Wie nehme ich die Schilddrüsenhormone richtig ein?

Nachdem die Hypothyreose diagnostiziert wurde, meist durch eine Kombination aus Bluttest sowie einer fachlichen Untersuchung bei einem Endokrinologen, bei der die Schilddrüse betastet und mit Ultraschall begutachtet wird, verschreibt der Arzt die erste Dosis der Schilddrüsenhormone. Für gewöhnlich wird mit 50 Mikrogramm L-Thyroxin begonnen. Falls später bei einer erneuten Blutuntersuchung zur Kontrolle herauskommt, dass der Hormonspiegel noch nicht optimal ist, wird die Dosis entsprechend schrittweise angepasst. Dies stellt der Arzt mithilfe der Werte für die T3- und T4- Hormone in Kombination mit dem TSH-Wert fest. Als gesund gilt ein TSH-Wert von 0,4 bis 4,0 mU/l; der T3-Wert (Trijodthyronin) sollte bei 3,5 bis 8 ng/l und der T4-Wert zwischen 8 und 18 ng/l liegen. Bei L-Thyroxin handelt es sich um ein künstliches T4-Hormon. Reicht das nicht aus oder produziert die Schilddrüse auch nicht genug T3-Hormone, kann der Arzt auch ein Kombipräparat verordnen. Falls die künstlichen Hormone nicht anschlagen oder nicht gewünscht werden, gibt es als Alternative natürliche Schilddrüsenhormone.

Am besten wirken die Hormone, wenn sie morgens mindestens eine halbe Stunde vor der ersten Mahlzeit mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Auf calciumhaltige Lebensmittel sollte bei der Einnahme und zumindest in der Zeit bis zur nächsten Mahlzeit verzichtet werden, da Calcium die Aufnahme der Schilddrüsenhormone beeinträchtigen kann. Ideal ist es, nach der Einnahme des Medikaments vier Stunden kein Calcium zu sich zu nehmen. Dann muss man allerdings den Frühstückskaffee schwarz trinken. Ich persönlich halte mich deshalb nur an die Halbe-Stunde-Regel. Menschen, die Calciumtabletten nehmen, sollten jedoch wohl besser die vier Stunden Abstand zur Einnahme der Schilddrüsenhormone einhalten.

Welche Jodmenge ist bei einer Unterfunktion der Schilddrüse gut?

Es stimmt, dass das schmetterlingsförmig aussehende Organ, das sich im Hals unterhalb des Kehlkopfes befindet, Jod für die Bildung der Schilddrüsenhormone braucht. Ein etwaiger Jodmangel kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und in der Folge zu einem Kropf führen. Ein Zuviel ein Jod ist allerdings ebenfalls schädlich! In diesem Fall verkleinert sich die Schilddrüse. Im Falle von Hashimoto Thyreoiditis IST sie in vielen Fällen bereits klein, zumindest wenn dabei eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Wird also hier die jeweils benötigte Dosis Jod häufig überschritten, kann dies die Symptome der Krankheit letztlich sogar verschlimmern. Hingegen dürfte ein Jodmangel heutzutage eher selten auftreten. 180 bis 200 Mikrogramm Jod pro Tag empfiehlt die WHO. Manche sprechen vorsichtiger von einer Spanne zwischen 50 und 200 Mikrogramm, da die für eine reibungslose Funktion der Schilddrüse erforderliche Dosis von verschiedenen Umständen abhängt und sich wahrscheinlich auch von Person zu Person unterscheiden kann. Die 200 Mikrogramm sind in jedem Fall als Obergrenze anzusehen, die möglichst nicht überschritten werden sollte. Mehr zum Thema Jod ist in einem anderen Artikel von mir nachzulesen.

Jod versteckt sich in vielen Lebensmitteln – auch da, wo er nicht deklariert ist – sowie oft in Fertignahrung. Fisch ist ein gesunder Jodlieferant, deren Omega-3-Fettsäuren obendrein die Autoimmunreaktionen der Schilddrüse vermindern und das Fortschreiten des Entzündungsprozesses bei Hashimoto Thyreoiditis hemmen können. Außerdem ist eine gewisse Jodmenge in Wasser, Hühnereiern, Brokkoli, Möhren, Feldsalat, Erdnüssen, Meeresfrüchten und Spinat enthalten. Sogar Milchprodukte und Fleisch (da die Tiere es über die mit Gülle gedüngte Erde der Futterpflanzen aufnehmen) weisen Jod auf. Damit dürfte der Bedarf recht gut und schnell gedeckt werden. Da braucht es nicht mehr unbedingt Jodsalz oder dergleichen. Sehr stark jodhaltig und somit bei einer Schilddrüsenunterfunktion mit Bedacht zu genießen sind Seefische und Algen. Auch Sojaprodukte sollten trotz (oder auch wegen?) des Jodgehaltes von Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen und von Hashimoto Betroffenen eher gemieden werden. Diese enthalten nämlich Isoflavone, welche das Enzym Peroxidase hemmen können. Dies hat zur Folge, dass die Schilddrüsenhormone eventuell nicht mehr richtig funktionieren oder ihre Verteilung beeinträchtigt wird. Zu berücksichtigen ist bei der Gestaltung des Speiseplans zudem, dass manche Lebensmittel die Jodaufnahme behindern. Dazu gehören Kohl, Rettich, Radieschen, Senf, Leinsamen, Hirse und Bambussprossen.

