Allergien gegen Hunde, Katzen und Tierhaare

Allergiker reagieren nicht wie häufig angenommen auf die eigentlichen Tierhaare, sondern auf Proteine. Diese gelangen während der Fellpflege aus dem Speichel an die Haare und verteilen sich auch so in den Räumen. Eine gänzliche Kontaktvermeidung ist nicht möglich, selbst wenn man die Haare im Haushalt regelmäßig aufsaugt. Trotzdem sollten Sie mindestens täglich saugen, wenn ein Tier und ein Allergiker unter demselben Dach leben. Wenn Sie Küche, Flure und Räume wischen, lassen sich weitere Allergene entfernen.

Allergien treten teilweise erst nach einiger Zeit auf, sodass während der ersten gemeinsamen Tage noch alles in Ordnung zu sein scheint. Vor dem Kauf eines Hundes oder einer Katze empfiehlt es sich, eine Haarprobe vom Züchter zu holen und mit dieser zum Allergologen zu gehen. So können Sie von vornherein einschätzen und testen lassen, wie stark der Effekt des Tieres auf Sie beziehungsweise den Allergiker sein wird.

Welche Hunde und Katzen sind Allergiker geeignet

Es gibt mehrere Hundegattungen, die als weniger allergieauslösend gelten. Wasserhunde, Pudel, Barbets und spanischen Wasserhunde gelten als typische "Hunde für Allergiker". Zwei weitere Hundegattungen sind die Labradoodle und Goldendoodle, die seit dem Jahr 1990 speziell für Allergiker gezüchtet wurden.

Trouble the Labradoodle (Bild: dragontoller / Flickr)

Unter den Katzen gelten Tiere mit kurzem Fell oder Nackthaarkatzen als geeignete Haustiere für Allergiker. Nackthaarkatzen besitzen kein Fell und verteilen somit weniger Allergene. Zu bedenken ist allerdings, dass Nackthaarkatzen aufgrund des fehlenden Haarkleids eine intensivere Pflege sowie regelmäßige Bäder benötigen. Diese Pflege sollte idealerweise von einem Nicht-Allergiker vorgenommen werden. Eine weitere Empfehlung sind German-Rex-Katzen, die dank ihres kurzen Felles weniger Haare verlieren und weniger Allergene produzieren.

Tierhaar-Entferner sind eine praktische Alternative zu Staubsaugern. Sie entfernen Haare effizient und mit einer Handbwegung. So kann der Allergiker vor dem Hinsetzen seinen Stuhl/Sessel schnell und einfach säubern. Zudem spart der Haar-Entferner Arbeit und vermeidet Lärmen vom Saugen mit einem Staubsauger.

Alltags-Tips für Allergiker

Für den Alltag gibt es Regeln, die man befolgen sollte:

  • Die Wohnung sollte regelmäßig gesaugt und gewischt werden. Besonders wichtig sind Sofas, Sessel und Plätze, an denen das Tier häufig ist.
  • Es sollte ein tierfreies Zimmer geben, in das sich der Allergiker zurückziehen kann. Sie sollten den Hund oder die Katze nicht in das Schlafzimmer lassen, damit die Nächte angenehm und erholsam werden.
  • Die Pflege des Tieres sollte von anderen Personen übernommen werden und dem Allergiker erspart bleiben. Dieser kann im Zuge der Haushaltsaufteilung andere Aufgaben übernehmen.
  • Sprechen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Allergologen ab und achten Sie auf Ihren Körper. Der Allergologe kann alternativ eine Hyposensibilisierung mit Ihnen probieren.

Weitere Tipps:

  • Reagieren Sie einmal empfindlicher als sonst auf Tierhaare, können Antihistaminika helfen. Diese sollten Sie jedoch ebenso wie Nasensprays nur kurzzeitig und nicht dauerhaft einsetzen. Sprechen Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
  • Waschen Sie die Nase aus, um sich etwas Linderung zu verschaffen.
  • Nasal-Filter blockieren Ihre nasalen Atemwege, sodass sich interne Kontakte mit den Allergenen teilweise verhindern lassen. Die WoodyKnows haben gute Ergebnisse geliefert und sind unter Allergikern beliebt, um Freunde und Bekannte mit Haustieren zu besuchen.

 

Autor seit 2 Jahren
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