Der Wilde Westen - Geographie

Welches Gebiet ist mit dem Wilden Westen überhaupt gemeint? Der Wilde Westen bezeichnet die bis Anfang des 19. Jahrhunderts noch völlig unerforschten Gebiete jenseits des Mississippi. Die westlich des Flusses gelegene Region war bis zur sogenannten Pionierzeit noch völlig unerforscht und wurde bis dato nur von indigenen Völkern besiedelt.

Die zum größten Teil aus Europa stammenden Siedler ließen sich vornehmlich an der Ostküste der USA nieder. Der Wilde Westen steckte sich vom Alleghenygebirge und dem Mississippi bis hin zu den Rocky Mountains. Diese schwer zugänglichen Gebiete zeichneten sich durch teils sehr unterschiedliches Klima und eine reiche Flora und Fauna aus. Geprägt wurde der Wilde Westen vor allem auch durch die zahlreichen Canyons, deren Schluchten teilweise bis zu 300 Meter tief waren, und große Ebenen mit einzelnen Erhebungen. Das gesamte Territorium des Wilden Westens gehört zum hydrographischen Becken.

Besonders bekannt für diese Region ist das sogenannte Monument Valley, welches auch in vielen Western-Filmen von John Ford die Szenerie für die Konflikte zwischen Cowboys und Indianern bildete. Bezeichnend für den Wilden Westen sind auch die vielen großen Flüsse wie der Mississippi, der Arkansas, Missouri und der Red River sowie der Tennessee und Illinois.

Mississippi - Anfang des Wilden Westens

Die Besiedlung des Wilden Westens

Erstmals in Berührung mit den Gebieten des Wilden Westens kamen die bekannten Mountain Men, welche als Fallensteller und Pelzhändler ihren Lebensunterhalt durch den Verkauf von Biberfellen und Bisonfellen verdienten. Diese Pioniere wie beispielsweise Jedediah Smith, Lewis und Clark drangen schon früh in die noch unerforschten Gebiete jenseits des Mississippi vor.

Zur ersten größeren Besiedlungswelle kam es Mitte des 19. Jahrhunderts als die Grundstückspreise im Osten explodierten, da die Grundstücke allmählich knapp wurden. Viele - vor allem ärmere Leute - erhoffen sich die Chance auf ein neues Leben und günstige Grundstücke in der neuen Welt im Westen.

Von staatlicher Seite forciert wurde diese Abwanderungswelle als 1862 das Heimstättengesetz (Homestead Act) erlassen wurde, welches jedem Siedler in den Gebieten des Wilden Westens kostenloses Ackerland versprach, sofern er dieses über einen gewissen Zeitraum bestellen würde. Dieses Gesetz war für viele Siedler Anstoß den beschwerlichen Weg Richtung Westen in Angriff zu nehmen. Viele der Siedler kamen allerdings nie an, da die medizinische Versorgung auf dem Trail sehr schlecht war und mit feindlich gesinnten Indianerstämmen und schwierigen Wetter- und Wegverhältnissen viele Gefahren lauerten.

Der Fund von Gold in der Gegend des heutigen San Francisco machte den Westen weiter zum Land der neuen Chance mit Aussicht auf schnellen Reichtum. Die Funde von Bodenschätzen wie Gold und Silber häuften sich und ein regelrechter Goldrausch brach aus. Diese Suche nach Gold in der Pionierzeit ist heute unter dem Begriff "Kalifornisches Goldfieber" bekannt.

Außerdem zog es auch viele Gruppierungen, die in dicht besiedelten Gebieten keine Anerkennung fanden nach Westen. So ließen sich beispielsweise die Mormonen um 1950 in der Gegend von Utha nieder, um dort ihre Religion ungestört ausüben zu können. Auch heute noch ist Utha der Hauptsitz der Mormonen.

Konflikte mit Indianern

Wie man sich denken kann, waren die Ureinwohner Amerikas über die Besiedlung und vor allem über die spätere Industrialisierung und den Ausbau des Eisenbahnnetzes in ihren Gebieten nicht sehr erfreut. Die neuen Siedler nahmen den Indianern aber nicht nur ihre Ländereien, sondern schleppten auch neue Krankheiten für Mensch und Tier ein, welche die Indianer bisher nicht kannten und wodurch sie viele Verluste erlitten.

Auch bei den blutigen Zusammenstößen mit den neuen Siedlern mussten die Indianer aufgrund wenig fortschrittlicher Waffen herbe Verluste hinnehmen. Allerdings muss man sagen, dass nicht alle - wenn auch die meisten - Indianerstämme den Siedlern feindlich gesinnt waren. Viele hegten auch regen Handel mit den Siedlern. Meist wurden Waffen, Alkohol und Kleidung gegen Felle getauscht.

Nach vielen Schlachten und jahrzehntelangen Kämpfen mussten sich die Indianer schließlich mit der Besiedlung des Westens abfinden, da die Zahl der neuen Siedler einfach zu groß war. Die Indianer wurden immer weiter zurückgedrängt und schließlich von der US-Regierung in Reservate abgeschoben.

Auch heute bestehen noch viele der damals eingerichteten Reservate. Die Lebensbedingungen dort waren und sind auch heute noch sehr schlecht, wenn man die Arbeitslosenquote, Schulbildung und Infrastruktur betrachtet.

Wilder Westen

(Bild: © Oleg Znamenskiy)

Ein neuer Beruf - Viehhirte

Mit zunehmender Besiedlung des Westens wurden auch vermehrt Viehherden in die neu erforschten Gebiete gebracht. Rinderzüchter hatten schon bald einen enormen Vorteil des noch nicht erschlossenen und zum größten Teil noch nicht verteilten Landes für sich entdeckt. Auf den noch herrenlosen Weiden konnten sie ihr Vieh günstig mästen bevor sie es auf den Viehmärkten im Osten wieder teuer verkauften. Um die Rinderherden von Osten nach Westen zu treiben und sie dann auf den nicht eingezäunten Weiden zu beaufsichtigen sowie vor Wildtieren und Indianern zu schützen, wurden Viehhirten beauftragt.

Dies waren die Anfänge eines neuen Berufszweiges - den Cowboys. Zusätzlichen Aufschwung bekam der Beruf des Cowboys einige Jahre später als nach dem amerikanischen Bürgerkrieg die meisten Rinderherden herrenlos in der Prärie weideten. Die Cowboys bekamen von ihren Auftraggebern den Befehl die verwilderten Tiere wieder einzufangen und sicher nach Osten zu geleiten, damit diese verkauft werden konnten.

Die Viehhirten waren meist junge Männer im Alter von 18 und 25 Jahren, die sich dem gefährlichen Leben auf der Weide in absoluter Treue zu ihrem Arbeitgeber stellten und untereinander ein sehr kameradschaftliches Verhältnis pflegten.

Die Kleidung und Ausrüstung der Cowboys war optimal auf den Arbeitsalltag abgestimmt. Der Cowboyhut sollte vor Sonne und Regen schützen, die Cowboystiefel sollten das Reiten erleichtern und den Halt im Steigbügel sichern. Die Halstücher konnten gegebenenfalls zum Schutz vor Staub und Schmutz über Mund und Nase gezogen werden. Zu den Aufgaben der Cowboys zählten neben dem Schutz der Herde und der medizinischen Versorgung der Rinder auch das Brandmarken des Viehs.

Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen zum Leben und Arbeiten der Cowboys und den Konflikten zwischen Siedlern und Indianern im Wilden Westen sowie Biografien einzelner Revolverhelden wie Billy the Kid und Wyatt Earp finden sich unter http://www.western-welt.de/blog/

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