Welche Anschlussarten gibt es eigentlich bei der Deutschen Telekom?


Zur Zeit hat die Deutsche Telekom noch drei Anschlussarten im Portfolio - zumindest was den privaten Bereich angeht. Das sind zum einen die analogen Anschlüsse, die auch als Standardanschlüsse bezeichnet werden. Diese Anschlüsse haben eine Telefonnummer und eine Telefonleitung. 

Dann gibt es noch die ISDN-Anschlüsse - auch Universalanschluss genannt - diese haben mindestens drei Telefonnummern und zwei Telefonleitungen.

Nun kommt die neue Generation - der ip basierte Anschluss. Er ist am ehesten mit dem Universalanschluss vergleichbar. Der ip Anschluss hat ebenfalls mindestens drei Telefonnummern standardmäßig im Portfolio. Maximal können zehn Rufnummern für diesen Anschluss bereit gestellt werden. Der ip basierte Anschluss hat keine Telefonleitung mehr, sondern nur eine DSL-Leitung. Die Telefonie wird also über ein Internetprotokoll (ip) geführt, was dem Anschluss auch seinen Namen gibt.

Stellt die Deutsche Telekom alle Anschlüsse um?

Alle analogen und alle ISDN Anschlüsse werden abgeschaltet. Die Telekom stellt alle Anschlüsse um - ohne Ausnahme! Deshalb kann auch kein Kunde zwischen diesen Anschlussarten wählen. Es gibt nur noch den ip basierten Anschluss.

Im privaten Festnetz Bereich hat die Deutsche Telekom etwa 32 Millionen Kunden. Da stellt sich natürlich die Frage: Warum betreibt der Anbieter einen so hohen Aufwand?

Natürlich gibt es einen Grund für diese Maßnahmen. Die Verträge zwischen der Telekom und den Zulieferern der Ersatzteile für analoge und digitale Telefonie laufen aus. Es gibt kein Unternehmen mehr, dass diese uralte Technik von gestern weiter produziert. Der Telekom bleibt also keine Wahl und dem Kunden auch nicht.

Wer auf seinen Anschluss bestehen würde, müsste irgendwann damit rechnen, dass bei einem Ausfall keine Reparatur mehr möglich ist. Um dies zu vermeiden, werden also alle Anschlüsse ausnahmslos umgestellt. Dies geschieht allerdings nicht automatisch, denn mit der Umstellung geht jeder Kunde einen neuen Vertrag ein. Verträge können nicht einseitig geändert werden, daher ist mit irgendeiner Automatik, wie sich das viele Telekomkunden gerne vorstellen nicht zu rechnen.

Welche Vorteile hat der ip basierte Anschluss?

Mit einem ip basierten Anschluss bekommt der Kunde mindestens drei Rufnummern. Wer mehr möchte, kann maximal zehn Stück bekommen. Die Deutsche Telekom garantiert mindestens zwei Telefongespräche gleichzeitig. Wie und ob jeder Kunde seine drei Telefonnummern nutzt, ist natürlich dem Kunden überlassen. Die Grundgebühr für den ip basierten Anschluss ist dem Analoganschluss gleich. Hier ergibt sich der erste Vorteil auf Kundenseite. Für einen Universalanschluss mit drei Rufnummern und zwei Leitungen, musste der Kunde für die zweite Leitung vier Euro mehr Grundgebühr im Monat zahlen. Einsparung im Jahr 48 Euro.

Mit der Umstellung auf IP fällt ein Teil der Hardware weg. Beim Analoganschluss fällt der Splitter weg, beim Universalanschluss zusätzlich der NTBA. Wer nur zwei analoge Telefone über eine ISDN-Telefonanlage betrieben hat, kann diese Kiste auch weg lassen und den Router als Telefonanlage nutzen. Zwei bis drei Kisten weniger, die irgendwo herum liegen. Außerdem weniger Kabelsalat. Beim ip basierten Anschluss wird der Router direkt an die Telefondose angeschlossen. Wer seine Telefonanlage weiterhin betreiben will, kann dafür einen speziellen Router bekommen, der über eine ISDN-Schnittstelle verfügt, den so genannten S0-Bus.

