Kurzes Pflanzenportrait Plumeria oder Frangipani

Bei uns im Süden Portugals können Plumerias im Garten angepflanzt werden und überleben die milden Winter. In kälteren Gegenden können Plumerias als Topfpflanzen gehalten werden, die im Winter im Haus überwintern müssen. Bei idealen Bedingungen kann ein Frangipani bis zu 5 Meter hoch werden mit breiten Verzweigungen.

Die robusten, länglich-grünen Blätter zeigen durch ihre Härte bereits, dass erwachsene Frangipani trockenresistent und widerstandsfähig sind. Die Blätter sind laubabwerfend und befinden sich am oberen Ende der einzelnen Abzweigungen, wo sie von unten her die Blüten umrahmen. Es gibt Frangipani mit vielen unterschiedlichen Blütenfarben, einfarbig, zwei- oder dreifarbig in so ziemlich allen vorstellbaren Farbabstufungen. Als ursprüngliche Farbe wird die weiße Blüte mit gelber Einfärbung im Blüteninneren angesehen. Deren Pflanze sind übrigens auch die robustesten unter den Plumerias.

Der Name Plumeria ist die botanische Bezeichnung und stammt von dem Botaniker Charles Plumier, die Bezeichnung Frangipani von einer italienischen Parfümherstellerfamilie, die den Duft erstmals in Parfüm verarbeitet hat. Mittlerweile befindet sich der Duft als Inhaltsstoff in sehr vielen Parfüms.

Man kann sie aus Samen oder Stecklingen vermehren. Pflanzen aus Samen blühen nach ca. drei Jahren, die aus Stecklingen nach einem Jahr. Sowohl Samen als auch Stecklinge können online bestellt werden.

Eigene Frangipani aus Samen ziehen

Kauft man Samen, kann man sich eigentlich nicht sicher sein, welche Blütenfarbe wirklich dabei herauskommt, weil die Samen oft in der Natur gesammelt werden, wo Frangipanis mit verschieden farbigen Blüten nebeneinander stehen und durch Fremdbestäubung auch gemischt sein können. In Hawaii gibt es eine Anpflanzung streng nach Farben getrennt, um möglichst farbreine Samen verkaufen zu können.

Die Samen haben ein Flügelchen und sehen aus wie kleine Ahornsamen. Sie müssen in wasserdurchlässiges und keimfreies Substrat (beispielsweise Cocopeat oder Quellbriketts daraus) gesteckt werden, das Flügelchen darf oben herausschauen und bitte beachten, nicht zu dicht säen, ein Abstand von 2 cm ist anzuraten, weil später die kleinen Pflänzchen erst umgetopft werden dürfen, wenn sie neben ihren 2 Keimblättern bereits 2 richtige Blätter ausgebildet haben. Erst dann haben sie ausreichend erste Wurzeln gebildet. Die Aussaat darf regelmäßig moderat gegossen werden. Wer ein Umtopfen im ersten Jahr vermeiden möchte, steckt jeden Samen in einen extra Pflanzbehälter. Jiffipots haben sich bei uns dafür übrigens gut bewährt.

Lässt man einen Sämling einfach wachsen, kann es sein, dass er zwei Meter hoch wird bis er die erste Blüte ausbildet und sich danach natürlicherweise verzweigt. Wer eine Pflanze möchte, die in Sichthöhe blüht und verzweigt ist, kann durch Zurückschneiden nachhelfen, sie wird sich dann unter der Schnittstelle nach mehreren Seiten verzweigen. Ein Steckling trägt bereits die biologische Information sich zu verzweigen in sich und wächst von allein buschiger.

 

Eigene Frangipani aus Stecklingen ziehen

Bei Stecklingen ist dagegen bekannt, welche Blütenfarbe man kauft: die der Mutterpflanze. Stecklinge sollen nur von größeren Pflanzen genommen werden, denn sie sollen schon mindestens daumendick und verholzt sein. Manche brechen sie von der Mutterpflanze ab, was für diese sicherlich schonender ist, imitiert das doch einen natürlichen Pflanzenschaden wie beispielsweise durch starke Winde und manche schneiden sie ab. Ein guter Kompromiss wäre zunächst ein Abbrechen und dann eine Schnittstelle am Steckling selbst zu schneiden. Denn Stecklinge mit einer leicht schrägen Schnittstelle bilden bessere und mehr Wurzeln aus als solche, die nur abgebrochen werden.

