Rauchzeichen (Bild: Bernd Teuber)

Rauch wurde durch grünes Laub und Gras erzeugt

Die Indianer waren sogar in der Lage, es rauchlos zu halten, wenn sie vermeiden wollten, dass es sie verriet. Als Nachrichtenträger nutzten sie jedoch den Rauch. Dazu entfachten sie auf einer weithin sichtbaren Höhe ein Feuer. Brannte es rauchlos, so brauchte man nur eine Handvoll frisches Gras oder grünes Laub hineinzuwerfen und sofort stieg eine Rauchfahne empor. Diese Rauchfahne ließ sich leicht unterbrechen und in einzelne Rauchwolken aufteilen. Dazu wurde das Feuer kurz mit einer feuchten Decke zugedeckt und dann wieder freigegeben. Das ging am einfachsten, wenn zwei Krieger gemeinsam die feuchte Decke hoben und wieder senkten.

Aus der Zahl der so entstandenen Wolken konnte man die Nachricht ganz leicht ablesen. Eine Wolke bedeutete in der Regel "Achtung", zwei Wolken meldeten: "Alles in Ordnung" und drei Wolken warnten vor einer Gefahr. Von Fall zu Fall wurden aber auch Meldungen abgesprochen. Einen allgemeingültigen Code gab es schon deshalb nicht, damit ein feindlicher Indianerstamm die Meldung nicht mitlesen konnte. 

Unauffällige Zeichen am Wegesrand

Die Indianer kannten aber auch noch eine andere Form der Nachrichtenübermittlung, die vor allem als Wegweiser diente. Als Jäger bewegten sich die amerikanischen Ureinwohner der Prärie innerhalb grob umrissener Stammesgebiete. Sie mussten den alljährlichen Wanderungen ihrer Beutetiere folgen, im Mittelwesten dem Bison, in Kanada dem Elch und im Norden des Kontinents den Riesenherden der Karibus. Natürlich kannte sich jeder Stamm in dem Gebiet aus, das er als Jagdgründe in Anspruch nahm.

Aber häufig war die Beute nur schwer aufzuspüren. Vor jedem Wechsel der Jagdgründe schwärmten die Kundschafter aus. Sie mussten nachsehen, welche und wie stark Trinkwasserquellen sprudelten, hatten die Tiefe von Flüssen auszuloten, und gaben Hinweise auf bessere Wege, wenn die gewohnten durch Hindernisse unpassierbar waren. Da, wo es notwendig war, hinterließen sie unauffällige Wegzeichen.

Ein kleiner Stein, der sich auf einem großen befand, bedeutete Richtungsänderung. Wohin, zeigte ein zweiter kleiner Stein an, der in der neu einzuschlagenden Richtung an den großen anschloss. Hatte der später eintreffende Stamm das Zeichen erkannt und befolgt, so wurde es wieder spurlos beseitigt.

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