Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück

Durch Zufall oder sagen wir Glück (ich habe das Buch gewonnen) fiel mir der Roman von François Lelord in die Hände. In dem kleinen Büchlein reist der fiktive Psychiater Hector um die Welt, um die Ursachen des Glücks zu suchen. Als guter Psychiater ist er ein bisschen traurig, dass er nicht allen Patienten helfen kann. Manche von ihnen sind sehr traurig, obwohl sie eigentlich alles zu haben scheinen.

Er beobachtet die Menschen in verschiedenen Ländern der Welt. Sie haben unterschiedliche Lebensperspektiven und Ziele. Er stellt ihnen Fragen zum Glück. So besucht er einen Mönch in einem Kloster, trifft auf ehemalige Freunde, der eine hat Karriere gemacht, der andere arbeitet für eine Hilfsorganisation. Er trifft Menschen in schwierigen sozialen Verhältnissen, Prostituierte, Drogendealer und Professoren. In seinem Notizbuch schreibt er sich seine Erkenntnisse auf und formuliert seine eigene Liste vom Glück mit 23 Antworten.

Das Buch aus dem Jahre 2002 war lange auf den Bestsellerlisten und wurde im Jahr 2013 verfilmt. Drehorte waren Kanada, London, China und Südafrika. Die Hauptrolle spielt der britische Comedian Simon Pegg, der in England mit den Filmen "Shaun of the dead", "Hot fuzz" und "The world's end" zum Kultkomiker avancierte. Weitere Rollen besetzen Veronica Ferres, Toni Collette (About a Boy), Ian Skarsgard, Rosamund Pike und Jean Reno.

Der Film hat eine Länge von 120 Minuten und ist frei ab 12 Jahren. Lassen Sie sich ihn nicht entgehen. Wenn das Buch schon so humorvoll war, wie muss erst der Film sein:

Kinostart bei uns ist der 14.08.2014.

Hectors Reise im Kino:

Der französische Autor François Lelord, 1953 in Paris geboren, war selbst Psychiater und stellte sich diese Fragen. Er gab für einige Jahre seinen Beruf auf, reiste u.A. durch Asien und widmete sich dem Schreiben. Das Büchlein ist amüsant und leicht zu lesen. Es regt zum Nachdenken an, ohne mit dem bösen Zeigefinger zu winken. Ich habe es mit Freude gelesen.

Einige seiner Antworten sind z.B.

  • Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.
  • Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt.
  • Glück ist, wenn es der Familie an nichts mangelt.
  • Glück ist, wenn man eine Beschäftigung hat, die man liebt.
  • Glück ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist.

Die Vorstellung vom Glück

Glück bedeutet für jeden etwas Anderes. Den großen Lottogewinn oder das ganz große Glück erleben die wenigsten von uns. Solange Glück zu haben als Fernziel gesehen wird, bleibt es etwas nicht Greifbares. Glück ist aber auch mehr als die reine Abwesenheit von Unglück. Wenn man dauerhaft glücklich sein möchte, müssen die Grundbedürfnisse wie ein gutes Leben, ein gesichertes Einkommen sowie Gesundheit gestillt sein. Wir sind meist zufriedener, wenn wir über unser Leben selbst bestimmen können und nicht fremdgelenkt sind. Auf Schicksalsschläge haben wir keinen Einfluss und so ist unser Leben ein Wechsel von Höhen und Tiefen. Glück ist von flüchtiger Natur, sagt man. Wenn man es erzwingen will, läuft es weg. Wir können uns aber die kleinen glücklichen Ereignisse bewusster machen.

Kurze Glücksmomente können ein leckeres Essen mit der Familie oder Freunden, ein Spaziergang in der Natur oder ein schönes Buch sein. Erlebt man viele solcher Glücksmomente und überwiegen diese den negativen Gefühlen, empfindet man eine Zufriedenheit mit dem Leben.

Ich habe mir Gedanken gemacht und einige Punkte für meine persönliche Liste sind:

  • Glück ist kreativ zu sein und mit den eigenen Händen etwas zu schaffen.
  • Glück bedeutet in Gedanken versunken am Fluss zu sitzen.
  • Glück ist, wenn man sich nicht verstellen muss und so geliebt wird, wie man ist.
  • Glück ist es, Freunde zu haben, die auch in schwierigen Situationen zuhören und uns zur Seite stehen.
  • Schreiben macht mich glücklich.

Es sind oft die vielen kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Solange wir nur ein großes Glück in der Ferne erhoffen, übersehen wir die naheliegenden Momente, die uns erfreuen.

Glücksforscher

Neben Hector haben sich in den USA einige Glücksforscher tatsächlich an die Aufgabe begeben, das Streben nach dem Glück zu untersuchen. Es hat sich herauskristallisiert, dass nicht etwa Geld, Intelligenz und Attraktivität die Hauptgründe für ein Glückserlebnis sind. Vielmehr sind es gute Beziehungen zu uns nahestehenden Menschen wie Partner, Familie, Kinder und Freunden, eine gesicherte Arbeit, die uns weitgehend erfüllt sowie das ausgleichende Erleben in der Freizeit. Ebenso empfinden Optimisten häufiger Glück als pessimistische Menschen.

7 Milliarden Andere - wie sieht das Leben in der Welt aus?

Im Jahr 2003 hat wurde das Projekt 7 Milliarden Andere geboren, bei dem Menschen in 84 Ländern zu ihren Ängsten, Träumen, ihrem Schicksal, den Hoffnungen sowie dem Sinn des Lebens befragt wurden. Der Journalist und Fotograf Yann Arthus-Bertrand, bekannt aus dem Buch "Die Erde von oben", startete das Unternehmen, bei dem 20 Kamerateams unterwegs waren. Das Ergebnis wurde als Buch und DVD veröffentlicht. In den großen Fragen des Lebens unterscheiden wir uns nicht wirklich. Wir alle wollen uns und unsere Familie glücklich sehen.

Wir müssen lernen, einander zuzuhören und versuchen die Sichtweise Anderer zu verstehen.

Die interessante Videoausstellung ist vom 14. März bis 21. September 2014 im Senckenberg Museum, Frankfurt zu sehen.

Happiness

Den meisten von uns zaubert der Song und noch mehr der Videoclip von Pharrell Williams ein Lächeln ins Gesicht. Das Video hat viele Nachahmer angeregt, wie Schul- und Kindergartenkinder und auch Erwachsene, die ihrerseits einen Kurzfilm gedreht und auf youtube hochgeladen haben. Städte wie Hamburg, Bremen, London oder München treten hier in Konkurrenz. Ja - auch tanzen macht glücklich:

Was würde auf Ihrer Liste vom Glück stehen?

Reisefieber, am 23.04.2014
2 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Autor seit 3 Jahren
164 Seiten
Laden ...
Fehler!