenpol zu den strukturellen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte – und zeigen, dass Lebensqualität weit mehr ist als wirtschaftliche Stärke.

Kritische Auseinandersetzung mit dem Namensgeber der Hindenburgstraße

Mit dem Wandel der Straße rückte auch ihr Name stärker in den Blick. Paul von Hindenburg, einst als Reichspräsident geehrt, gilt heute als eine umstrittene historische Figur. Seine Rolle bei der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und sein Verhalten in den Jahren der Weimarer Republik werden inzwischen kritisch bewertet. Viele Städte prüfen deshalb, wie sie mit Straßen umgehen, die nach Persönlichkeiten benannt sind, deren historische Verantwortung neu betrachtet wird. Auch in Mönchengladbach führte dies zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Geschichte der Hindenburgstraße.

Der Informationspfad

Um die Geschichte der Straße sichtbar zu machen, wurde ein Informationspfad eingerichtet. Er führt entlang der Hindenburgstraße und erläutert an mehreren Stationen historische Ereignisse, Entwicklungen und Hintergründe. Der Pfad lädt dazu ein, die Straße nicht nur als Verkehrs- oder Einkaufsraum wahrzunehmen, sondern als Ort, an dem sich Stadtgeschichte, gesellschaftliche Veränderungen und persönliche Erinnerungen überlagern.

Die fünf Stelen des Informationspfades Hindenburgstraße

Der Informationspfad besteht aus fünf Stelen, die unterschiedliche Aspekte der Stadt- und Straßengeschichte beleuchten. Sie zeigen die Entwicklung der Straße, Hindenburgs Rolle in der deutschen Geschichte, lokale Bezüge und heutige Perspektiven. Kurze Texte, Fotos und QR‑Codes ermöglichen einen schnellen, niedrigschwelligen Zugang – für Einheimische wie für Besucherinnen und Besucher.

©Stadt MG

Aktuelles vom Abteiberg

Auch rund um den Abteiberg zeigt sich, wie sehr sich die Innenstadt im Wandel befindet. Neue Wegeführungen, Aufenthaltsbereiche und kulturelle Impulse greifen die Idee einer menschenfreundlichen, offenen Stadtgestaltung auf. Der Bereich zwischen Museum, Abteikirche und Hindenburgstraße wird schrittweise so gestaltet, dass er besser vernetzt ist und mehr Raum für Begegnungen bietet. So fügt sich der Abteiberg in das Gesamtbild einer Stadt ein, die ihre Geschichte sichtbar macht und gleichzeitig neue Formen des Miteinanders erprobt.

NRW zeigt, wie Ehrenamtsförderung gelingt:

Mehr Anerkennung, niedrigere Hürden, starke Beteiligung

Nordrhein-Westfalen setzt ein deutliches Signal für die Stärkung des freiwilligen Engagements: Das Land hat die Zugangsvoraussetzungen zur Ehrenamtskarte NRW von 250 auf 200 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit pro Jahr abgesenkt. Damit wird die Karte für viele Menschen erreichbar, die sich flexibel, projektbezogen oder neben Beruf und Familie engagieren.

Aktuell beteiligen sich 335 Städte und Gemeinden an der Ehrenamtskarte. Mehr als 80.000 Engagierte wurden bereits ausgezeichnet. Sie profitieren landesweit von rund 5.000 Vergünstigungen bei Unternehmen, Kultureinrichtungen, Sportstätten und kommunalen Angeboten – ein spürbarer, alltagsnaher Mehrwert.

Neu ist zudem: Ehrenamtliche dürfen künftig eine Aufwandsentschädigung erhalten, solange diese unterhalb der steuerlichen Freibeträge liegt (Ehrenamtspauschale 960 Euro, Übungsleiterpauschale 3.300 Euro). Damit trägt das Land der Realität vieler Engagementformen Rechnung und stärkt zugleich die Anerkennungskultur.

NRW zeigt damit, wie moderne Ehrenamtsförderung aussehen kann: niedrigere Zugangshürden, sichtbare Wertschätzung, praktische Vorteile und eine breite kommunale Beteiligung. Ein Modell, das auch für andere Bundesländer attraktiv ist – und das Potenzial hat, bundesweit mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu gewinnen.

Mehr städtische Services jetzt online nutzbar

Die Stadt Mönchengladbach baut ihre digitalen Dienstleistungen weiter aus. Viele Anliegen wie Wohnsitzanmeldung, Führungszeugnis, Kfz-Zulassung oder Meldebescheinigungen können bereits bequem über stadt.mg/online erledigt werden. Eine neue Informationskampagne von Oberbürgermeister Felix Heinrichs und Beigeordneter Silke Wehmhörner macht auf das wachsende Angebot aufmerksam.

