Harry S. Plinkett, der Cinema Snob und andere skurrile Filmkritiker

RedLetterMedia

Kann man mit einer zweistündigen (!) Filmkritik Erfolg haben? Eine Frage, die ein gewisser Mike Stoklasa seit 2009 eindeutig beantwortet. Ja, kann man! Wenn die Kritiken dermaßen fundiert, fesselnd und vor allem witzig sind, wie jene des Betreibers der Website RedLetterMedia. Spätestens seit seiner epochalen Filmkritik zu "Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith" gelten seine Filmkritiken als Kult. 

Zart besaitete Gemüter seien jedoch gewarnt: Seine Kunstfigur des Harry S. Plinkett (ein Hundertjähriger, der Pizza liebt und im Keller eine Prostituierte gefangenhält) spart weder mit deftigen Ausdrücken, noch makabren und zynischen Sketches, die er immer wieder einstreut.

 

 

That Guy with the Glasses

Er trägt Brille, Kappe und seinen Zynismus wie ein drittes Bein vor sich. Ob als filmsüchtiger Penner oder snobistischer Besserwisser: Seine Filmkritiken sind stets amüsant und reizen zum Lachen. Besonders witzig sind die "nostalgischen" Rückblicke, etwa auf "Jurassic Park" oder skurrile US-Werbungen. Man könnte sagen: Der Typ mit den Brillen erfüllt seinen Bildungsauftrag besser, als die Öffentlichen Anstalten...

 

Der Cinema Snob

Fehlendes Selbstbewusstsein kann man dem Cinema Snob nicht unterstellen! Obwohl sein Aussehen und sein Spleen, keine Socken zu tragen, eher gegen die These seiner adeligen Abstammung sprechen, richtet er seinen gebündelten Zorn wider die schäbigsten Filme der Geschichte in feinster, snobistischer Manier.

Für unsereins besonders interessant sind seine feinen Kritiken zu deutschsprachigen Meisterwerken wie "Violent Shit" einem "E.T."-Porno oder diversen Exploitation Movies über ein Kapitel der deutschen Geschichte, das hier nicht näher beschrieben werden soll. Und hierbei beziehe ich mich nicht auf die Kohl-Ära...

 

Angry Alien Production

Cartoonhäschen komprimieren komplette Filme auf nur 30 Sekunden, indem sie markante Szenen nachspielen. Klingt kindisch, ist es auch, aber charmant und äußerst witzig. Zudem ist es überaus spannend zu erkennen, wie dünn so mancher Filmplot eigentlich ist, wenn er auf wenige Sekunden zusammengedampft werden kann. Ach ja: Und die Häschen sind einfach süß...

 

 

Bad Movie Beatdown

Wenn der Engländer Mathew Buck Filme seziert, spritzen nicht Blut und Eingeweide, sondern Witze und beißender Spott. Dabei reicht die Palette der Filme von Horror über Science Fiction und Drama bis hin zu billigen TV-Produktionen.

 

 

RiffTrax

Zwei ehemalige Mitglieder der legendären US-Comedy-Show "Mystery Science Theater 3000" (oft auch als MST3K abgekürzt) produzieren seit Jahren höchst erfolgreich RiffTrax. Das Konzept: Meist bekannte Blockbuster werden mit einem eigenen Kommentar-Track unterlegt. Diese Tracks kann man erwerben, downloaden und zur jeweiligen DVD synchron abspielen. Klingt kompliziert und umständlich, ist aber sehr einfach zu händeln. Der Autor dieser Zeilen besitzt selbst einige RiffTrax-Tracks.

Filmtipp: "Mystery Science Theater 3000: The Movie"
Mystery Science Theater 3000: The Movie [2 DVDs]

Die lustigsten Filmkritiken zum Lesen

The Agony Booth

Die wohl üppigsten Filmkritiken zum Lesen bietet die "Agony Booth". Einige der Rezensionen dürften länger sein, als die Drehbücher der verrissenen Filme. Das Niveau der Kritiken ist außergewöhnlich hoch und zeugt von großen Schreibtalenten der Autorenschaft. Einige kurze Video-Rezensionen lockern die überwiegend auf Texte setzende Website auf.

 

 

The Monster Shack

Weitaus kürzere, nichtsdestotrotz witzige Filmkritiken bietet der Betreiber der Website "The Monster Shack". Dabei deckt er so manche dicke Logiklöcher auf und untermauert seine Kritiken mit Screenshots.

 

 

Badmovies.de

Wer sagt, dass Deutsche keinen Humor haben? Gut, das war wohl ich. Aber ich revidiere meine Meinung und gebe offiziell zu Protokoll: Manchen Deutschen kann man rudimentäres Vorhandensein von Humor nicht absprechen. Etwa den Betreibern von Badmovies.de, die sich meist trashiger Kost annehmen und diese genüsslich durch den Fleischwolf drehen. Das Ergebnis: Oft zum Brüllen komische Kritiken, die auf Grund der Länge am besten ausgedrückt werden sollten.

 

 

Und zu guter Letzt ein persönlicher Tipp. Ein sehr, sehr persönlicher Tipp! Denn: Es hinterlässt stets einen schalen Nachgeschmack, Eigenwerbung zu betreiben. Trotzdem möchte ich euch, liebe Leser, meine "Original-Drehbücher" ans Herz legen. Filmkritiken in Drehbuchform, was, so hoffe ich, ein origineller Zugang zur Materie der Filmkritiken ist. Nachfolgend seien ein paar dieser Original-Drehbücher gelistet.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und hoffe, diese Kompilation der lustigsten Filmkritiken versüßt Ihnen so manchen langweiligen Nachmittag.

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