Freundschaftliches Miteinander mit der muslimischen Bevölkerung

Die Mission auf der indonesischen Insel war ein halbes Jahrhundert das Zuhause von Pater Wolf. Dort fühlte er sich sehr wohl, genoss die Gemeinschaft mit seinen Mitbrüdern und den Menschen vor Ort. Zum Schluss seines missionarischen Lebens befand er sich im Seniorenheim »Girisonta«, was »Heiliger Berg« bedeutet, in der gleichnamigen Pfarrei, die eine Nachbar-Pfarrei von Ambarawa ist, in der Pater Wolf lange Jahre als Missionsleiter tätig war. Das Seniorenheim gehört zu einem Zentrum, welches aus Noviziat /Priester-Seminar, Exerzitienhaus und Zentral-Friedhof der Jesuiten besteht. Auf diesem Friedhof wurde Pater Karl Theodor Wolf am 18. Januar 2021 beigesetzt. Er möge ruhen in Frieden.

Karl Theodor Wolf fühlte sich schon in jungen Jahren zu den Jesuiten hingezogen. Er wusste bereits in der Grundschule, dass er als Missionar nach Asien gehen würde. In einem Interview sagte er, dass er sich im Sinne der heiligen Birgitta aus Schweden eine lebensfrohe und lebendige Glaubensgemeinschaft wünscht, pflegte ein freundschaftliches und respektvolles Miteinander mit den muslimischen Bewohnern nicht nur in Ambarawa, sondern auch in allen den von ihm geleiteten Pfarreien. Fundamentalismus hatte er nicht im Sinn und war ein Missionar mit großem Herzen. Seiner Aussage nach wollte er den katholischen Glauben nicht aufoktroyieren.

Eine seiner herausragenden Aktivitäten war die Förderung von Jugendlichen, ihnen Bildung und Zukunftsperspektiven zu bieten. Der Jesuitenpater hat viele der ihm Anvertrauten zu einem Beruf oder zum Studium geführt. Mehr als ein Dutzend seiner Ministranten sind selbst Priester geworden. Pater Wolf genoss große Anerkennung und war sehr beliebt.

Das Foto zeigt Pater Wolf bei seinem letzten Besuch in Laudenbach im Jahr 2018.
Foto: Ruth Weitz

In jungen Jahren schon beherzt mit angepackt
Engagiert und mittendrin bei der ...

Engagiert und mittendrin bei der javanesischen Bevölkerung (Bild: privat)

Vita des Geistlichen Karl Theodor Wolf

Am 4. Januar 1945 in Laudenbach geboren, besuchte Karl Theodor Wolf nach der Grundschule das Gymnasium in Miltenberg, wohnte aber im bischöflichen Knabenseminar "Kilianeum" als interner Schüler.

Er studierte nach dem Abitur Philosophie in München, aber Theologie an der Uni in Yogiakarta, Zentral-Java. Vor dem Studium in Indonesien war er auch noch ein Jahr in Holland, um die Grundzüge der indonesischen Sprache zu lernen. Da Indonesien über 30 Jahre holländische Kolonie war, sprachen große Teile der holländischen Bevölkerung indonesisch. In Yogiakarta wurde er mit sechs weiteren Seminaristen zum Priester geweiht. Mutter und Schwester waren bei der Priesterweihe in Indonesien anwesend. Sie fand in einer Sporthalle mit über 3.000 Menschen statt - und das in einem vom Islam geprägten Land, was mehr als beeindruckend war. Dass es schließlich Indonesien werden sollte, wo Pater Wolf mehr als 51 Jahre auf der Insel Java wirkte, ist laut eigener Aussage der besonderen Überzeugungsarbeit indonesischer Kommilitonen im Priesterseminar zu verdanken. Seine Primiz feierte Pater Wolf 1975 aber in seiner Heimat-Gemeinde Laudenbach. Danach ging er nach Indonesien zurück und hatte seinen Wirkungskreis in drei Pfarreien, bis 2005 in der Hauptstadt Jakarta. Ab Mai 2005 betreute er dann Pfarreien in den Städten Muntilan, Semarang und schließlich auch Ambarawa als seinem letzten Wirkungskreis.

Krimifreundin, am 23.01.2021
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Bildquelle:
Frank Fabian/Amazon.de (Rezension: Frank Fabian, Die geheime Geschichte von Jesus Christus)

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