Futter und geeignete Pflanzen für die Landschildkröte

Die Griechische Landschildkröte verträgt eine Vielzahl von Pflanzen. Anders als bei den meisten Haustieren ist die Ernährung einer Landschildkröte nicht teuer, denn die meisten Futterpflanzen und Wildkräuter wachsen einfach so im Garten oder auf nahegelegenen Wiesen. Wird das Futter allerdings auf fremden Wiesen gesammelt, so muss es immer gut abgespült werden. An den Rändern viel befahrener Straßen oder auf Hundewiesen sollte besser nichts gepflückt werden. Eine Landschildkröte darf nahezu alle Pflanzen fressen, die ungiftig und unbehandelt sind. Hier eine kleine Auswahl der bekanntesten Futterpflanzen: Ackelei, Breit- und Spitzwegerich, Brennnessel (Blätter am besten trocknen), Fetthenne,Funkie, Gänseblümchen, Klatschmohn, Klee (Weißklee), Löwenzahn, Luzerne, Tradescantia, Vogelmiere, Walderdbeere, Wicke, Wiesensalbei, Zuckerhut.

 

Geeignete Salatköpfe für Landschildkröten

Salat sollte nur verfüttert werden, wenn es keine geeigneten Wildkräuter gibt, beispielsweise im Winter, wenn die Schildkröte (vielleicht aufgrund einer Krankheit) keinen Winterschlaf hält. Geeignet sind: Ackersalat, Eisbergsalat, Feldsalat, Kopfsalat und Romanasalat. Salat enthält jedoch kaum Nährstoffe, weswegen frische Wiesenkräuter bei der Fütterung vorzuziehen sind. Petersilie und Gurke werden ebenfalls angenommen, genauso Kohlrabi plus Blätter, Chinakohl und Grünkohl. Mit der Gabe von Kohl muss jedoch sehr sparsam umgegangen werden, da dieser bläht. Dieses Futter darf also nur in Ausnahmefällen verfüttert werden. Außerdem fressen Schildkröten gern Heu und getrocknete Wiesenkräuter (selbst gesammelt und getrocknet oder aus dem Zoohandel) Zudem benötigen sie Kalk und Kalzium in Form gründlich zermahlener Eierschale oder als Sepiaschalen aus dem Zoohandel.

Obst für die Schildkröte: Ungeeignet

Obst hat viel zu viel Fruchtzucker, der die Verdauung der Schildkröte stark anregt und somit, da Schildkröten eine sehr langsame Verdauung durch stark rohfaserreiche Kost gewohnt sind, zu Durchfall führen kann. Daher ist von einer Fütterung mit Obst strikt abzuraten. Einzig, wenn die Schildkröte einmal Medikamente bekommen muss, kann die Gabe eines Leckerbissens (beispielsweise einer Erdbeere) zusammen mit dem Medikament die Einnahme von letzterem erleichtern und sich somit als sinnvoll erweisen.

Fleisch für die Schildkröte: Absolut ungeeignet!

Die Fütterung von Fleisch oder Hundefutter ist absolut ungeeignet, denn Landschildkröten sind reine Pflanzenfresser. Hält man sich einmal vor Augen, was Schildkröten in freier Natur finden, fällt auf, dass die Nahrung im sommerlichen Griechenland oder Spanien eher karg, fleischlos und schwer auffindbar ist. Mit dieser Überlegung im Hinterkopf sollte es leichter fallen, Landschildkröten geeignete Nahrung anzubieten.

Handfütterung oder Selbstversorger?

Je nach Gehegegröße und –art (Außenanlage oder Zimmerterrarium) lebt die Schildkröte entweder als Selbstversorger, das heißt, sie kann sich jederzeit an den Futterpflanzen in ihrer Anlage bedienen, oder sie wird per Hand gefüttert. Ist letzteres der Fall, sollte das Futter nicht einmal täglich ins Gehege auf einen Platz gelegt werden, sondern nach Möglichkeit in kleinen Portionen über den Tag und im ganzen Gehege verteilt werden, sodass sich die Tiere bewegen und suchen müssen. Für das Zimmerterrarium: Pro Woche ein bis zwei Fastentage mit extrem wenig bis gar keinem Futter und geringerer Wärme- und Lichtintensität sind ebenfalls gut, da es auch in der Natur normal ist, dass ein Tag mal weniger sonnig und etwas kälter ist und dass auch mal kein Futter auffindbar ist. Bei abwechslungsreicher und artgerechter Fütterung brauchen die Tiere keine zusätzlichen Vitamine oder Panzerpflegemittel aus dem Zoohandel!

 

Quelle: Heidbrink, Stefanie Dr.: Futterpflanzen für Schildkröten und Echsen. Münster 2009.

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