Casino Royale - als James Bond die Lizenz zum Töten noch nicht hatte...

Casino Royale war das erste James Bond Buch von Ian Fleming, das dieser nach seiner Zeit in der Marine und dem zweiten Weltkrieg verfasste. Bei der Marine traf Ian Fleming alle Arten von Spione und Offiziere und war bekannt für seine einfallsreichen Missionsideen, die dabei halfen die Deutschen zu besiegen.

Der erste James Bond Roman wird von vielen als Bester angesehen und stellt James Bond als schillernde Persönlichkeit dar, die ein glamouröses Leben führt, voll mit Frauen, Casinos und natürlich Drinks. Der Roman ist einer von insgesamt 12, aber Ian Fleming schrieb vor seinem Tod im Jahr 1964 zwei weitere Bücher und Kurzgeschichten. Auslöser war die Gewalt hinter den Kulissen zur Zeit des kalten Kriegs.

Diese brutale Welt war für einen englischen Autor etwas Neues und viele Leser fanden die Werke damals zu gewaltsam. Fleming berief sich aber auf die tatsächlichen Geschehnisse während des Kriegs und sagte, dass seine Werke nur ein einfaches Abbild dessen seien.

Die Knarren - Peng, Peng, Peng ....

James Bonds Pistole in Casino Royale ist eine Beretta, die als 25 Automatik beschrieben wird. Ian Fleming machte nie spezifische Angaben zum Modell, aber es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das 418-Modell, eine leichte Pistole, die später als "Damenpistole" und "zu schwach" bezeichnet wurde.

Bond trägt diese Waffe in einem Halfter mit sich und stellt beim Blick in den Spiegel sicher, dass die Pistole nicht unter seiner Jacke zu sehen ist. Er bemerkt die Narbe entlang seines Gesichts und seine graublauen Augen. Allerdings wird er diese Pistole nie bei dieser Mission einsetzen.

James' Bond Frauen - ein Thema für sich....

Während in den James Bond Filmen besonders darauf geachtet wurde, dass Bond wirklich sehr viel Erfolg in der Damenwelt hat, ist der Charakter im Buch bei weitem nicht so umtriebig und macht gelegentlich auch mal gar keinen Eindruck beim anderen Geschlecht. In Casino Royale erleben Leser, wie sich Bond mit der anfänglich kühlen Vesper Lynd zusammentut. Versper ist das einzige "Bond Girl" im Buch. Sie wird von M als Assistentin zur Verfügung gestellt, was von Bond am Anfang nicht sonderlich begrüßt wird, da er seine Mission für Männersache hält. Aber die beiden kommen sich am Ende des Buchs näher und nachdem Bond aus dem Krankenhaus entlassen wird, vereinbaren beide ein Date.

Vesper ist ein typisches Bond Girl mit schwarzen Haaren und blauen Augen und wenn Bond sich mit ihr zum Abendessen im Casino trifft, kleidet sie sich in einem sexy Abendkleid. Sie verrät Bond, dass sie im Casino einen "großen Auftritt" machen möchte. Aber auch wenn sich James Bond in sie verliebt und sie sich irgendwann auch in ihn, am Ende des Buchs begeht Vesper Selbstmord und hinterlässt eine Nachricht, dass sie die ganze Zeit eine Doppelagentin war. Bond ist sehr schwer von dieser Täuschung verletzt, aber in späteren Büchern von Ian Fleming wird erwähnt, dass er jedes Jahr an ihr Grab zurückkehrt.

Die Gimmicks im Casino Royale - Nichts geht über eine gute Dosis Glück

Im Gegensatz zu den James Bond Filmen, gibt es im Casino Royale Buch keinen Q, der Bond mit den unglaublichsten Gimmicks versorgt. Das einzige Gimmick das James Bond hier zur Verfügung steht, ist ein alter Bentley mit Turbolader, den er noch aus der Vorkriegszeit besitzt. Der James Bond in den Büchern verfügt selten über die Gimmicks seines Leinwandpendants, er verlässt sich mehr auf seine Ausbildung und sein Training, so wie eine gute Portion Glück.

Casino Royale bildet keine Ausnahme und auch wenn Bond die Gimmicks fehlen, die Schurken haben definitiv welche. Zuerst tauchen ein paar Bulgaren mit Kamerabomben auf, die sich dann aber selber in die Luft sprengen. Dies wurde angeblich durch eine wahre Begebenheit inspiriert. Als nächstes bekommt Bond es mit einem Gewehr zu tun, das in einem Gehstock versteckt ist. James Bond wird von dieser Waffe beinahe umgebracht, während er Baccarat spielt. Es ist wieder wahrscheinlich, dass Ian Fleming eine solche Waffe während der Kriegszeit untergekommen ist oder er davon gehört hat.

Schließlich wird dann auch noch sein Bentley durch ein Nagelbett von der Straße abgebracht und Bond fällt im bewusstlosen Zustand dem Feind in die Hände. Als er wieder zu Bewusstsein kommt, findet sich Bond an einen bodenlosen Stuhl gefesselt und wird mit einem Teppichklopfer geschlagen – so wie Daniel Craig in der Verfilmung aus dem Jahr 2006.

Fazit - Buch und Film sind zwei verschiedene Welten...

Auch wenn Casino Royale ein sehr düsteres Buch ist, in welchem der Held beinahe stirbt, ist es dennoch sehr kurz. Während wir an die Waffen, Frauen und Gimmicks des Films gewöhnt sind, kommt der eigentliche Charakter von Ian Fleming aus einer guten Umgebung und verlässt sich nur auf sein eigenes Geschick. Die Pistole kommt selten zum Einsatz, die Frauen tauchen wesentlich weniger auf und sind kaum verfügbar  und die Gimmicks gehören den Gegnern. Wenn Sie noch keines der James Bond Bücher kennen, lohnt sich Casino Royale definitiv.

Autor seit 4 Jahren
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