Für die Nutzung vieler Services werden BundID und AusweisApp benötigt; die Stadt bietet dazu kostenlose Schulungen in der VHS sowie erstmals auch Online-Schulungen an.

Sie finden an folgenden Terminen statt:

Freitag, 10.04.2026, 10:00 bis 12:00 Uhr
Montag, 27.07.2026, 17:30 bis 19:30 Uhr
Dienstag, 11.08.2026, 11:00 bis 13:00 Uhr
Mittwoch, 21.10.2026, 17:00 bis 19:00 Uhr

Termine und Anmeldung Onlineausweise unter

 In der Volkshochschule finden vier Termine statt. Sie sind am:

Dienstag, 23.06.26, 18-20 Uhr
Freitag, 26.06.26, 10-12 Uhr
Montag, 12.10.26, 10-12 Uhr
Mittwoch, 09.12.26, 18-20 Uhr

Anmeldung über die Volkshochschule Mönchengladbach, 

Bild:Start Online-Kampagne (Copyright: Stadt MG / Rick)

OB Felix Heinrichs bietet Sprechstunde im Rathaus Abtei an

Ein Zeichen für die neue Offenheit der Innenstadt setzt auch Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Er bietet regelmäßig Sprechstunden im Rathaus Abtei an – niedrigschwellig, persönlich und mitten im historischen Zentrum. Bürgerinnen und Bürger können dort Anliegen vorbringen, Fragen stellen oder einfach das Gespräch suchen. Die Nähe zur Hindenburgstraße ist dabei kein Zufall: Der Austausch vor Ort soll zeigen, dass Stadtentwicklung nicht nur planerisch, sondern auch im direkten Dialog entsteht.

Bürgersprechstunden für Kinder:

Besonders wichtig ist dem Oberbürgermeister die Perspektive der jüngsten Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher. Mit einer eigenen Kindersprechstunde erhalten Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren die Möglichkeit, ihre Sicht auf die Stadt einzubringen – von Lieblingsorten bis zu Ideen für mehr Sicherheit oder Spielräume. Die Kindersprechstunde zeigt: Stadtentwicklung beginnt nicht erst bei Erwachsenen.

5 Jahre Gladbach Westend -Veränderungen im Herzen unserer Stadt!

*Begriffserklärung IHEK

Zur Realität der Innenstadt gehören heute auch Herausforderungen, die viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigen: der sichtbare Drogenkonsum rund um den ZOB, das Gefühl vernachlässigter Randbereiche und der starke wirtschaftliche Sog der umliegenden Großstädte und Grenzregionen. Diese Faktoren prägen das Bild der Hindenburgstraße ebenso wie der gesellschaftliche Wandel und veränderte Konsumgewohnheiten.

Gerade deshalb gewinnt die Frage, wie eine lebenswerte, sichere und einladende Innenstadt aussehen kann, an Bedeutung – und hier setzt das IHEK an.

Das IHEK – das integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt – bildet den strategischen Rahmen für viele aktuelle Veränderungen. Es bündelt städtebauliche, soziale und kulturelle Ziele und legt fest, wie die Innenstadt Schritt für Schritt lebenswerter und attraktiver werden soll. Dazu gehören Projekte wie der Informationspfad, neue Aufenthaltsbereiche und Beteiligungsformate.

Die Broschüre zur Zukunft der Hindenburgstraße ist hier abrufbar. (PDF-Datei)

Ein Blick nach vorn

Das IHEK zeigt, wie viele Bausteine heute zusammenwirken, um die Innenstadt neu zu denken – von städtebaulichen Maßnahmen über kulturelle Impulse bis hin zu Beteiligungsformaten wie den Sprechstunden im Rathaus Abtei. All diese Elemente greifen ineinander und prägen den Wandel, der sich entlang der Hindenburgstraße und am Abteiberg beobachten lässt.

Die Hindenburgstraße zeigt exemplarisch, wie sich Mönchengladbach verändert: von der einstigen Einkaufsmeile hin zu einem Ort, der Geschichte sichtbar macht und neue Formen des Miteinanders erprobt. Der Informationspfad, die Entwicklungen am Abteiberg und die offenen Sprechstunden im Rathaus Abtei – für Erwachsene wie für Kinder – stehen für eine Stadt, die zuhört, erklärt und einlädt. Was früher selbstverständlich war – Begegnung, Nähe, kurze Wege – wird heute neu gedacht und bewusst gestaltet. So entsteht eine Innenstadt, die ihre Vergangenheit kennt, ihre Gegenwart ernst nimmt und ihre Zukunft gemeinsam mit den Menschen entwickelt, die hier leben.

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