Die Bedeutung von Selen für den Schilddrüsenstoffwechsel

Ohne Selen kann die Schilddrüse kein T3-Hormon bilden. Eine ausreichende Versorgung mit Selen, die mit 30 bis 70 Mikrogramm gegeben ist, kann somit als unbedingte Voraussetzung für eine gesunde Schilddrüsenfunktion betrachtet werden. Nicht nur geht eine Schilddrüsenunterfunktion oft mit Selenmangel einher, sondern diese kann sogar von einem Mangel an diesem Spurenelement verursacht sein. Wenn die Schilddrüse mit genug Selen versorgt ist, werden darin außerdem weniger TPO-Antikörper gebildet. Solche Antikörper könnten die Schilddrüse sonst angreifen, was gerade bei Hashimoto Thyreoiditis zum Problem werden kann. Am besten ist es, Selen über die normale Ernährung aufzunehmen. Folgende natürliche Lebensmittel enthalten Selen: Fisch, Fleisch, Milchprodukte, bestimmte Getreidearten (insbesondere Weizen, Sesam und Gerste), Nüsse, Steinpilze, Sonnenblumenkerne und Petersilie.

Von Nahrungsergänzungsmitteln mit Selen ist hingegen abzuraten, da diese das Diabetesrisiko erhöhen können und bei nicht sachgemäßer Einnahme die Gefahr einer Überdosierung besteht. Sollte der Selenbedarf tatsächlich nicht über die Ernährung gedeckt werden können, sollten die Selenkapseln in diesem Notfall ausschließlich unter ärztlicher Anleitung eingenommen werden. Deren Einnahme sollte jedoch zeitlich begrenzt bleiben. Eine Selenvergiftung tritt ab 750 Mikrogramm auf. Kennzeichnend ist ein knoblauchartiger Geruch des Atems. Sie führt zu Verdauungsbeschwerden und kann viele weitere organische Schäden mit sich bringen: Am Herzen, der Leber und den Atemwegen. Weitere mögliche Symptome sind: Müdigkeit, Haarausfall und Veränderungen an den Nägeln. Wird eine solche Vergiftung nicht behandelt, indem dafür gesorgt wird, dass das überschüssige Selen den Körper so schnell wie möglich wieder verlassen kann, kann sie sogar Krebs und Tumore verursachen.

Weitere Tipps für die gesunde Ernährung bei einer Hypothyreose

Schilddrüsenunterfunktion und Zinkmangel

Haarausfall ist sowohl ein Symptom für eine Hypothyreose als auch für Zinkmangel. Und da Zink ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels in der Schilddrüse ist, kann beides auf einmal gegeben sein. Eine tägliche Dosis 7 bis 11 Milligramm sollten Erwachsene im Zuge einer gesunden Ernährung einplanen. Ab 25 Milligramm liegt eine Überdosis vor. Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier sind besonders zinkreich, aber auch mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen lässt sich der Zinkbedarf decken.

Mehr Energie durch Magnesium

Auch die Symptome von Magnesiummangel überlappen sich teils mit denen, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Kein Wunder: Magnesium ist unter anderem wichtig für den Energiestoffwechsel. Wer ausreichend damit versorgt ist, reduziert das Risiko der ebenso typischen wie lästigen Symptome der Hypothyreose, wie allgemeine Schwäche, Schwindel, innere Unruhe oder Schlafstörungen. Die empfohlene Tagesdosis an Magnesium beträgt zwischen 300 und 500 Milligramm. Es ist in dunkler Schokolade, Kürbiskernen und diversen Nüssen enthalten. Damit der Körper es optimal aufnehmen kann, sollte es möglichst ohne Kaffee, Cola oder andere koffeinhaltige Getränke verzehrt werden.

Vitaminzufuhr bei einer Unterfunktion der Schilddrüse

Eine reichliche Zufuhr von Antioxidantien aus dem Vitamin-B-Komplex mit Schwerpunkt auf Vitamin B12 fördert den Stoffwechsel und beseitigt Mängel in diesem Bereich, die bei von einer Schilddrüsenunterfunktion Betroffenen häufiger gegeben sind. Da Vitamin B12 mit Eiweiß gebunden wird, ist auch die ausreichende Aufnahme von Proteinen bedeutsam. Außer in Eiern ist Vitamin B12 in Milch, Käse und Fleisch enthalten. Daneben befinden sich in Hülsenfrüchten, diversem Getreide und Kartoffeln B-Vitamine.

Des Weiteren sollte für eine ausreichende Gabe der fettlöslichen Vitamine A, E und D sowie des wasserlöslichen Vitamins C gesorgt werden. Während Vitamin A die Augensymptome wie beispielsweise Lichtempfindlichkeit lindern kann, mildert Vitamin C die für die Hypothyreose charakteristischen Müdigkeitserscheinungen. Das unter anderem in Olivenöl enthaltene Vitamin E unterstützt den Kreislauf und wirkt sich positiv auf die Cholesterinwerte aus. Vitamin D vermindert die Autoimmunreaktion bei der von einer Unterfunktion betroffenen Schilddrüse.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nicht den Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder sonstigen einschlägig qualifizierten Fachleuten ersetzt.

Bildquelle: Pixabay

Die_Utopische, am 30.01.2015
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Krankmacher Jod: Was Sie über das Spurenelement wissen sollten)

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