Geschichte zu Ehren einer Freundin und ihren verstorbenen Hund

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Dieser Artikel ist zu Ehren meiner Freundin und in Gedenken an ihren geliebten bereits verstorbenen Vierbeiner Schäferhund-Rüden, der von dieser Krankheit betroffen war.

 

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Vor beinah genau einem Jahr wurde nach unendlich vielen Untersuchungen die Diagnose der Degenerativen Myelopathie bei Basko festgestellt. Bis dahin hatte man noch alle Hoffnung, dass er unter einer Krankheit leiden könne, die man mit Physio-Therapie und unter der Gabe von speziellen Medikamenten behandeln und ihm noch einige schöne und lebenswerte Hundejahre bescheren könnte.

Als die Ärzte jedoch keinen Zweifel daran ließen, dass es sich hierbei um einen Fall von DM handelt und wir Tag für Tag immer wieder neu im Internet recherchierten, um weitere Informationen über eventuelle Behandlungsmethoden zu erlangen oder Kontakte über Spezialkliniken zu finden war dies alles andere als erfolgversprechend.

Eines Abends als meine Freundin mich unter Tränen anrief wurde auch letztendlich mir bewußt, dass dies das Todesurteil für unseren geliebten Fellkumpel war.

Der Gedanke war entsetzlich, dass Basko über kurz oder lang nicht mehr bei uns sein würde, gerade weil ich wußte durch welch schwere Zeit dieser Hund mit meiner Freund in den letzten Jahren gegangen war, als sie selbst totkrank gewesen ist.

Dieser Hund war ihr Lebensinhalt, ihr treuer Wegbegleiter. Er beschützte sie in gefährlichen Situationen. Die beiden waren ein super Team - egal ob im Hundesport, bei Ausflügen, zu Hause oder auch bei der Arbeit.

Basko war überall dabei. Und plötzlich sollte man sich damit abfinden, dass er in kurzer Zeit nur noch in unseren Herzen vorhanden sein sollte!!! Ein beängstigender Gedanke.

Ich konnte die Traurigkeit meiner Freundin so gut nachempfinden, da ich selbst vier eigene Hunde zu meiner Familie zähle und vor knapp fünf Jahren selbst einen meiner Lieblinge durch eine unheilbare Krankheit verlor.

So schlimm die Situation auch schien gab es trotz allem etwas Positives. Laut aller Ärzte und Kliniken, die bei der medizinischen Betreuung beteiligt waren, wurde meiner Freundin immer wieder versichert, dass diese Krankheit keine Schmerzen hervorrufen würde.

Dieses Wissen war sehr wichtig, da Basko sich nicht auch noch zusätzlich mit Schmerzen quälen sollte.

Also kämpfte meine Freundin weiter und erarbeitete gemeinsam mit diversen Therapeuten ein spezielles Bewegungsprogramm. Dazu gehörte regelmäßiges Schwimmen, Training auf einem Unterwasser-Laufband speziell für Hunde und Physio-Therapie.

Damit konnte man die Entwicklung der Krankheit verlangsamen und den Bewegungsapparat sowie die Muskeln stärken bzw. stabil halten.

Basko fühlte sich die nächsten Monate noch fit. Dies zeigte sein wacher Blick, das gesteigerte Interesse immernoch Katzen jagen zu wollen oder anderen Rüden zu signalisieren, hey hau ab, ich bin eh stärker als du und das hier ist mein Revier.

Natürlich gab es zwischendurch auch Schübe, bei denen er nicht mehr so gut laufen konnte. Dies konnte man auf gemeinsamen Spaziergängen deutlich daran erkennen, dass er die Hinterpfoten beim Gehen zwischendurch baumeln ließ wie Gummibänder.

Am Ende des Sommers, als temperaturbedingt eine der Trainingsmassnahmen, nämlich das Schwimmen weg fiel verschlechterte sich Baskos Zustand immer stärker.

Die gemeinsamen Spaziergänge in unserem kleinen Rudel wurden immer kürzer und konnten nur noch auf weichem Gras stattfinden, da er die Hinterbeine nur noch hinter sich her zog und der hintere Bereich beim Gehen mit einem Stützgurt angehoben werden mußte.

Dies schien der Zeitpunkt zu sein, um los zu lassen und Abschied zu nehmen, da sein Hundeleben nicht mehr lebenswert schien. Denn ein Hund, der praktisch nur noch auf zwei Beinen laufen kann führt kein artgerechtes Hundeleben mehr.

Am 09.11.2014, einem Sonntag verabredeten wir uns telefonisch für den letzten gemeinsamen Spaziergang. Als er mich sah jauchzte er vor Freude wie er es immer tat und wollte mich begrüßen. Aber dies ging nicht mehr. Ich ging in die Hocke und drückte diesen großen Kerl noch mal fest an mich. Unsere Spazierrunde dauerte nicht länger als 10 Minuten. Danach mußte Basko ins Auto gehoben werden.

Der Abschied verlief sehr tränenreich, da am nächsten Tag seine Erlösung erfolgen sollte.

Acht Monate bekamen Hund und Frauchen vom Tag der Diagnose an noch geschenkt, die ich sooft es ging miterleben durfte.

Monate, für die man dankbar ist.

Alle, die nicht mehr bei uns sein können leben in unseren Herzen und Erinnerungen weiter.

 

http://www.ratgeber-fuer-das-leben.de

Autor seit 6 Jahren
129 Seiten
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