Aus gutem Hause?

Das (alte) BlueByte LogoFrüher in Bochum, heute in Düsseldorf, beheimatet und seit Urzeiten der Computerspiele -auch noch auf Amiga und Super-NES- erfolgreich dabei, hat Hersteller BlueByte einen guten Ruf in Deutschland. Neben der ultra-erfolgreichen "Die Siedler" Serie mit inzwischen 7 Ausgaben und über 3.000.000 verkauften Kopien (Raubkopien nur zu erahnen;) stehen u.a. Titel wie "Battle Isle" oder "Schleichfahrt" in der Erfolgsgeschichte von BlueByte.

 

Schon 2001 wurde Blue Byte vom Giganten Ubisoft übernommen, der vor allem breite internationale Marketingkompetenz brachte. So gibt es auch "Die Siedler Online" nicht etwa nur für den deutschen Markt sondern auch etwa in Brasilien, USA oder China.

 

Kritiker meinen allerdings, dass dieser geschäftstüchtige Mutterkonzern zu "unterbezahlten und damit unmotivierten" Mitarbeitern und eher kundenunfreundlichen Produkten führt. Aber das können natürlich auch die Internetüblichen Nörgler sein...

Natürlich ist die Ingame-Grafik deutlich simpler...

Der Einstieg

in "DSO", wie der Schreibfaule DieSiedlerOnline abkürzt, ist so einfach wie bei den meisten onderen Browsergames: Einen Benutzernamen, dazu einen Avatar / Benutzerbild, auswählen, einige Häkchen setzen und schon kann's los gehen.

 Der Anmeldeschirn von DSOZwei Teufelchen im Detail:

  • Erstens muss man einen Server (eine "Welt") wählen - in Deutschland gibt es davon immerhin 14! Wichtig, wenn man mit anderen zusammen spielen will: Spieler auf anderen Welten sind sozusagen aus der Welt, ein Zusammenspiel ist nicht möglich! Zu weiteren Aspekten der Weltenwahl schreibe ich (hoffentlich;) irgendwann mal eine eigene Seite!
  • Zweitens muss man den AGB und Datenschutzrichtlinien zustimmen. Natürlich muss man das bei anderen Anbietern genau so und natürlich schreiben andere genau so rein "Du darfst nix, wir alles!" ... trotzdem sind diese Texte einen ausführlichen Blick wert. Und wer wirklich nicht will, dass seine Daten "wild" weiterverwendet werden, sollte sich eine Registrierung doppelt überlegen!

Aber dann - nach Bestätigung der Email- geht's los und der (die!) Neue macht die ersten Schritte. Unter Anweisung werden zunächst einige Gebäude gebaut, dann die Endecker und Geologen losgeschickt und schließlich die ersten Militärschläge geführt.

Und was kostet es wirklich?

Im Gegensatz zu vielen anderen Browsergames kann man DSO wirklich bis zum Ende spielen ohne einen Euro zu bezahlen. Sicher ein Grund für den dauerhaften Erfolg!

Während bei anderen "kostenlosen" Spielen die Ingame-Währung (bei DSO: Diamanten)

  1. nur gegen Bares erhältlich ist und
  2. schon ab mittleren Gegenständen das
  3. einzige Zahlungsmittel ist,

gibt es bei DSO einige Diamanten schon für tägliches Einloggen und zu besonderen Gelegenheiten. Und alle wichtigen Dinge können auch für "erspiel-Bares" erworben werden! Natürlich gilt auch hier "Mehr ist Mehr" und dann und wann 20 €uro können den Fortschritt doch beschleunigen. Dann wieder nicht so sehr, dass Umsonst-Spieler frustriert werden und aussteigen...

Natürlich: ein Balanceakt!

Aber: Für meinen Geschmack gut gelöst!

Nebenbei: Für 100 €uro gibt's deutlich bessere Spiele!

Sonderangebote nutzen

Neben diversen Starterpaketen (die deutlich mehr enthalten als man für das gleiche Geld kaufen könnte) gibt es auch immer wieder mal die Möglichkeit "50% oder 100% mehr Diamanten für's gleiche Geld" zu kaufen!

 

 

 

Mißverständlich oder...?

