Mittelalterliche Hochzeitskleidung

Im Mittelalter heirateten die Damen aus den ärmeren Schichten in guter Alltagskleidung. Damit war gewährleistet, dass man das Kleid auch wiederverwenden konnte, denn die wenigsten konnten es sich leisten, ein Kleid nur einmal zu tragen.

Diejenigen aber, die es sich leisten konnten, bevorzugten pompöse und bunte Kleidung. Oftmals wurden schwere Stoffe wie Brokat oder auch Samt verwendet. Oft wurde die Kleidung mit Stickereien oder dem Familienwappen versehen. Ab dem ausgehenden Mittelalter kam man von den grellbunten Mischungen ab und heiratete überwiegend in Rot.

Mittelalterliche Hochzeitskleidung erfreut sich heute zunehmender Beliebtheit, Angebote für die bodenlangen Kleider mit den Tütenärmeln und der Schnürung vorne gibt es zuhauf, ein recht schönes Exemplar in rot/weiß oder gold/weiß auch bei Amazon (rechtes Bild).

Mittelalterliches Hochzeitskleid - ... ein Traum in rot und weiß
Hochzeitskleid mit Schleppe

Hochzeitskleidung in Renaissance und Barock

Spaniens großer Einfluss auf Europa im 16. Jahrhundert wirkte sich auch auf die Mode aus. Die "Spanische Mode" hielt ihren Einzug. Zu Beginn gab es in diesem Stil zwar auch noch bunte Farben, diese wurden aber bald durch die neue Modefarbe Schwarz ersetzt, da ein schwarzes Kleid als eleganter galt. In Deutschland waren viele nicht von der Idee begeistert, sich von den prunkvollen, silber- und golddurchwirkten Brokatkleidern verabschieden zu müssen, und so folgte man nur bedingt dem schwarzen Trend, indem man einfach einige Änderungen daran vornahm. Es durfte also ein Stück farbiger Unterrock zu sehen sein, außerdem arbeitete man viel mit buntem Zubehör wie Broschen, Anhängern, Ketten und Ringen.

Bis ins 20. Jahrhundert heirateten vor allem weniger gut betuchte Frauen in Schwarz, denn ihr schwarzes Sonntagskleid war oftmals ihr bestes Kleid, welches sie dann auch zu diesem feierlichen Anlass trugen.

Auch heute gibt es (wieder) Bräute, die in Schwarz heiraten möchten. Schwarze Hochzeitskleidung für Damen erfordert etwas Fingerspitzengefühl, wenngleich den meisten Frauen schwarze Kleidung besser steht als weiße.

Gold und Silber passen als Schmuck gleichermaßen gut zu einem schwarzen Hochzeitskleid. Nur die Kombination mit Perlen und einem schwarzen Schleier sollte man unterlassen, um die Assoziation mit Trauer zu vermeiden.

Helle Farben für die Brautkleidung

Ab der Aufklärung bevorzugte man leichte Stoffe und helle Farben. Cremefarbene Kleider, die ohne Unterkleid und Reifrock lose herabfielen kamen in Mode. Reinweiße Hochzeitskleider kamen im 18. und 19. Jahrhundert auf. In adeligen Kreisen und den gehobeneren Gesellschaftsschichten wurde das weiße Kleid zu einer Art Statussymbol, denn die Mehrheit der Bevölkerung konnte es sich nicht leisten, ein Kleid nur zu diesem Anlass zu besitzen - und  Zweitverwendungsmöglichkeiten für ein weißes Kleid gab es nicht.

Nach dem ersten Weltkrieg war das weiße Kleid jedoch in der ganzen Gesellschaft gleich verbreitet. Heute geht der Trend von der Kleidung zur Verkleidung, viele Frauen wollen die Märchenhaftigkeit des besonderen Tages herausstellen und hüllen sich in eine Wolke aus weißem Stoff, um in einem Prinzessinnenkleid á la Sisi zu heiraten. Andere gehen in der Geschichte zurück und lassen sich mittelalterliche oder barocke Hochzeitskleider schneidern.

Das weiße Kleid ist zwar noch am häufigsten anzutreffen, aber die Mode erlaubt großen Spielraum und Abweichungen. Erlaubt ist, was gefällt!

Sophie1975, am 25.09.2012
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Bildquelle:
Wikimedia Commons, Gemeinfreies Bild (Kilt und Plaid - Geschichte und Tradition schottischer Kleidung)

Autor seit 5 Jahren
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