1. Tipp: Nicht zu oft auf die Toilette gehen

Wie gesagt, es erscheint absurd, einer inkontinenten Person dies zu raten. Aber genau das sollten Sie beachten. Wenn Sie immer "auf Verdacht" schon beim ersten Anzeichen auf die Toilette eilen, füllt sich die Blase nicht völlig, der Blasenmuskel erschlafft mit der Zeit und das Fassungsvermögen der Blase lässt nach. Dadurch - Sie erraten es schon - verschlechtert sich Ihr Inkontinenz-Zustand.

Trainieren Sie möglichst zu Hause, wo Sie nicht unter Stress stehen, den Toilettengang immer etwas hinaus zu schieben. Beenden Sie eine bereits angefangene Tätigkeit, ordnen sie schnell noch etwas, oder führen Sie noch ein Telefonat (das lenkt Sie auch von Ihrem Harndrang ab), oder zählen Sie einfach noch bis hundert, bevor Sie die Toilette aufsuchen. Sicher fällt Ihnen noch etwas dazu ein, womit Sie Ihren Ganz zum Örtchen noch etwas hinaus zögern können.

 

2. Tipp: Nicht zu wenig trinken

Dies ist ebenfalls ein scheinbar absurder Ratschlag, hängst aber ebenfalls mit dem Blasentraining, das ich im 1. Tipp beschrieben habe, zusammen. Inkontinente Personen trinken meistens viel zu wenig, um einem Harndrang zur Unzeit aus dem Weg zu gehen. Dadurch tritt jedoch das schon oben beschriebene Phänomen ein, dass der Blasenmuskel erschlafft und das Fassungsvermögen der Blase reduziert wird - zwei Phänomene, die bei Inkontinenz nur das Problem verschlechtern.

Zusätzlich hat es aber auf Ihren Organismus negative Auswirkungen, wenn Sie zu wenig trinken, da jetzt die Nieren die Schadstoffe mit weniger Flüssigkeit ausscheiden müssen. Das bedeutet, dass der Harn intensiver mit Schadstoffen angereichert ist, die Blase und die Harnwege nicht gut gespült werden. Dadurch können Reizungen, Entzündungen und Infektionen der Harnwege entstehen, die - Sie erraten es schon - für Ihre Inkontinenz nicht besonders zuträglich sind.

Daher: Erhöhen Sie langsam aber stetig die Trinkmenge verteilt über den ganzen Tag, sodass Sie bis auf zwei bis zweieinhalb Liter täglich kommen. Kaffee und Alkohol zählen jedoch nicht dazu (obwohl man dem Bier eine nierenfreundliche Wirkung nachsagt). Versuchen Sie, möglichst kohlensäurefreies Wasser oder Tee zu trinken. Fruchtsäfte sollten Sie wegen des hohen Zuckergehalts und des Mangels an Ballaststoffen möglichst im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen.

Wasser trinken (Bild: Foto: zirconicusso/FreeDigitalPhotos.net)

3. Tipp: Beim Stuhlgang und Urinieren nicht pressen

Wenn Sie beim Stuhlgang oder Urinieren (um die Blase besser zu entleeren) pressen, üben Sie unnötig starken Druck auf den Beckenboden aus. Dadurch schwächen Sie ihn weiter. Sorgen Sie möglichst für gesunde und ballaststoffreiche Ernährung, damit Sie beim Stuhlgang nicht pressen müssen. Dazu ist es aber auch notwendig, dass Sie viel trinken, um die Ballaststoffe leichter ausscheiden zu können.

Vermeiden Sie auch beim Urinieren ein Nachpressen, warten Sie lieber ein paar Augenblicke länger, bis die Blase geleert ist. Gönnen Sie sich diese Zeit, Ihrem Beckenboden zuliebe!

4. Tipp: Drehen Sie sich beim Husten seitlich nach oben

Eines der ersten Inkontinenz-Phänomene ist ja, dass man beim Husten oder Niesen Harn verliert. Beim Husten - vorausgesetzt Sie haben nicht gerade eine schwere Erkältung - gibt es einen Trick, der Ihnen hilft, dies zu vermeiden. Allerdings müssen Sie dies ein bisschen üben. Beim Husten krümmt sich unwillkürlich der Körper zusammen, was auf den Beckenboden großen Druck ausübt. Versuchen Sie nun, im Sitzen den Beckenboden anzuspannen und drehen Sie sich mit aufrechtem Oberkörper zum Aushusten seitlich nach oben. Dies bedarf einer gewissen Übung und wird auch nicht immer gelingen, aber wenn Sie es üben, sicher immer öfter.

5. Tipp: Bei plötzlichem Harndrang den Oberkörper nach vorne neigen

Auch dieser Tipp bedarf einer gewissen Übung. Werden Sie von einem plötzlichen Harndrang überrascht, beugen Sie Ihren geraden Oberkörper nach vorne und - wenn möglich - auch nach unten. Geben Sie vor, etwas aufzuheben, sich den Schuh zu richten oder Ähnliches. Durch diese Bewegung verändern sich kurzfristig die Druckverhältnisse im Bauchraum und Sie können vielleicht mit etwas Zeitgewinn noch rechtzeitig das stille Örtchen aufsuchen. Wenn Sie sitzen, beugen Sie sich vor, um etwas weit vor Ihnen Liegende zu erreichen, so erzeugen Sie den gleichen Effekt der Druckverlagerung. Üben Sie auch das möglichst zu Hause - etwa in Verbindung mit Tipp 1. Wenn Sie sich damit sicher fühlen, können Sie dann damit in die Öffentlichkeit gehen.

Nicht vergessen: Beckenbodentraining

Der wichtigste Tipp von allen ist jedoch noch immer Beckenbodentraining, das Sie ohne jeglichen Zeitaufwand, überall und unbemerkt von Dritten praktizieren können. Das eBook "Beckenbodentraining - ein Praxisratgeber", das Sie noch bis zum 30. September 2012 zum Einführungspreis von € 9 beziehen können, zeigt Ihnen, wie Sie dies ganz leicht bewerkstelligen können.

Autor seit 4 Jahren
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