Ein Teil des Spiels besteht aus "Vorkommen suchen und Mine drauf bauen" (.s Inhalte). Ein Tip des Tages rät "Füllt eure Minen wieder auf, bevor sie erschöft sind und verfallen!", was eine Freundin dazu veranlasst zu glauben, ein Mineneinsturz sei eine Katastrophe. Deshalb kauft sie regelmässig Auffüller für Diamanten und Diamanten für €uros, inzwischen sicher gut 3-stellig:-} Das ist

  1. gut für den Anbieter und
  2. gut für die anderen Spieler (garantiert Weiterbetrieb und -entwicklung) aber
  3. nicht wirklich nötig!

Schließlich ist es Ihre Schuld, nicht auf den pfiffigen Freund zu hören... ;))

Darüber hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten, sehr viele Diamanten/Euros sehr nutzlos aus zu geben: Deko für umgerechnet € 5,- die man kaum sieht - und später eh' geschenkt bekommt und noch später nicht nutzen kann, weil der knappe Platz auf "der Heimatinsel" für Produktion gebraucht wird. Die wirklich nützliche "Unerschöpfliche Kupfermine" kostet Diamanten im schlanken Gegenwert von 200 T€uros =:-O, zu Sonderangebotszeiten latürnich entsprechend weniger.

Allgemein würde ich sagen: Das Spiel ist so angelegt, daß die, die viel zahlen wollen, das auch können. Aber: Niemand wird gezwungen!

 

 

 

Spielinhalt und "Das Drumrum"

Spielinhalt

Das beste vorweg: DSO läßt sich mit wenig Aufwand spielen! Wer nur einaml am Tag für eine halbe Stunde reinschaut, wird zwar langsamer vrorankommen, als ein Spielsüchtiger. Trotzdem kommt man voran, wird nicht irgendwann von der Karte gefegt. Im Detail:

  • Böse formuliert: Es geht darum, stundenlang nutzlos in der Landschaft rum zu klicken!
  • Positiv: Damit auch Leute, die mit Aufbau und Ressourcenplanung u.ä. eher auf Kriegsfuß stehen, Freude an diesem Spiel haben, wurden viele Inhalte aus den diversen "Die Siedler" -Ausgaben nicht übernommen.

Eine faire, auführliche Beschreibung sprengt den Umfang dieses Artikels - vielleicht schreib' ich irgendwann einen extra darüber. Hier einige Gedanken in Stichwortform:

In einer ersten Phase kontrolliert man ein kleines Gebiet, ein Sektor der "Heimatinsel". es geht darum, eine Grundproduktion aufzubauen. Mit den Produkten werden dann erste Kampfeinheiten gebaut, damit weitere Teile der Heimatinsel befreit und dort weitere Produktion aufgebaut.

Abenteuer

Sind die 9 Sektoren der Heimatinsel nach mehreren Wochen oder Monaten erobert, werden "Abenteuer" gespielt: "Die Bösen" müssen von fremden Inseln vertrieben werden. Dafür gibt es Belohnungen - Waffen, Deko, Baumaterial.

Das ist mit Verlusten an Truppen verbunden, so daß es einerseits darum geht, auf der Heimatinsel möglichst schnell möglichst viele Truppen nach zu bauen, andererseits möglichst wenige zu verlieren.

So ein Abenteuer dauert von unter einer Stunde bis maximal 12 Tage und wird allein oder von maximal 4 Spielern bewältigt.

Die Produktion zu Hause besteht darin regelmässig - am besten mehrmals täglich - Getreidefelder und Brunnen neu zu bauen, sowie Metallvorkommen zu finden -an immer denselben Stellen;-/ - und dort -für Ressourcen- neue Minen zu bauen.

Levelaufstiege

Mit einer gewissen Zahl an Erfahrungspukten steigt man jeweils einen Level auf, wodruch neue Gebäude oder Einheiten frei geschaltet werden. Insgesamt gibt es 50 Level, wobei das Erreichen von Level 50 selbst für emsige Spieler leicht über 2 Jahre (!) dauert.

Irgendwann zwischen den Leveln 32 bis 40 kommt nur noch wenig Neues und eine Mehrheit der Spieler hört auf. So gibt es insgesamt nur 9 Kampfeinheiten (die neunte ab Level 48, also etwa 1 1/2 Jahren Spielzeit), die weder durch Erfahrung noch Ausrüstung irgendwie veräderbar sind.

