Türme, die Wolken erzeugen

Die grundlegende Idee ist ganz simpel: Künstlich erschaffene Wolken sollen das Sonnenlicht reflektieren. Dafür sollen mehrere große Katamarane mit je einem aufgesetzten zylindrischen Turm auf dem Meer treibend Wasser aufwirbeln. Dies geschieht mit Rotoren, die sich direkt unter den einzelnen Türmen befinden. Die dadurch zustande kommende Gischt steigt dann im Innern der langen Röhren auf und wird an die Atmosphäre abgegeben. Dort verdunstet das Wasser zum Teil, aber die Salzpartikel ziehen Feuchtigkeit an, sodass sich Wolken bilden können.

Etwa 500 solcher Katamarankonstruktionen würden ausreichen, um zumindest den jährlichen Zuwachs von Kohlendioxid auszugleichen. Zwar ist diese Möglichkeit relativ preiswert, doch ob das Vorhaben realisiert wird, muss erst geklärt werden, sobald Erfolge mit Pilotanlagen verzeichnet werden.

Sonnenschirm im All

Zwischen Erde und Sonne, in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung, so die Vision eines amerikanischen Astronoms, könnte ein Schirm gespannt werden, der aus einer Vielzahl einzelner Spiegel besteht und einen Teil des Sonnenlichts zurückwirft.

Um tatsächlich wirkungsvoll zu sein, müsste jener Schirm aus 16 Billionen Spiegeln bestehen, wobei jeder einzelne 60 Zentimeter im Durchmesser aufweist. Doch für dieses Projekt wäre es außerdem notwendig, alle 5 Minuten einen Satz der extrem dünnen und 1 Gramm leichten Spiegel in den Weltraum zu befördern – und das 10 Jahre lang. Auch die Kosten würden im Gegensatz zum Nutzen viel zu enorm sein, denn nur eine knapp 2%-ige Sonnenlichtabschirmung könnte erreicht werden – anscheinend aber genug, um eine Verdopplung des CO2-Gehalts zu auszugleichen.

Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, hat der Sonnenschirm die Ausmaße von 100.000 Kilometer und würde einen Platz einnehmen, wo die Anziehungskräfte zwischen Erde und Sonne - Lagrange-Punkt - noch gerade so in der Waage gehalten werden.

Schwefelwolken

Der Gedanke, Schwefelwolken einzusetzen, um Sonnenlicht fern zu halten, entstand bei Messungen nach einem Vulkanausbruch. Bei solch einem Naturereignis werden nämlich Schwefelteilchen in die Stratosphäre geschleudert. Bei Forschungen ein Jahr später fand man heraus, dass die Weltdurchschnitttemperatur um ein halbes Grad Celsius sank – das ist ein bedeutender Unterschied.

Wissenschaftliche Pläne lauten, mit Hilfe von Ballons oder auch Kanonen Schwefeldioxid in 25 Kilometer Höhe zu schaffen, wo das Gas dann oxidieren kann und Schwefelsäure entsteht. Diese kondensiert dann zu winzigen Sulfatpartikeln, die das ankommende Licht ins All zurück streuen.

Dass die Stratosphäre für solch ein Vorhaben in Betracht gezogen wird, liegt am dort längeren Verweilen der Partikel, was in niedrigeren Luftschichten nicht möglich wäre. Daran ist jedoch zu erkennen, wie weniger Sulfatpartikel einen größeren Effekt erlauben.

Die Kosten würden sich auf 30 bis 50 Milliarden Dollar pro Jahr belaufen, doch problematisch ist derzeit noch, dass niemand so recht weiß, welche Auswirkungen die Schwefelpartikel noch haben. Zum Einen könnte der saure Regen zunehmen und andererseits ist unklar, inwieweit die Gesundheit beeinträchtigt wird.

Klimatische Probleme müssen effizient gelöst werden

Ideen brauchen Zeit, um reifen zu können. Sogar Terraforming wird in Betracht gezogen, wobei der Mars schon seit langer Zeit als geeignetes Objekt gilt. Doch die Unternehmung, einen fremden Planeten besiedeln zu können, wird wohl auch erst in einigen Jahrzehnten realisierbar sein. Und bis dahin kann es für die Erde bereits zu spät sein. Außerdem wäre diese Möglichkeit auch eher ein Davonlaufen vor Problemen, die es auf der Erde zu lösen gilt. Viele Visionen werden wohl noch nötig sein, um die ansteigende Erderwärmung ultimativ aufzuhalten.

write-x, am 25.11.2013
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Bildquelle:
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