Die Stadtkirche Malchow wurde von 1870 bis 1873 nach Plänen des Baumeisters Georg Daniel erbaut. Es handelt sich um einen neogotischen Backsteinbau mit quadratischen Westturm. Im Inneren der Kirche mit einem Holztonnengewölbe ist die Ausstattung aus der Bauzeit weitgehend erhalten. Sehenswert sind der Altaraufsatz und etliche Skulpturen.

Sehenswürdigkeiten

Von 1844 bis 1846 entstand ein Damm zwischen der Insel und dem Kloster. An den verbliebenen Durchfluss zwischen Müritz und Plauer See stellten sich neue Anforderungen. Die starre Holzbrücke wurde durch eine Hubbrücke ersetzt. Der folgte 1863 eine hölzerne Drehbrücke. 1912 wurde sie von einer Stahlkonstruktion abgelöst. Bis zur Zerstörung 1945 wurde sie mit einer Handkurbel betrieben. Eine neue Drehbrücke entstand 1948/49. Diese zerfiel und musste 1980 stillgelegt werden. 1989 bis 1991 wurde die heutige Drehbrücke neu errichtet. Sie öffnet sich zu jeder vollen Stunde und ermöglicht den Schiffen auf der Müritz-Elde-Wasserstraße die Durchfahrt.

Drehbrücke (Bild: haros)

Die Stadtwindmühle ist etwa 150 Jahre alt und wurde in den 1990er Jahren restauriert. In ihr demonstriert eine Ausstellung die Funktion einer Windmühle.

 

1821 wurde mit dem Neubau des Rathauses begonnen. Es ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau unter hohem Mansarddach. Durch seinen Anstrich erschien es wie ein klassizistischer Massivbau. Es ist durch eine Stahl-Glaskonstruktion im 1.Obergeschoss mit dem ehemaligen Amtsgericht verbunden.

1877 wurde neben dem Rathaus mit dem Bau des Amtsgerichts begonnen. Der zweigeschossige Backsteinbau mit Schieferdeckung trägt im Giebel des Mittelrisalits das Landeswappen. Eine fast lebensgroße Justitia in einer zum Markt ausgerichteten Nische verdeutlicht die einstige Funktion des Hauses. Das wird seit 2008 von der Stadtverwaltung genutzt.

Rathaus (Bild: haros)

Die Bauten des ehemaligen Klosters Malchow liegen am Ostufer des Malchower Sees. Es war seit 1298 ein Kloster der Magdalenerinnen. Im 14. Jahrhundert traten die Nonnen dem Orden der Zisterzienserinnen bei. Nach der Reformation wurden 1572 die Herzöge Johann Albrecht I. und Ulrich die Klöster Dobbertin, Malchow und Ribnitz zu Damenstiften. 1918 wurden diese Landesklöster verstaatlicht. Doch bis 1972 lebten in Malchow noch Stiftsdamen. Die Stadt Malchow arbeitet derzeit an einer Wiederbelebung der Klosterbauten. Ein Bau aus dem Jahr 1847 wurde saniert und ist heute bewohnt. Die anderen Gebäude sollen für Kultur und Wohnen genutzt werden. So wurde 2008 die Ausstellung Regionaler Künstler im Klosterareal eröffnet.

Zum Kloster Malchow gehörte eine Feldsteinkirche. Von 1844 bis 1846 wurde an diese Klosterkirche ein 52 Meter hoher Backsteinturm angefügt. Danach entstand zwischen 1847 und 1849 ein neues Kirchenschiff nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels. Nach einem Brand 1888 wurde die Kirche bis 1890 unter der Leitung von Georg Daniel in neogotischen Formen wieder aufgebaut. Heute gehört die Kirche wie das Kloster der Stadt Malchow und wird als Ausstellungsraum des Orgelmuseums sowie als Ort für Konzerte und Trauungen genutzt.

