Wer wird bei der Präsidentschaftswahl gewählt?

Bei der Präsidentschaftswahl werden der Präsident und der Vizepräsident gewählt. Die Kandidaten treten als Kandidatenteam an, in der Vergangenheit zum Beispiel Bill Clinton und Al Gore, George W. Bush und Dick Cheney oder Barack Obama und Joe Biden.

Der Präsident ist das höchste Organ der Exekutive, der ausführenden Staatsgewalt, auf Bundesebene. Außerdem ist er das Staatsoberhaupt der USA und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Sein Amtssitz ist das Weiße Haus in Washington, D.C.

Wer wählt den Präsidenten?

Der Präsident der USA wird alle vier Jahre gewählt, jedoch nicht direkt vom Volk. Stattdessen wählt das Volk in den 50 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.) Wahlmänner. Diese Wahlmänner bilden jeweils für ihren Bundesstaat ein sogenanntes Wahlmännerkollegium, das ihrerseits ein Kandidatenteam aus Präsident und Vizepräsident wählt. Derzeit gibt es Insgesamt 51 Wahlmännerkollegien.

Übrigens: Auch in Deutschland wird der Bundeskanzler nicht direkt vom Volk, sondern von den Abgeordneten des Bundestages gewählt. Aber anders als in Deutschland kann der Präsident der USA nur einmal wiedergewählt werden. Er darf also höchstens für acht Jahre regieren.

Wie wird der Präsident gewählt?

Aktuell haben die 51 Wahlkollegien zusammen 538 Wahlmänner. Präsident wird der Kandidat, der die absolute Mehrheit der Stimmen aller Wahlmänner auf sich vereinen kann. Dies sind 270 von 538 Stimmen. In fast allen Bundesstaaten wählen die Wahlmännerkollegien nach dem Mehrheitswahlrecht. Jeder Wahlmann hat eine Stimme. Jeder Wahlmann fühlt sich für gewöhnlich einem Präsidentschaftskandidaten verpflichtet und tritt für ihn zur Wahl an. Letztlich ist er aber frei in der Wahl des Kandidaten und nicht an den Wählerwillen gebunden. So kam es 1976 dazu, dass ein Wahlmann in Washington für Ronald Reagan stimmte, obwohl er im Wahlkampf für Gerald Ford angetreten war.

Gewinnt ein Präsidentschaftskandidat in einem Bundesstaat die einfache Mehrheit der Stimmen, bekommt er auch die Stimmen der übrigen Wahlmänner, die zuvor einen anderen Kandidaten gewählt hatten. Das bedeutet: The winner takes all.

Wie viele Wahlmänner hat ein Bundesstaat?

Die Wahlmännerkollegien der einzelnen Bundesstaaten sind - je nach Bevölkerungszahl - unterschiedlich groß. Ein Bundesstaat hat so viele Wahlmänner wie er Senatoren und Repräsentanten in den Kongress entsandt hat. Alaska hat nach aktuellem Stand drei Wahlmänner (zwei Senatoren und einen Repräsentanten), Kalifornien dagegen 55 (zwei Senatoren und 53 Repräsentanten). Eine Ausnahme ist der District of Columbia (D.C.). Er ist kein Bundesstaat und damit nicht im Kongress vertreten, hat aber trotzdem drei Wahlmänner.

Bei der Präsidentschaftswahl gibt es daher wichtige und weniger wichtige Staaten. Wer die Wahlen in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten mit vielen Wahlmännerstimmen wie Kalifornien, Texas oder New York gewinnt, ist dem Sieg bereits ein großes Stück näher gekommen. Wer dagegen in Delaware, Montana oder South Dakota siegt, hat noch nicht viel gewonnen.

Was sind "Swing States"?

Als "Swing States" werden Bundesstaaten bezeichnet, in denen traditionell weder Demokraten noch Republikaner fest mit einer Mehrheit rechnen können. Diese Bundesstaaten sind besonders umkämpft, da hier die Präsidentschaftswahl häufig entschieden wird.

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