Definition von Hochbegabung

Hochbegabung ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kombination aus genetischen und sozialen Einflüssen. Es wird meist versucht, sie durch das Absolvieren verschiedener Intelligenztests zu belegen. Das Abschneiden bei einem einzigen Intelligenztest – so besagen Studien - sagt noch nicht viel über die persönliche Intelligenz aus. Intelligenz ist übrigens einem stetigen Wandel unterworfen. Ein heute Normalbegabter wäre zu Beginn des 20. Jh. als Hochbegabter diagnostiziert worden. In Deutschland spricht man heutzutage bei einem IQ-Wert von 130 von Hochbegabung. Es gibt aber auch noch Teilbegabungen, d.h. Menschen, die in einem bestimmten Bereich, z.B. der Musik, ein herausragendes Talent entwickeln.

Merkmale von hochbegabten Kindern

Die folgenden Punkte sind eine allgemeine Richtlinie, wie Sie eine mögliche Hochbegabung identifizieren können. Bei vielen Kindern erkennt man eine Hochbegabung erst in einem viel späteren Entwicklungsstadium. Und natürlich kennen wir alle auch das Phänomen des gescheiten Kindes, das in der Schule leider scheiterte – aus welchen Gründen auch immer. Nichtsdestotrotz - was sind nun mögliche Merkmale von Hochbegabten?

Neugier und hohe Aufmerksamkeit

Begabte Kinder sind in der Regel sehr neugierig. Sie sind immer auf der Suche nach Antworten und Informationen. Sie hinterfragen alles und stellen alles in Frage. Außerdem haben hochbegabte Kinder im Vergleich zu normal begabten meist eine längere Ausdauer stillzusitzen und sich einer Aufgabe intensiv zu widmen. Sie haben eine scharfe Beobachtungsgabe und einen Blick für Details.

Ausgeprägte Phantasie und Kreativität

Oft ist es so, dass begabte Kinder eine ungewöhnliche Phantasie haben. Routineaufgaben lähmen ihre Kreativität. Sie haben die Fähigkeit außerhalb der "normalen" Grenzen zu denken. Oft werden sie von anderen Kindern deshalb als "seltsam" abgestempelt.

Schnelle Lernfähigkeit und großer Wortschatz

Ein begabtes Kind lernt schnell und einfach. Mehr als die Hälfte aller Hochbegabten kann schon lesen, bevor es in die Schule kommt. Es hat die Fähigkeit, sich früh sehr gut ausdrücken zu können. Es liebt Bücher oder auch kleine Rechenexperimente. Ein hochbegabtes Kind ist oft kritisch und wertend. Es verfügt über einen großen Fundus an Informationen, die es schnell abrufen kann. Es hat ein ausgeprägtes Vermögen, Ursache und Wirkung zu erkennen und ein gutes Abstraktionsvermögen.

Nachteile von Hochbegabung

  • Die meisten begabten Kinder spüren, dass sie anders sind als andere Kinder. Daraus folgt, dass sie manchmal Probleme haben, Freundschaften mit Altersgenossen zu schließen. In der Regel haben sie hingegen keine Schwierigkeiten, Freundschaften mit älteren Kindern und Erwachsenen einzugehen. Denn gerade bei Hochbegabten sind Eltern und Lehrer sehr wichtige Bezugspersonen, von deren Wissen sie profitieren wollen.
  • Hochbegabte reagieren meist hochemotional und sehr empfindlich. Sie können bestimmte Lebensmittel, Licht und Geräusche, Kleidung etc. sehr viel intensiver wahrnehmen und auch als störender empfinden als Normalbegabte. Oft haben Hochbegabte auch einen besonders ausgeprägten Sinn für Ästhetik, Musik und Künste.
  • Bei vielen Untersuchungen wurde festgestellt, dass Hochbegabte die Ihnen gestellten Aufgaben in Perfektion erledigen wollen. Sie setzen sich mitunter selbst hohe bis zu unrealistische Ziele. Infolgedessen sind sie leicht frustriert, wenn sie den ehrgeizigen Zeitplan nicht erfüllen konnten.

Begabtenförderung

Eltern, die ihr Kind bezüglich einer möglichen Hochbegabung testen lassen möchten und/oder gezielt fördern möchten, können sich an folgende Stellen wenden:

  • Förderung von hochbegabten Schülern
Intelligenz fördern
Intelligenztraining für Kinder
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Ihr Kind ist auf den ersten Blick nicht hochbegabt?

  • Einstein war schon vier Jahre alt, bevor er sprechen konnte und sieben, bevor er lesen konnte.
  • Isaac Newton war schlecht in der Grundschule.
  • Ein Redakteur feuerte Walt Disney, weil er "keine guten Ideen" hatte.
  • Carusos Musiklehrer sagte zu ihm, "Du kannst nicht singen, du hast überhaupt keine Stimme."
  • Louis Pasteur war in Chemie nur Durchschnitt als er das Royal College besuchte.
  • Winston Churchill wurde nicht in die sechste Klasse versetzt.

Jede Hochbegabung ist individuell und sollte auch als solche gefördert werden. Aufgrund ihrer hohen kognitiven Fähigkeiten erleben hochbegabte Kindern ihre Welt in einzigartiger Weise. Meist haben sie einen IQ von 140 aufwärts. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass es wahrscheinlich mehr Kinder in diesem IQ-Bereich gibt als bisher angenommen. Hochbegabte Kinder brauchen eine spezialisierte Interessenvertretung, weil sehr wenig getan wurde, um entsprechende Lehrpläne und unkonventionelle Optionen für diese Kinder zu entwickeln.

Autor seit 5 Jahren
103 Seiten
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