Einige Fakten zur Massentierhaltung

Hier werden in Mega-Ställen, die von der EU gefördert werden, möglichst viele Tiere auf möglichst kleinem Raum gehalten und mit Kraftfutter auf Hochleistung gezüchtet. Den Produzenten geht es dabei nur um schnelle Schlachtreife und möglichst hohen Profit. Das Wohl der Tiere steht im Hintergrund. Verbraucher, die nur darauf bedacht sind, Fleisch und Milchprodukte im Sonderangebot zu kaufen oder so preiswert wie möglich, tragen durch ihr Verhalten dazu bei, dass diese Haltungsform toleriert wird beziehungsweise weiter zunimmt.

Die Tierhaltung auf engstem Raum fordert einen sehr hohen Preis: Die Tiere leiden, sind hochgradig gestresst und erkranken durch ein geschwächtes Immunsystem wesentlich schneller. Freigang auf die Weide gibt es hier nicht, obwohl die Werbung das dem Verbraucher mit idyllischen Landschaftsbildern und glücklichen Tieren nach wie vor weis zu machen versucht. In kleinbäuerlichen Betrieben und insbesondere im Verbands-Biobereich (Demeter, Bioland, Naturland u.a.) ist das noch anders, doch deren Anteil ist im Vergleich zu den Großbetrieben gering.

Um Krankheiten und Seuchen vorzubeugen, werden oft präventiv Medikamente verabreicht (wie Antibiotika). Immer wieder hört man von Skandalen über Rückstände in Tierprodukten - auch durch importiertes Gen-Futter.

Dritte Welt-Länder oder Schwellenländer profitieren auf den ersten Blick von den günstigen Fleisch-Importpreisen, aber westliche Dumpingpreise (durch EU-Exportsubventionen) zerstören dort mittel-und langfristig kleinbäuerliche Betriebe. Doch nicht nur das: die EU importiert 80 Prozent des benötigten Protein-Viehfutters aus der Dritten Welt und trägt damit auch zur Unterversorgung der dortigen Bevölkerung an Getreide bei.

 

Die gesundheitlichen Risiken

Seit Jahren warnen Ernährungswissenschaftler und Mediziner, unter anderem T. Colin Campbell, Professor Dr. Leitzmann, Dr. Bruker, Dr. Dahlke, Dr. Esselstyn, auch vor einem zu hohen Verzehr von Fleisch und Milchprodukten, die viele gesättigte Fette enthalten und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, Osteoporose, Übergewicht und Adipositas führen können.

 

Fleischkonsum forciert Hunger und Durst in der Dritten Welt

  • Zur Produktion von Fleisch-und Milchprodukten wird sehr viel Getreide benötigt, für 1 kg zwischen 7-10 kg. Frisches Grünfutter ist im Laufe der Jahre in den Hintergrund gedrängt worden und wird häufig ergänzt durch Weizen, Soja, Mais. Auf der Fläche, die man zur Erzeugung von 1 kg Fleisch benötigt, könnte man im selben Zeitraum 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln ernten.

  • 70 Prozent der weltweit genutzten landwirtschaftlichen Fläche (etwa 30 Prozent der Erdoberfläche) wird für die Viehzucht gebraucht.

  • Rund 50 Prozent der weltweiten Getreideernte und 90 Prozent der Sojabohnenernte werden jährlich an sogenannte ''Nutztiere'' verfüttert. Eine gewaltige Menge, die einer Milliarde hungernder Menschen in der Welt fehlt.

  • Doch auch gewaltige Wassermengen werden für die Massentierzucht gebraucht. Für die Produktion eines Kilogramm Rindfleischs zum Beispeil 15.000 Liter. Zum Vergleich: Für 1 kg Äpfel liegt der Verbrauch bei 700, für Kartoffeln bei 900, Eier 3.300, Käse – 5.000 Litern.

 

Klimawandel

Monokulturen (in großem Stil inzwischen auch mit genetisch verändertem Soja, Mais und Weizen) laugen die Böden aus. Fehlende Nährstoffe müssen mittels Chemie zugefügt werden. Laut der indischen Wissenschaftlerein Vandana Shiva sind Böden, die über Jahre einseitig bepflanzt und mit Chemie behandelt wurden, anfällig für Parasiten und bringen längst nicht mehr den Ertrag wie im ersten und zweiten Jahr. Dieselbe Erfahrung haben auch US-Bauern mit Monsanto's GMO-Saatgut gemacht. Alles Gründe, warum Biobauern und Bio-Verbände wie Demeter, Bioland und Naturland eine wechselnde Fruchtfolge praktizieren.

