In Laubegast steigt die Elbe aus dem Bett - 2011 - Hochwasser

Seit Tagen kreisen die Hubschrauber über Dresden, Sirenen heulen und die Kamerateams des mdr-Fernsehens sind überall dort, wo die Elbe weit aus ihrem Flussbett gestiegen ist und gierig nach den ersten Häusern greift.

 

In Laubegast steigt die Elbe aus dem BettUnter den Einwohnern von Laubegast - ein beschaulicher Ort in Dresden - macht sich Panik breit. Vor allem, bei jenen, die unmittelbar die Elbe vor der Haustür haben und die Jahrhundertflut im Jahre 2002 noch sehr gut in Erinnerung.

Damals wurde Laubegast zur Insel - vollkommen abgeschnitten - vom Elbe-Hochwasser umzingelt.

 

Für die alteingesessenen Einwohner ist der derzeitige Pegelstand der Elbe in Laubegast allerdings keine große Überraschung und ebenso wenig ein Grund zur Panik. Sicherlich möchte keiner nasse Füße in der eigenen Wohnung bekommen und schon gar nicht Hab und Gut verlieren, wie dies während der Flut im Sommer 2002 der Fall war.

 

Dennoch ist das Hochwasser der Elbe in Laubegast keine Seltenheit, wenngleich dieses nun um ein paar Meter höher steht. Laubegast gehört nun einmal zum Überschwemmungsgebiet in Dresden. Doch selbst das Jahrhunderthochwasser im Sommer 2002 hinderte fleißige Bauherren nicht daran, das Hochwassergebiet Laubegast weiter zu bebauen.

Gegen eine "Mauer" - die entlang des Laubegaster Ufers in die Höhe gezogen werden soll - wehren sich die Einwohner des einst so idyllischen "Dörfchens" Laubegast vehement.

 

Das laue und sonnige Januarwetter zieht seit Freitag zahlreiche Menschen nach Laubegast - wie dies sonst stets nur beim "Inselfest" in Laubegast der Fall ist, welches seit der Jahrhundertflut 2002 alljährlich am Laubegaster Ufer stattfindet.

Die Elbe hat sich tatsächlich schon weit aus ihrem ursprünglichen Bett herausgewagt. Auch der sonst so träge dahinfließende, flache Lockwitzbach ist vom Wasser der Elbe in Besitz genommen wurden.

 

Der Radweg nach Pillnitz ist seit zwei Tagen gesperrt. Steigt die Elbe weiter an - wie erwartet und prognostiziert wird - werden sowohl der Lockwitzbach in Laubegast als auch der Flutgraben in Tolkewitz den Verkehr in zum Erliegen bringen. Der einzige "Fluchtweg" aus Laubegast heraus führt dann nur noch über die Leubener Straße.

 

Ich war mit meiner Kamera "vor Ort" am Laubegaster Ufer, um ein paar Fotos zu schießen. Ich bitte allerdings darum, die schlechte Qualität der Hochwasser-Fotos von Laubegast zu entschuldigen, mein Fotohandy gibt leider nicht mehr her. 

Hochwasser in Dresden - Laubegast 2011

Radweg Richtung Pillnitz

Wenn die Pegel steigen - Die Flut , Sandsäcke und Hochwasserschutz
Hochwasser-Handbuch: Auswirkungen und Schutz

Die Flut 2002 - Gedicht - Stille nach der Flut - Kerstin Schuster

 

Stille nach der Flut


Sanft plätschert das Wasser der Elbe an den Uferrand,
nur die Raben stören mit ihrem Geschrei.
Die Flut des Flusses, längst schon ist sie vorbei.
Friedlich, still und sanft liegt das gezähmte Gewässer in seinem Bett.
Spielende Kinder am Ufer, so reizend und nett.
Der Himmel ist blau, nur weiße Wolken spielen Verstecken,
wollen sich necken.
Verworren, bizarr, wunderschön sind die weißen Wölkchen anzusehen.
Es ist Sommer, der nicht wirklich einer ist,
denn die Sonne wird im Tal von Laubgast sehr oft noch vermisst.

Mit der Flut scheint sie verschwunden zu sein.
Fiel sie etwa in die tobende Elbe hinein?
Sie schreien die Raben, immer lauter wird ihr Gekreische.
Liegt sie begraben im Fluss, als goldene Leiche?
Die Sonne, die sonst immer schien, die am blauen Himmel stand.
Hat sie jemand gesehen? Wer hält sie in der Hand?
Der reißende Fluss, die Elbe, bleibt still.
Es schweigen nur die Raben nicht, sie stören das Idyll.
Ansonsten ist es diese unheimliche Stille nach der großen Jahrhundertflut,
welche den Menschen hier so gut tut.
Aber auch die Stille zerbricht, wenn man vergisst,
wie der Sommer im Jahre 2002 gewesen ist.

"Land unter" hieß es nicht nur im grünen Laubegast,
denn ganz Dresden verschwand unter der Wasserlast.
Erst nach und nach ist dieser Schrecken verblasst,
nur die Angst ist geblieben, dass die Elbe wieder steigt
und so uns allen ihre Macht aufzeigt.

