Endlich Freizeit! (Bild: Alexas_Fotos / Pixabay)

Was Esel wirklich leisten

Das kleine Huftier mit den langen Ohren bewacht Schafe. Greifen Kojoten, Wölfe oder Hyänen die Herde an, rennt der Esel auf die Feinde zu, dreht ihnen den Rücken zu und keilt mit den Hinterbeinen aus. Das bedeutet schwere Verletzungen für das Raubwild.

Der Esel trägt geduldig schwere Lasten und kommt mit wenig Wasser und Nahrung zurecht. Das ist möglich, weil im Vormagen des Grautiers verbrauchtes Muskeleiweiß in vollwertiges Eiweiß aufgebaut wird. Dies ist neue Nahrung für den Esel.

Der Esel benötigt kein Navi zur Orientierung im Gelände. Er verankert jeden von ihm beschrittenen Weg im Gehirn. Sein Gedächtnis führt ihn sicher durch Sandwüsten, Berge, Wälder und Wüsten. Deshalb steht er - zusammen mit einem Gefährten - an der Spitze jeder Kamelkarawane. Seine Aufgabe ist: Den richtigen Weg zu finden.

Der Forscher Ernst Vardiman würdigt die Treue des Esels: "Über Jahrtausende hat er für seine Treue statt Lohn meist nur Hohn und Prügel empfangen. Wie viele Flüche drangen in seine langen Ohren. Wie viele Schläge musste sein Fell geduldig hinnehmen" (Quelle: Walter Karpf "Stur aber schlau. Der Esel”, in: HÖRZU, Artikel vom 25.12.2011, abgerufen am 29.06.2017).

Was macht den Esel intelligent

Ewald Isenbügel kennt sich mit Eseln aus. Als ehemaliger Tierarzt in leitender Position des Züricher Zoos (von 1974-2003) schätzt er die Intelligenz dieser Huftiere: ”Esel sind situationsintelligent. Wenn es darum geht, wo man Futter findet, wie man eine Türe aufmacht oder wie man sich das Leben etwas einfacher macht, ist der Esel dem Pferd überlegen. Das bereitet seinem Besitzer nicht immer Vergnügen. Aber für mich ist es ein Zeichen von Intelligenz" (Quelle: http://www.zeit.de/2009/01/CH-Aus-den-Fakultaeten), abgerufen am 25.06.2017.

Auch die Berliner Kultur-Wissenschaftlerin Doktor Jutta Person findet Esel toll. Sie schreibt: "Ich glaube die beste Eigenschaft des Esels ist tatsächlich sein störrischer Charakter. Wenn man das positiv sehen möchte, dann ist eben dieses Stehenbleiben durchaus auch eine Möglichkeit inne zu halten und sich einem dauernden Entscheidungsdruck zu entziehen”. 

Fazit:

Der Esel verdient Respekt und Anerkennung. Er ist schlau und zäh, ein Kämpfer. Leider beuten Menschen dieses Geschöpf aus. Profitgier führt zu Misshandlungen. Die Bestände an Wild- und Hauseseln nehmen ab. Jedes Jahr verlieren 4 Millionen Esel ihr Leben. Wilderer töten sie brutal und schaffen Haut und Hufe nach China. Die in Haut und Hufen enthaltene Gelatine hilft angeblich (nach Ansicht der traditionellen chinesischen Medizin) gegen Beschwerden in den Wechseljahren. Das ist eine grausame Eselei!

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