Nicht nur die weltweiten Autoabgase und Industrie-Emissionen tragen zum Klimawandel bei, auch die Nutztierhaltung ist mit rund einem Fünftel für den Treibhauseffekt verantwortlich und schädigt das Klima damit stärker als der gesamte Verkehr:

  • Lachgas (N2O) gelangt in die Atmosphäre durch Düngung von intensiv genutzten Böden mit Stickstoff (zum Beispiel für Viehfutter). Es ist sogar 295-mal schädlicher als CO2. Dr. Anita Idel, Mitautorin des Weltagrarberichts, gibt zu bedenken, dass die höchsten durch die Landwirtschaft verursachten Emissionen nicht von Methan ausgehen, sondern von Lachgas (65 – 70 Prozent). Zum selben Ergebnis kam eine Anhörung im Bundestag und eine Broschüre des Umweltbundesamts ("Stickstoff - zuviel des Guten?"). Lachgas verweilt bis zu 120 Jahre in der Atmosphäre, Methan 'nur' bis zu 15 Jahre.

  • Methangas (CH4) stoßen alle Rinder bei der Verdauung aus - circa 115 Millionen Tonnen pro Jahr, was 35 -40 Prozent der weltweiten Methan-Emissionen entspricht. Methan ist ein 21-mal stärkeres Treibhausgas als CO2.

  • Riesige Tierherden produzieren zudem etwa 9 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

  • 170 – 200 Millionen Tonnen Gülle werden alleine in Deutschland pro Jahr von Masttieren erzeugt und landen direkt oder nach Bearbeitung in Biogas-Anlagen auf den Feldern. Ammoniakdämpfe steigen in die Luft und Nitrate gelangen ins Grundwasser. In Norddeutschland ist das derzeit besonders gravierend, da sich doch - neben Mecklenburg- Vorpommern - die meisten und größten Massentierzuchtbetriebe angesiedelt haben. Eine Zeitlang wurde sogar noch die Gülle aus den Niederlanden aufgekauft, da die dortigen Auflagen wesentlich höher sind als in Deutschland.

 

Artensterben

Um immer neue Flächen für Viehweiden und für den Futtermittelanbau zu schaffen, wird der südamerikanische Amazonas Regenwald, aber auch Tropenwälder in Südostasien, in einem nahezu unvorstellbaren Ausmaß gerodet. Greenpeace gibt an, dass jährlich rund 120.000 bis 150.000 Quadratkilometer Regenwald weltweit verschwinden. Das entspricht in etwa 30 Fußballfeldern pro Minute. Sollte die Zerstörung so weiter gehen, werden bereits im Jahr 2020 80-90 Prozent des verbliebenen Regenwaldes abgeholzt sein.

Die Folgen des Regenwald-Sterbens:

  • Hunderte Tier-und Pflanzenarten, die über Jahrtausende existiert haben, werden täglich unwiederbringlich ausgelöscht

  • Einheimische werden rücksichtslos von ihrem Land vertrieben und ihrer Existenz und ihrer Einkommensmöglichkeiten beraubt.

  • Die Verbrennung des Regenwaldes ist mit hohem CO2-Ausstoss verbunden

  • Die entwaldeten Flächen sind starken Regenfällen nicht mehr gewachsen und Naturkatastrophen nehmen zu.

Doch Regenwald ist lebenswichtig für die Aufnahme von CO2. Fehlt der Wald, gelangt mehr und mehr davon (derzeit jährlich 2 Milliarden Tonnen) in die Atmosphäre.

 

Der Regenwald - lebenswichtig für Menschen und Tiere

Folgen für die Gewässer und die Natur

  • Ammoniak-Emissionen durch aufsteigende Dämpfe ausgebrachter Gülle auf den Feldern verursachen sauren Regen, der wiederum den pH-Wert im Boden sinken läßt und Schwermetalle wie Blei und Cadmium freisetzt.

  • Ein solcher Mix aus saurem Regen, Nitraten und Schwermetallen im Grundwasser verursacht wiederum ein unnatürliches Algenwachstum, das den Gewässern den Sauerstoff entzieht. Für den Wald heißt das: zu wenig Boden-Nährstoffe und Schäden an Blättern und Nadelwerk.

Was ist zu tun?

Alle derzeit dokumentierten Fakten und auch der "Weltagrarbericht" warnen deutlich und eindringlich davor, dass vorgenannte Aspekte nur zu stoppen oder einzudämmen sind durch eine drastische Reduzierung des Fleisch-und Milchkonsums oder besser noch durch Umstellung auf eine vegetarische beziehungsweise vegane Ernährung.

Die Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch hat den Treibhaus-Effekt beziehungsweise den CO2-Ausstoss der verschiedenen Ernährungsweisen ermittelt:

Er liegt bei der veganen Ernährung (ohne Fleisch, Fisch, Ei, Milchprodukten) bei 75 kg CO2,

bei der vegetarischen Ernährung (ohne Fleisch und Fisch) bei 289 kg CO2,

bei der Ernährungsweise ''Alles-Esser'' bei 566 kg CO2.

 

Quellen:

Dahlke: Peace Food.Gräfe und Unzer 2012

VEBU

Vegane Gesellschaft Deutschland

Rettet den Regenwald

Weltagrarbericht

 

 

Es wäre so einfach..
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