Der Fluss hat sich gewehrt, er hat aufbegehrt,
demonstriert auf seine Weise
gegen das sinnlose Bebauen der einst grünenden Elbauen.
Keine noch so hohe Mauer, die man will errichten,
wird je den Zorn der Elbe schlichten.
Denkt man mit gesundem Verstand,
ist schnell des Gewässers Wut gebannt.
Die Umwelt rächt sich, erst ganz sanft und leise, dann mit voller Wucht.

Es ist kein Fluch. Es ist die natürlichste Sache der Welt,
denn alles beginnt sich zu wehren, wenn man es quält.
Es ist die Menschlichkeit, die jetzt noch zählt,
der gesunde Verstand.
Wasser dringt durch jede Wand, egal wie dicht diese angeblich ist,
Die Natur wehrt sich, zeigt so ihr wahres Gesicht.
Sie ist das Gericht, sie ist der Ursprung der Gezeiten.
Menschen, die sie zerstören, mag sie nicht leiden.

Stoppt das Bauen in den grünen Auen!
Gebt den Wiesen, Bäumen und Pflanzen die Chance, zu blühen.

Dann wird auch wieder die Sonne glühen
und die Wut der Elbe besänftigt sein.

Bekommt ihr das in eure Köpfe hinein?

 

Autorin: Kerstin Schuster

 

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Land unter in Dresden 2013 - Elbflorenz wird überflutet

In weiten Teilen der Bundesrepublik Deutschland herrscht derzeit - Juni 2013 - Hochwasseralarm. Kleine Bäche haben sich in wilde Gewässer verwandelt. Auch in Dresden gilt wieder einmal Hochwasser-Alarmstufe 4. Der Lockwitzbach hat das Dresdner Stadtgebiet Niedersedlitz geflutet. In Laubegast steigt das sonst so seichte Bächlein weit über die Uferränder hinaus. Der Elberadweg ist bereits überflutet. Die Laubegaster bangen erneut, dass das Hochwasser nicht weiter steigt und den Ortsteil von Dresden - wie bereits 2002 - von der Außenwelt trennt. Von der "schönsten Insel" im Elbflorenz kann dann nicht mehr die Rede sein.

 

Die Flut kommt - Hochwasseralarm in Dresden 2013 - Laubegast unter Wasser
Laubegast wird erneut zur Insel

Laubegast wird erneut zur Insel (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

Hochwasserkatastrophengebiet - Laubegast bereitet sich auf die Flut 2013 vor

 

 

An die 40 Soldaten der Bundeswehr, zahlreiche Helfer aus der Bevölkerung, die Freiwillige Feuerwehr, das THW und Mitglieder des DRK waren heute, am 04.06.2013, unermüdlich im Dresdner Stadtteil Laubegast im Einsatz. Sandsäcke wurden gefüllt, mit denen sowohl Fenster und Türen abgedichtet wurden. Ebenso wurde entlang der Österreicher Straße eine Barrikade aus Sandsäcken errichtet. Hand in Hand arbeiten alle zusammen und viele hatten, trotz der zu erwartenden Flutwelle, noch eine Menge Humor.

Soldaten der Bundeswehr helfen in Laubegast

Bundeswehr im Hochwassergebiet Laubegast (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

Maßnahmen gegen die Flut

Gullis werden abgedichtet (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

Wann kommt die Flut?

 

Dass die Elbe immer weiter aus ihrem Bett steigt, ist den Laubegastern klar. Sie wissen, was sie erwartet. Nur wissen sie nicht, ob es schlimmer wird als 2002. Und dann ist da noch die Ungewissheit: WANN KOMMT DIE FLUT? Bald wird der Dresdner Stadtteil wieder zur Insel - abgeschlossen vom Rest der Stadt. Dennoch wollen die Bewohner bleiben, die lediglich mit Wasser im Keller rechnen. Sofern es dort bleibt und nicht doch höher steigt. Auf der Insel der Insel hatten sie bereits 2002 ausgeharrt, sich gegenseitig Mut gemacht, gemeinsam gelacht, sich das Essen aus den Kühlschränken geteilt, damit es nicht ganz und gar verkam.  

THW im Einsatz

THW im Einsatz (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

Wird es schlimmer als 2002?

 

Die bange Frage ist: Wird es auch 2013 so sein oder wird das Hochwasser noch mehr Schaden anrichten und weiteren Familien das gesamte Hab und Gut als auch das Dach über den Kopf nehmen? Zuversicht herrscht noch bei den alteingesessenen Laubegastern, die bereits schon zahlreiche Überschwemmungen in ihrem Stadtteil miterlebt haben. So meinen sie: "Noch höher als 2002 wird das Hochwasser 2013 in Laubegast nicht werden!" Die Hoffnung stirbt immer zuletzt.           

Hochwasser in Laubegast steigt weiter

Land unter am Laubegaster Ufer (Bild: Fotografie Kerstin Schuster)

KreativeSchreibfee, am 16.01.2011
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