High End Content

also Inhalte für Spieler mit viel Erfahrung und starker Wirtschaft, hat man irgendwann hinzu gefügt. So richtig neue Inhalte sind das für mich aber nicht - der Verlgleich von altem Wein in neuen Schläuchen liegt nahe.

Im internen Forum fordern Spieler immer wieder PvP Möglichkeiten und die werden sogar versprochen. Allein: Getan hat sich noch nichts.

Handel

Das ist eine Interessante Sache: Über die interne Plattform kann man überflüssige gegen fehlende Gegenstände handeln, wobei der Preis frei setzbar ist - entweder jemand nimmt an oder nicht. Dadurch fluktuieren Preise in erstaunlicheem Ausmaß und manche Spieler machen allein durch den Handel Gewinne, die andere neidisch machen!

Sonstiges

Es gibt weitere Inhalte, so etwa ein Quest-, ein Erfolgs- und ein Forschungssystem. Je nach eigener Einstellung bieten die tatsächlich zusätzliche Herausforderungen und Spielspass oder sind einfach nur ein Weg, Ressourcen aus dem Spiel zu ziehen, damit Spieler/in noch einige hundert Male mehr Minen baut...

Ähnliches gilt für die Events, die regelmäßig eingebaut werden, etwa zu Weihnachten, Ostern, Halloween oder auch besonderen Momenten, Fussball- WM oder atztekischer Weltuntergang. Einerseits sind diese oft liebevoll und athmosphärisch gelungen gestaltet. Aber wenn man hunderte Male mit einer Lupe über die Insel gehen soll, um irgendwelche "versteckten Gegenstände" zu finden ... und das in einem "Aufbau- und Strategie- Spiel" ...

Weiterentwicklung

Ja, die gibt es. Macht es allerdings für Neueinsteiger immer ein wenig verwirrender. Auch das ist eine Detailfrage. Ich halte es für ganz gut gelöst.

Community

gibt es in 3 Stufen:

  • Zunächst die engeren Freunde (auch Gilde) mit denen man zusammen spielt. Wer dazu gehört, entscheidet jeder selbst.
  • Dann der allgemeine Chat auf dem Server. Das ist überall unterschiedlich (allein 14 deutsche Welten), aber niemand muss mitmachen.
  • Schließlich das Forum. Nur für Angemeldete (so sehen Außenstehende die oft heftige, häufig überzogene Kritik nicht), aber mit mehreren Moderatoren und im allgemeinen hilfreich und freundlich.

Ich habe so viele sympathische Bekanntschaften gemacht, dass ich nicht die Zeit habe, mit jedem so viel zu plaudern, wie er das eigentlich verdient.

Support

Gibt es.

  1. ein gutes Zeichen bei 'nem umsonst-Spiel.
  2. hab' ich ihn nie gebraucht. Auch gutes Zeichen.
  3. behaupten viele in den Foren, dass es nur nutzlose Standardantworten gibt. Das wäre unschön.

Fazit

Der Vergleichsmaßstab sind nicht "richtige" Computerspiele, insbesondere nicht "Die Siedler", in welcher Version auch immer. Die Einschränkungen durch die Flash-Graphik, die Konzentration auf Gelegenheitsspieler ( und Spielerinnen! Der Frauenanteil ist erstaunlich hoch), das "prinzipiell kostenlos" Konzept und einiges andere erfordern halt Kompromisse.

Verglichen mit anderen Browsergames steht Die Siedler Online jedoch gut bis bestens da und bietet gerade für Gelegenheitsspielerinnen einen interessanten Zeitvertreib mit mehr mehr als weniger netten Leuten. Und vielleicht einen Appetithappen auf anspruchsvollere Spiele.

Tipp: Einfach mal reinschauen, kostenlos. Kontakte knüpfen, helfen lassen, das Spiel grob verstehen. Wenn's keinen Spass macht: aufhören! ...und vielleicht in 'nem jahr nochmal reinschauen, es geht nichts verloren!

Wenn's gefällt: Einfach mal für die 10-30,- €, die ein anderes einfaches Spiel kostet, Diamanten kaufen und durch sinnvollen Einsatz einen ordentlichen Sprung nach vorn machen.

Autor seit 2 Jahren
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