Die Curry-Wurststand-Untersuchung

In einer TV-Wissenschaftssendung wurde einmal das Mikroklima eines Currywurststandes in Kassel mitten im Zentrum untersucht, bei dem man sich wunderte, warum die Leute trotz guter Qualität nicht lange an den Stehtischen blieben und überhaupt weniger Kundenverkehr zu beobachten war als bei der Konkurrenz. Das Ergebnis von Untersuchungen mit Wärmekameras und von Luftströmungen: Es gab permanenten Luftzug an dieser Stelle und die Temperaturen waren niedriger als bei den Mitbewerbern. Es war nicht angenehm, nicht gemütlich, dort einen Hotdog zu verspeisen.

Was beeinflusst eine Umgebung?

Im einzelnen spielen folgende Faktoren beim Mikroklima eine Rolle:

  • Die Temperatur der Umgebung,
  • die der Luft. Luftbewegungen mit mehr als 0,15 Metern pro Sekunde werdenals unangenehm wahrgenommen. Air Condition, die Luft auch noch in Kopfhöhe ins Zimmer bläst, kommt weit über diesen Wert. Hinzu kommt, dass die warme Luft nach oben steigt, die kalte, die schwerer ist, weil mit mehr Wasser getränkt, nach unten sinkt. Mit großem Druck muss sich so eine Luft erst durch die warme durchkämpfen, bevor sie auf den unten sitzenden Menschen trifft. Dadurch entsteht eine Mischlüftung, die man als verbrauchte Luft empfindet
  • Luftfeuchtigkeit. Es ist Allgemeinwissen, dass ein trockenes "Wüstenklima" von etwa 40 Grad Celsius besser zu ertragen ist als 28 Grad Celsius bei einer 90prozentigen Luftfeuchtigkeit. Für eine gesunde Umgebung sollte eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent herrschen.
  • Wind,
  • Pflanzenbewuchs,
  • Baumaterialien,
  • Schadstoffe,
  • Radioaktivität,
  • Elektrosmog.
  • Wärmeempfinden. Das auch vom Geschlecht abhängt: Frauen frieren schneller als Männer!
Wärme-Modell
Mikroklima und Wohlbeinden

Mikroklima und Wohlbeinden (Bild: Reinhard Hefele)

Altes Wissen - neue Technik

Der Klimawandel bringt es an den Tag: Unsere Winter werden immer regenreicher und unsere Sommer immer heißer. Die Mauren und die Altvorderen in Andalusien schufen sich schon mit einfachen Mitteln ein angenehmes kühleres Mikroklima im Sommer: Durch hohe Räume, weil die leichte warme Luft nach oben zieht. Mit Innenhöfen, deren weiße Mauern Schatten spenden und vielen Pflanzen, die Sauerstoff in der Luft anreichern. Weiß getünchte Mauern, da weiß das grelle Sonnenlicht zurückweist und nicht absorbiert wie dunklere Farben. Kühle Fliesen aus rauem Terracotta, über die man Wasser gießt, deren Verdunstung wiederum kühlt.

In Studien wurde fest gestellt, dass es sinnvoller ist, kühle Luft nicht durch Geräte an der Wand oder Decke, sondern durch Auslassöffnungen im Fußbereich in den Raum zu führen, so dass sich erst einmal die kalte Luft gleichmäßig über den Fußboden verteilt, an einer Wärmequelle, das kann die Computerausrüstung oder eben der Mensch sein, nach oben streift. Folge: In der Nase kommt frische Luft an.

Im Fall des oben erwähnten Hotdog-Standes übrigens halfen schon ein paar Pflanzkübel, um den Wind an bestimmten Stellen zu brechen und gemütliche, zugfreie Nischen zu schaffen!

Arlequina, am 21.12.2013
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