Bevor die Wickel angelegt werden, schützt man die Matratze mit einem darüber gelegten Badetuch. Unter dem Badetuch kann als Nässeschutz eine wasserdichte Matratzenauflage oder Plastikfolie gelegt werden. Dem Patienten werden Wollsocken angezogen.

Das Anlegen des Wickels

Für den inneren Wickel, der Träger der Wirksubstanz ist, verwendet man zwei Tücher aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen, eventuell auch Seide oder Wolle. Baumwolle leitet Wärme schnell ab und Wolle kann bis zu 30% ihres Eigengewichts an Wasserdampf aufnehmen. Die beiden Tücher faltet man wadenbreit und tränkt sie in einer Schüssel mit Wasser oder Pfefferminztee, dessen Temperatur jedoch auf keinen Fall niedriger ist, als maximal 10° Celsius unter der Temperatur des fiebernden Patienten. Die Tücher auswringen und faltenfrei um die Waden des Patienten wickeln.

Das Ganze wird nur locker mit einem Badetuch abgedeckt. Wenn der Patient es wünscht, den oberen Körperteil mit einer leichten Decke zudecken. Der Wechsel der Wickel erfolgt nach ca. 3 bis 10 Minuten und wird 3 bis 4 Mal wiederholt. Dazu die Tücher unter dem Wasserhahn auswaschen, erneut in der Schüssel tränken und die Waden wieder faltenfrei umwickeln. Die Wickeltücher dürfen nicht mit Decken oder Plastik umhüllt werden!

 

Es ist ein gutes Zeichen, wenn der fiebernde Patient zwischendurch einschläft. Dann bricht man die Anwendung ab und deckt ihn nur leicht zu. Frühestens nach 30 Minuten wird eine Temperaturkontrolle durchgeführt.

Pfefferminze

Wickel mit Pfefferminztee wirken erfrischend und verströmen durch die enthaltenen ätherischen Öle einen angenehmen Geruch. Außerdem wirken sie desinfizierend. Man kann die frischen, selbst gepflückten Blätter verwenden, dann enthält er noch die meisten Wirkstoffe. Oder man nimmt getrocknete Blätter, die jedoch nach Möglichkeit erst vor der Zubereitung des Tees zerkleinert werden. Je länger zerkleinerte Blätter aufbewahrt werden, umso weniger Wirkstoffe sind noch enthalten.

Für wen sind Wickel nicht geeignet?

Wickel sind nicht für alte Menschen, Säuglinge und Kleinkinder geeignet. Bei Sensibilitäts-störungen, Lähmungen, Bewusstlosigkeit, Gefäßschädigungen, Wärmemangel und Verwirrtheits-zuständen dürfen keine intensiv-kalten Wickel und bei akuten entzündlichen Prozessen, Gefäßschädigungen, Blutungsneigung oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen keine intensiv-heißen Wickel durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen kann.

Quelle:

Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde, Grundlagen, Anwendung, Therapie, Ursel Bühring, Sonntag Verlag Stuttgart, ISBN 978-3-8304-9163-7

http://ajerrar.de

http://pagewizz.com/die-richtige-anwendung-von-wadenwickeln-bei-fieber/

Ajerrar, am 30.07.2013
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