Durch die Umstellung auf IP werden Netzkapazitäten frei. Viele Telekomkunden können durch die Umstellung auf einen ip basierten Anschluss von höheren DSL-Geschwindigkeiten profitieren. Denn wenn der Anschluss umgestellt wird, können die frei gewordenen Ressourcen der Festnetzleitung für die DSL Bandbreite genutzt werden. Bei vielen Kunden macht das eine Menge aus. 

Durch die neue ip-Technik können immer mehr Kunden von so genannten Vectoringausbaugebieten profitieren. Dieser Ausbau steht im Moment sehr hoch im Kurs bei der Telekom. Geschwindigkeiten von 50 MBit/s sind hier möglich. Die Bereitstellung von 100 MBit/s steht bereits in den Startlöchern. Die digitale Welt macht's möglich.

Ip basierte Anschlüsse können mit dem Smartphone genutzt werden. Ein zusätzliches Festnetztelefon ist nicht mehr unbedingt erforderlich. Einfach die Home Talk App herunterladen und das Smartphone als Festnetztelefon nutzen. So lange Sie mit Ihrem Telefon in der Reichweite des Routers sind, klingelt Ihr Smartphone wenn Sie auf dem Festnetz angerufen werden. Sind Sie außerhalb der Reichweite, erhalten Sie eine SMS über verpasste Anrufe. Informationen, die auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden, bekommen Sie ebenfalls in Form einer SMS auf Ihr Smartphone. So können Sie Kosten für eine Anrufweiterschaltung sparen und sind immer auf dem neuesten Stand.

Die neuen Speedportrouter verfügen alle über den so genannten DECT-Standard. Mit diesem Standard müssen Sie heute kein Telefon mehr dort hin stellen, wo Router oder Telefondose sind. Sie können über den DECT-Standard eine Funkverbindung aufbauen und das Telefon ähnlich wie einen Laptop oder Tablet PC über Funk verbinden. Natürlich muss das Telefon auch über den DECT-Standard verfügen, sonst klappt es nicht.

Über das Kundencenter können die Kunden ihren ip basierten Anschluss eigenständig im vollem Umfang verwalten. Sie können beispielsweise Handyrufnummerngassen sperren. Alles was mit 015, 016 ... anfängt kann gesperrt werden. So haben insbesondere Jugendliche keine Chance die Telefonrechnung ins Nirwana zu treiben. Natürlich können Sie auch andere Sperren einrichten.

Sie können umgekehrt auch ankommende Anrufe blockieren. Wenn Ihnen also jemand auf die Nerven geht, einfach dessen Rufnummer sperren - fertig - das Telefon klingelt nicht mehr. Diese Funktion ist bei den Festnetzanschlüssen nur mit kostenpflichtigen Zubuchoptionen möglich. Sie sparen also wieder Geld.

Für jede einzelne Rufnummer des ip basierten Anschlusses kann ein virtueller Anrufbeantworter geschaltet werden. Bei den alten Anschlüssen konnte immer nur ein Anrufbeantworter für einen Anschluss geschaltet werden.

Der ip basierte Anschluss ist für die nomadische Nutzung geeignet. Das heißt überall wo es eine DSL Leitung gibt, können Sie Ihren DSL Router anschließen und keiner merkt, dass Sie gar nicht zu Hause sind. 

Mit dem ip basierten Anschluss können Telekomkunden unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos alle HotSpots der Deutschen Telekom und der Firma Fon auf der ganzen Welt nutzen

Welche Nachteile hat der ip basierte Anschluss?

Jede Medaille hat ihre zwei Seiten. Die Nachteile sind recht übersichtlich.

Fällt der Strom aus, dann fällt der Router aus und somit der gesamte Anschluss.

Der Router muss immer am Stromnetz angeschlossen sein. Wird er abgeschaltet, ist keine Telefonie mehr möglich. Wer das Glück hat Entertain nutzen zu können, kann auch kein TV mehr gucken. 

Ist die DSL-Leitung gestört, funktioniert ebenfalls der gesamte Anschluss nicht mehr. 

 

 

Autor seit 5 Jahren
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