Bevor ein Steckling in ein Pflanzsubstrat gesteckt werden kann, ist es unbedingt notwendig ihn trocknen zu lassen und zwar solange bis er an der Schnittstelle schon schrumpelig wird. Das alles ohne Wasser an der Luft, aber am besten nicht in praller, intensiver Sonneneinstrahlung, damit er keinen Sonnenbrand bekommt. Schatten oder Halbschatten eignet sich hier besser. Nach dieser Trocknungsphase, die von einer bis zu mehrere Wochen dauern kann, wird der Steckling in durchlässiges Pflanzsubstrat gesteckt, wie zum Beispiel eine 1:1 Mischung von Perlite und Pflanzerde oder manche stecken sie in trockenen Sand oder Torf oder eine gekaufte Frangipani- Anzuchterde oder Cocopeat. Den Steckling nur flach in die Erde stecken, weil sich nur an der Schnittstelle Wurzeln bilden und ihm gern zusätzlichen Halt geben mit kleinen Steinen, die auf die Erde um den Steckling herum gelegt werden. In der ersten Zeit sehr sparsam gießen, ein kleines Glas Wasser pro Woche ist ausreichend. Erst wenn sich Blätter ausgebildet haben und damit hoffentlich auch Wurzeln (denn leider bedeutet die Ausbildung von Blättern nicht automatisch die Ausbildung von Wurzeln, Stecklinge haben so viel Wachstumspower, dass manchmal auch Blätter ohne Wurzeln wachsen), bekommen diese jungen Pflanzen einmal pro Woche reichlich Wasser und zwar so viel, bis es unten wieder herausläuft. Doch Achtung, ist das Pflanzsubstrat sehr durchlässig, kann das zu wenig sein, weil das Wasser dann ungehindert durchläuft. Wenn die Blätter hängen und der Stamm verschrumpelt, haben sie wahrscheinlich zu wenig Wasser. Was sie allerdings gar nicht mögen, ist Staunässe im Übertopf oder Untersetzer. Auch dann würden die Blätter hängen.

Wer sehen möchte, ob der Steckling bereits genügend Wurzeln zum Umtopfen ausgebildet hat, kann ihn in einen mit Pflanzsubstrat gefüllten durchsichtigen Plastikbecher pflanzen. Oder wer das heikle Umtopfen umgehen möchte, steckt ihn gleich in einen genügend großen Pflanzbehälter, in dem der Frangipani ungestört die nächsten 2 bis 3 Jahre wachsen darf.

 Es gibt viele verschiedene Meinungen darüber, wie und wann Stecklinge am besten gesteckt werden. Wer das umgehen möchte, kauft sich bereits bewurzelte Stecklinge, die nur etwas mehr kosten als unbewurzelte. Wichtig ist aber bei allen, dass ihre Wuchsblätter entfernt sind oder werden und sie dick und lang genug (im Idealfall 20 cm) sind.

Die Düngung von Plumerias

Wenn der Frangipani (Plumeria) anfängt zu wachsen, wird begonnen zu düngen. Ein Dünger für Frangipani sollte zusammengesetzt sein aus NPK 20 50 20: Nitrat-Phospor-Kalium im Verhältnis 20 zu 50 zu 20. Phosphor fördert das Wachstum und die Blütenbildung.

Empfohlen wird ein Flüssigdünger. Ist der Dünger chemisch-mineralisch, wird er direkt von den Wurzeln aufgenommen. Ist er dagegen organisch, wird der Dünger von Bakterien für die Wurzeln aufbereitet. Die Bakterien brauchen aber wieder Humus als Nahrung, das bedeutet, Pflanzen die organisch gedüngt werden sollen, benötigen auch immer natürliche Erde oder Humus im Pflanzbehälter. Wer biologisch orientiert ist, wird organischen Dünger, der aus der Natur gewonnen wurde, vorziehen und kann sogar experimentieren mit Pferdemist. Die Pflanze darf allerdings nicht überdüngt werden.

Autor seit 6 Jahren
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