Klosterkirche (Bild: haros)

 

 

Museen

Die Exponate des 1997 gegründeten Mecklenburgischen Orgelmuseums werden in der Klosterkirche gezeigt. Instrumente aus Mecklenburg präsentieren die Geschichte des Orgelbaus. Dabei stehen die romantischen Orgeln Mecklenburgs im Focus. Besucher können sich im Orgelspiel versuchen oder Tagen Konzerte mit mehreren Orgeln erleben. Eine orgelwissenschaftliche Bibliothek ist im benachbarten ehemaligen Pfarrhaus untergebracht.

Ehemaliges Pfarrhaus (Bild: haros)

Im Stadt- und Heimatmuseum wird unter dem Motto "Kiek in un wunner di" ein Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Bevölkerung dieses Landstrichs im frühen 20. Jahrhundert geboten. Im Haus gibt es eine Druckerei, eine Schulstube von 1930, eine Schusterwerkstatt und eine Küche aus den 1920er Jahren.

In einem ehemaligen Kino von 1956 zeigt das DDR-Museum Ausstellungsstücke aus dem Alltagsleben.

Geschichte

Beim Malchower Ortsteil Laschendorf sind die Reste eines slawischen Burgwalls zu erkennen. Diese Wallburg hatte einen Durchmesser von 50 Meter. Es wird vermutet, dass diese Burganlage die Burg Malchow war, die 1147 und 1164 im Zuge der Wendenkreuzzüge erwähnt wurde. Heinrich der Löwe belagerte sie erstmals 1147 und konnte sie erobern. 1164 eroberte der Obodritenfürst Pribislaw einige der ehemals slawischen Festungen, darunter auch Malchow, zurück. Daraufhin begann Heinrich der Löwe einen zweiten Feldzug gegen Pribislaw. Der zog sich nach Demmin zurück. Dort kam es am Kummerower See zur Schlacht bei Verchen. Die Slawen verloren diese mit hohen Verlusten. Pribislaw unterwarf sich danach Heinrich dem Löwen und wurde dessen treuer Vasall.

Die Inselstadt im Malchower See 1147 erstmals schriftlich erwähnt und erhielt am 14. März 1235 von Fürst Nikolaus I. von Werle das Stadtrecht. 1298 wurde das Nonnenkloster von Röbel an den Malchower See verlegt.

Eine Holzbrücke verband die Inselstadt mit dem östlichen Ufer. Diese Brücke wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Erst 1846 wurde die Fähre durch einen Erddamm ersetzt.

Die Stadt wurde ab 1721 nach Westen auf das Festland hin erweitert. Dorthin führt eine bewegliche Brücke, heute eine Drehbrücke, über die Wasserstraße.

Die Lage am Wasser führte dazu, dass sich in Malchow im 19. Jahrhundert die Tuchmacherei und Färberei kräftig entwickelte. Die Stadt wurde als das Manchester Mecklenburgs bezeichnet. Dieser Industriezweig ist jedoch nach der Wende von 1989 vollständig verschwunden. Nur einige Industrieruinen erinnern noch an die Textilindustrie.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden ab 1991 der historische Stadtkern auf der Altstadtinsel und der Klosterbereich im Rahmen der Städtebauförderung saniert und seit 2011 trägt Malchow die offizielle Bezeichnung "Inselstadt". Heute ist Malchow einer der touristischen Hauptorte der Mecklenburgischen Seenplatte.

Literatur

  • Sabine Becht und Sven Talaron: Mecklenburgische Seenplatte: Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps. Verlag Michael Müller Erlangen 2012, ISBN 978-3-8995-3703-1
  • Axel Attula: Dekorationen für Damen, Evangelische Damenstifte Norddeutschlands und ihre Orden. Thomas Helms Verlag Schwerin 2011, ISBN 978-3-940207-21-0

Ehemalige Textilfabrik (Bild: haros)

Autor seit 3 Jahren
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