Herbstanemonen aus meinem Garten

Herbstanemonen aus meinem Garten (Bild: a.sansone)

Herbst-Anemonen - Wie heißen sie nun wirklich?

Als Herbst-Anemonen werden verschiedene Arten und Hybriden (Züchtungen) bezeichnet. Zu finden sind sie im Handel unter diesen Bezeichnungen:

  • als Herbst-Anemonen
  • als Japan-Anemonen
  • als China-Anemonen
  • oder botanisch bezeichnet als Anemone x hybrida, Anemone hupehensis, Anemone japonica.

Wie kommt es zu diesem Bezeichnungs-Wirrwarr?

Es ist ganz einfach aus der exotischen Herkunftsgeschichte (eigener Absatz) dieser Blütenstauden zu erklären.

Eine der Urformen ist jedenfalls Anemone hupehensis, benannt nach der chin. Provinz Hupeh, der sie auch ihren Namen verdankt. Etwa zeitgleich wurden in Japan weitere Züchtungen dieser Herbstanemonen entdeckt, so gibt es für unsere heutigen Züchtungen zwei Ausgangsarten

  1. Anemone hupehensis var. hupehensis und
  2. Anemone hupehensis var. japonica

Heute sollte nur mehr der Fachbegriff Anemone-Hybriden oder bot. Anemone x hybrida verwendet werden.

Lesetipp: Botanische Bezeichnungen und ihre Bedeutung

 

 

Anemone hupehensis (Bild: a.sansone)

Wie die Herbstanemonen nach Europa kamen - Historie

Der Ursprung der Herbstanemonen liegt in China, erste Zierpflanzen/Züchtungen kamen nach Japan. Aus Japan waren diese Blütenstauden der Niederländischen Ostindien Kompanie schon im 17. Jhdt bekannt. Allerdings war die Ausfuhr streng verboten.

1844 gelangten erste lebende Pflanzen-Exemplare durch den engl. Botaniker Robert Fortune (aus Schanghai) aus China nach England.

  • Anemone hupehensis var. hupehensis wächst natürlich in Gebüschen, grasigen Hängen und an Flussufern in hügeligen Gebieten zwischen 400 und 2600 Meter in Taiwan und China. Viele Sorten werden als Zierpflanzen kultiviert und neigen zum Verwildern.

Die Erstbeschreibung erfolgte 1908 durch Victor Lemoine. Er beschrieb Anemone hupehensis, benannt nach der chin. Provinz Hupeh.

Die ältesten in Europa verbreiteten Zuchtsorten, die auch noch heute erhältlich sind:

  • weiß blühend "Honorine Jobert", (1863)
  • zartrosa "Königin Charlotte"
  • magentafarben "Prinz Heinrich"

In welche Pflanzenfamilie gehören die Herbstanemonen?

Die Herbst-Anemonen stammen aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Neben den heimischen Anemonen-Arten, wie Buschwindröschen, gehören Hahnenfuß (siehe Butterblumen) und auch die Kuhschelle dazu.

Die Gattung Anemone umfasst rund 150 Arten, natürliches Vorkommen liegt auf der Nordhalbkugel mit Schwerpunkt Asien. Man unterscheidet in

a) nicht knollenbildende Frühjahrsblüher (sie haben Rhizome) - dazu gehören unsere einheimischen Wildpflanzen Buschwindröschen Anemone nemorosa, Gelbes Windröschen Anemone ranunculoides und Wald-Anemone Anemone sylvestris.

b) knollenbildende Frühjahrsblüher - in den Gärten beliebt in vielerlei Züchtungen Strahlen-Anemone Anemone blanda und Garten-Anemone Anemone coronaria und

c) Herbstanemonen - mit Anemone hupehensis, Anemone tomentosa, Anemone x hybrida/japonica

Herbstanemonen (Bild: https://pagewizz.com/herbst...)

Ein Schatz im Herbst - Anemonen in unserem Garten

Das meist dunkel glänzende dekorative Laub bietet den nötigen Rahmen für die offene Schalenblüte, die einfach bis gefüllt an Blütenstängeln, die am Ende lockere Rispen bilden steht. Die Einzelblüten werden bis 8 cm groß mit dekorativer goldgelber Mitte.

Blütenfarben reichen von weiß über Rosétöne bis lila, magentarot.

Was am meisten für diese Stauden spricht ist ihre Blütezeit. Fast keine andere öffnet Tag für Tag so zahlreich neue Blüten, von AugustOktober.

Standort: Halbschatten und Schatten wird geliebt, meine Pflanzen stehen sonnig und gedeihen ebenfalls bestens. In heißen Sommern darf man das Wässern nicht vergessen.

Wo pflanze ich die Herbstanemonen am besten hin?

