Ein Ort mit viel Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Heidelberger Schloss im Jahr 1225. In seiner bewegten Geschichte war es die Residenz zahlreicher Kurfürsten und Pfalzgrafen aus dem Hause der Wittelsbacher. Dazu gehörten beispielsweise Friedrich der Siegreiche oder Friedrich II und das Liebespaar Friedrich V und Elisabeth Stuart.

Die ehemals befestigte Burg wandelte sich im Laufe der Jahre. Besonders im 16. und frühen 17. Jahrhundert entstanden bedeutende Renaissancebauten, darunter der Ottheinrichsbau, der als einer der frühesten Renaissancepaläste nördlich der Alpen gilt. Höhepunkt war die Anlage des berühmten Schlossgartens "Hortus Palatinus" am Anfang des 17. Jahrhunderts. Aber die Geschichte des Schlosses war nicht immer nur von Feiern und einem schönen Garten geprägt.

 

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) wurde die Residenz mehrfach beschädigt. Noch schwerere Zerstörungen folgten im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697), als französische Truppen große Teile der Anlage sprengten. Ein Blitzeinschlag im Jahr 1764 verursachte weitere Schäden und die Kurfürsten verloren nach und nach das Interesse an dem notdürftig wieder aufgebauten Schloss und verlegten ihre Residenz nach Mannheim.

Das Schloss verfiel teilweise zur Ruine und wurde für Reisende, Dichter und Maler zum Sinnbild der Romantik. Damit war die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Im Jahr 1900 entbrannte der sogenannte "Schlossstreit" zwischen Fachleuten und Denkmalpflegern. Die einen wollten das Märchenschloss von Grund auf aufbauen, die anderen wollten bewahren und erhalten. Schlussendlich setzten sich die Denkmalpfleger durch und es wurde lediglich der Friedrichsbau historisch ergänzt und wieder eingerichtet.

Architektur und Besonderheiten: Warum lohnt sich ein Besuch im Schloss Heidelberg

Das Schloss Heidelberg ist also ein schicksalsträchtiger Ort, der auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Die wahrscheinlich berühmteste Ruine der Welt vereint verschiedene Baustile, die aus mehreren Bauphasen resultieren. Gotische Strukturen bilden den ältesten Kern der Anlage, während zahlreiche Gebäude im Stil der Renaissance errichtet wurden. Besonders hervorzuheben sind der Ottheinrichsbau und der Friedrichsbau mit ihren reich verzierten Fassaden und Skulpturen pfälzischer Herrscher. Aber es lohnt sich auch ein zweiter und ein dritter Blick, denn die sagenumwobene Residenz birgt auch zahlreiche Geheimnisse. Da gibt es beispielsweise das Elisabethentor, dass Kurfürst Friedrich V seiner Frau Elisabeth Stuart zum Geburtstag geschenkt hat und das als Symbol einer großen Liebe gilt.

Die Kasematten, düstere Gewölbegänge, ermöglichten unsichtbare Truppenbewegungen, denn von außen waren nur kleine Schießscharten erkennbar.

Zu den bekanntesten Attraktionen der Residenz gehört das "Große Fass", ein riesiges Weinfass aus dem 18. Jahrhundert, das ein Fassungsvermögen von rund 220.000 Litern besitzt. Es symbolisiert die einstige Bedeutung des Weinbaus in der Kurpfalz. Ebenfalls im Schloss Heidelberg angesiedelt ist das Deutsche Apotheken-Museum.

Das Schloss Heidelberg besichtigen

Das Schloss Heidelberg ist ganzjährig für Besucher geöffnet und lädt dazu ein, die weitläufige Anlage auf eigene Faust zu erkunden. Innenräume, Höfe, Terrassen und der Schlossgarten stehen dabei offen und vermitteln einen lebendigen Eindruck von Geschichte, Architektur und kurfürstlicher Vergangenheit. Ergänzend werden regelmäßig Führungen angeboten, die vertiefende Einblicke in die Entwicklung der Kurpfalz geben.

 

Gerade für Kinder und Jugendliche wird der Besuch an einem historischen Ort schnell zu einem besonderen Erlebnis. Ob Grundschüler oder junge Erwachsene, die Geschichte wird hier greifbar und lebendig. Speziell auf das junge Publikum zugeschnittene Führungen verbinden Wissen mit Entdeckung und setzen bewusst auf interaktive Elemente. So verwandelt sich ein Ausflug Schritt für Schritt in ein spannendes Abenteuer. Die Audioführungen stehen zudem in zwölf Sprachen zur Verfügung.

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