Von geheimnisvollen Höhlen, verborgenen Schätzen und entflohenen Ganoven!

Wer kennt sie nicht? Tim, Karl, Klößchen und Gaby aus der Millionenstadt oder auch Justus, Peter und Bob aus Rocky Beach? Die Protagonisten der beliebtesten Jugendbuchserien von Stefan Wolf und Alfred Hitchcock haben sich über Jahrzehnte hinweg in die Herzen tausender Fans und Anhänger eingeschlichen. Sie haben uns teilhaben lassen an ihren spannenden Abenteuern und rätselhaften Fällen, gaben uns in so vielen Momenten das Gefühl für einen Augenblick einer anderen Welt beizutreten und vermittelten uns ganz nebenbei Werte wie Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Verantwortungsgefühl. Sie brachten uns zum Schmunzeln, zum Nachdenken und manchmal auch zum Weinen, waren aber gleichzeitig auch ein wichtiger Pfeiler unseres sozialen Lebens. Man konnte über ihre Abenteuer reden und diskutieren, die Hörspiele und Bücher untereinander tauschen und während der Sommerferien sogar ab und an eine der spannenden Geschichten nachspielen und sie damit ein Stück weit selbst erleben. Gerne erinnert man sich an diese Zeit, wünscht sich sogar heute noch hin und wieder die unbeschwerten Tage der Kindheit zurück und schwelgt in alten Erinnerungen. Immerhin gehören beispielsweise die Hörspiele der "Drei Fragezeichen" bis heute noch immer zu den meistverkauften Hörspielserien Deutschlands. Nicht zuletzt trägt hier ein Phänomen dazu bei, welches klar belegt, dass besagte Hörspielserien nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern immer öfter auch wieder von Erwachsenen ab dem dreißigsten Lebensjahr gehört werden. Psychologen begründen diese Tatsache damit, dass speziell vom Alltag gestresste Erwachsene sich durch das Hören der Serien aus Kindertagen unterbewusst in eine unbeschwerte Welt zurückziehen möchten. Liegt ja eigentlich auf der Hand: Wer hatte im zarten Alter zwischen 9 und 12 Jahren schon schwerwiegende Probleme mit denen er diese Epoche seines Lebens verbinden würde? Fast niemand. Wir können also daraus schließen, dass es vermutlich sogar gesund sein könnte, sich ab und zu in die Welt der geheimnisvollen Abenteuer aus Kindertagen zurückzuziehen.

Was aber werden unsere eigenen Kinder später einmal tun können, um ein vergleichbares Entspannungsgefühl zu erlangen? Werden sie sich mit einer alten Playstation oder einer XBox in einem dunklen Kämmerchen einschließen, um dann in aller Ruhe imaginäre Gegner zu erschießen oder außerirdische Aliens zu jagen? Werden ihnen Flachbildschirme, Spielekonsolen und Handygames tatsächlich das gleiche geborgene Gefühl vermitteln können, welches wir heute durch alte Bücher und Hörspiele erlangen? Können es Pokemon, Power Rangers und Hero Turtles tatsächlich mit Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Michel aus Lönnerberga aufnehmen? Es bleibt uns leider nichts, als abzuwarten. Allerdings wäre es wünschenswert unsere alten Kinder- und Jugendhelden nicht einfach so sterben zu lassen, denn eines ist doch ganz gewiss: In jedem Haus und jeder Wohnung befindet sich ganz bestimmt ein Schrank, eine Schublade oder irgendein anderes Eckchen in dem wahre Abenteurer und Ganovenjäger einen gemütlichen Platz zum Überleben finden. Wer weiß, wann der nächste Stromausfall den Power Rangers und Pokemons dieser Welt ein Schnippchen schlägt? 

GeHo, am 01.04.2011
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Autor seit 5 Jahren
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