Mein ganz ehrliches Outing

Ich nehme die Verfassung der Bundesrepublik ernst. Deswegen bin Ich ein besorgter Bürger. Denn Sorge ist nichts anderes als etwas Wichtiges ernst zu nehmen.

Und ich sorge mich um diese Verfassung und diese Republik, in der Freiheit zumehmend die Freiheit des "Postfaktischen" ist und in der Lügen bald als "Faktische Alternativen" mit großem Erfolg verkauft werden.

Ich sorge mich um die Wahrheit, die in die Ecke gedrängt wird, weil sie stört.

Ich sorge mich um die Liebe, dieses Gefühl der Unendlichkeit, der durch eine zunehmende Kälte die Lebensgrundlage entzogen wird.

Ich sorge mich um die Kreativität, die Offenheit, den Respekt, die in einer Welt des Kampfes und der Brutalität nicht gebraucht werden.

Und ich sorge mich um die Achtsamkeit, diese nach Innen gerichtete Neugier um das Wissen des mentalen Gleichgewichtes, dann wer beherrscht sie noch?

Ich sorge mich um die Zeit, die nicht mehr als Muße wahrgenommen wird, als ein Schatz, den wir hegen und pflegen, weil wir um ihre Endlichkeit wissen.

Ich sorge mich um die Gelassenheit, diese wunderbare Leichtigkeit des Seins, des Sich-Treiben-Lassens, des Los-Lassens und des Sich-Fallen-Lassens.

Ich sorge mich um das Ver-Trauen, dieses innere Band der Verlässlichkeit, das mich so viele Wagnisse eingehen lässt, aus denen ich gestärkt wieder auftauche.

Von Sorgen und Ängsten zu Hoffnung und Aufbruch

Und, was fange ich mit meinem Sorgen an? Wen interessieren Sie? Es hat doch, sehen Sie sich um, jeder mit sich selber zu tun! Haben Sie, ja Sie als Leser, ernsthaftes Interesse an meinen Sorgen? Seien Sie ehrlich, Sie lesen diese Zeilen, weil es Sie belustigt, weil Sie den armen Irren, der dafür die Tastatur quälte, bemitleiden.

Und ich kann Sie sogar verstehen.... denn damit verdiene ich kein Geld, damit oute ich mich als ein Exot in der Welt des Rationalen und der Zahlen.

Mal ganz ehrlich, das ist mir egal. Weil ich daran glaube, dass Achtsamkeit und Vertrauen, dass innere Ruhe und mentale Stärke wichtiger denn je sind. Weil das Neue immer aus den Trümmern des Alten erwachsen ist, und die die Spinnner ihrer Zeit später als bahnbrechende innovative Genies verehrt wurden.

Denn neben den Verfechtern des christlichen Abendlandes und der heidnischen Rasse, neben den Propheten des Hasses und der Dunkelheit, neben den Ewig Gestrigen gehe ich meinen Weg, und ich bin nicht allein.

Den Weg des Aufbruchs in eine, nicht nur innere, neue Welt der Geborgenheit und des inneren Friedens. Den Weg der Hoffnung, dass humanistisches Denken nicht auf dem Altar des Nationalismus geopfert wird. Den Weg der Menschlickeit, an die ich immer noch glaube. Den Weg des Friedens, der noch nicht endgültig in die ewigen Jagdgründe befördert wurde.

Denn der besorgte Bürger ist der Hüter der Humanismus und der Freiheit aller Menschen, so unterschiedlich sie auch sein mögen.

Ich bin ein besorgter Bürger, der die Hoffnung auf Besserung nicht aufgibt...

Fotos by: pixabay.com

Autor seit 2 Jahren
77 Seiten
Laden ...
Fehler!