Man darf die Wuchshöhe von den niedersten Sorten ab 40 cm bis 140 cm nicht außer Acht lassen. Am hübschesten stehen sie in einer Wildstaudenrabatte zu Gräsern, Rudbeckien oder Sonnenhut,Farnen, Eisenhut, auch zu hoher Fetthenne, Wasserdost oder Kandelaber-Ehrenpreis in weiß oder Silberkerze. Steht die Rabatte/das Beet noch vor einer Gehölzgruppe, dann ist das ein wunderbarer Anblick. Staudenstütze ist bei voller Blüte ebenfalls gefragt.

Tipp: Ich verwende schräg gestellte Bambusstäbe, die kaum auffallen.

Ist die Herbstanemone winterhart?

Nur neu gesetzte Pflanzen benötigen für die ersten Winter etwas Schutz. Laub oder Reisig und ein wenig Anhäufeln genügt vollkommen.

Kleine Tücken der Herbstanemonen:

  •  Bei gutem Standort neigen sie zum Verwildern. Sie breiten sich selbst durch Ausläufer gerne weit aus. Da hilft nur im Frühjahr am Jungpflänzchen kräftig zu ziehen und ausgraben. Denn aus jedem verbliebenen Wurzelstückchen kann leicht wieder ein Stock wachsen.

Umpflanzen/Vermehrung:

Man vermehrt im Frühjahr durch Teilung (Abtrennung der Ausläufer) oder durch Wurzelschnittlinge im Spätherbst.

  • Wird der Horst zu groß, gnadenlos im Spätherbst am Rand abstechen und am besten die Teile weiterschenken!
  • Wer über Samen vermehren möchte, muss die kleinen Samenkörner auf feuchte Erde setzen und lässt sie den Winter über ruhen (Kaltkeimer). Die Sämlinge erscheinen dann im nächsten Frühjahr.

 

Die Samenstände sind ebenfalls ein Hingucker!

Erdbeere? Nein, Anemone (Bild: https://pagewizz.com/herbst...)

Die Samenstände bestehen aus wolligen Schließfrüchten (Achäne). Die eiförmige Achäne ist etwa 2 mm lang und 1 mm breit; sie ist wollig behaart mit 3 bis 4 mm langen weißen Haaren.

Das sieht auch im Spätherbst und Winter toll aus!

Flauschige erst erdbeerähnliche Samenstände entwickeln sich aus den Knöpfen. Die Samenhaare richten sich mit der Zeit auf und bilden schließlich tellerrunde Flauschköpfe. Auf ihren aufrechten Stängeln kann der Wind leicht zugreifen und zupft wie bei einer Wollsträhne die einzelnen Samen heraus, um sie zu verblasen.

Anmerkung: Die kleine Frühlingsschwester Anemone nemorosa vertraut hier eher auf die Ameisen, nahrhafte Fettkörper (Elaiosome) kleben an den Fuchtkörpern, haben sie wohl vom Schneeglöckchen abgeguckt.

 

Nicht nur der Schönheit wegen, sondern auch wegen der Wildvögel, bitte die über gebliebenen Samenstände erst im Frühjahr entfernen.

Quellen

  • Botanica, Könemann; Verlagsgesellschaft mbH, 2000 Köln
  • Teufelsgeige und Witwenblume, Pichler/Geiser/Zuber; Christoph Merian Verlag, 2010 Bern
  • Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Genaust; Nikol Verlag, 2012 Hamburg
  • Farbatlas Ökosysteme der Erde, Grabherr; Ulmer Verlag, 1997 Stuttgart

Noch ein kleines Namens-ABC gefällig?

  • Der Name Anemone soll angeblich aus gr. anemos=Wind abgeleitet worden sein. (Theophrastos erklärte, die Krone werde leicht vom Wind entblättert), was botanisch allerdings nicht stimmt. Vom Wind fort getragen werden die Samen, die Kronblätter sind ganz schön windfest.

Die etymologische Forschung sagt, dass der Name eher aus dem Orient stammt. Adonis, eindeutig ein Vegetationsgott, soll Pate gestanden haben. Mythos vom Tod und Auferstehung des orientalischen Frühlingsheros Adonis, aus dessen Blut nicht nur die Gattung Adonisröschen Adonis hervorgegangen ist, sondern noch mehr Frühlingsblüher.

Der Beiname arab. Na'amän= Blut - Anemone ist möglich/wahrscheinlich? Da mögen sich andere streiten.

  • hupehensis= aus der chin. Provinz Hubei/Hupeh
  • japonica= aus Japan, japanisch
Adele_Sansone, am 21.11.2015
2 Kommentare Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


Bildquelle:
https://pagewizz.com/ein-garten-in-rosa- (Ein Garten in Rosa, Pink bis Lila? Ist das schön?)
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Warum haben Rosen keine Dornen?)
https://pagewizz.com/welche-pflanzen-sind-giftig-fur-katz... (Welche Pflanzen sind giftig für Katzen?)

Laden ...
Fehler!