Im Herbst an den Winter denken?

Auch wenn es schwer fällt, gerade jetzt, wenn der Herbst mit Sonne auftrumpft, sollten wir an unsere lautlosen und schuppigen Freunde im Fischteich denken. Das ganze Jahr haben sie uns mit ihren Farben erfreut, nun brauchen sie etwas Hilfe von uns. Und dazu müssen wir an noch so sonnigen Tagen im Herbst bereits an die harten und kalten Tage im Winter denken. Das hat auch nichts mit einer Herbstdepression zu tun, wir wollen unseren Fischen im Teich nur die Chance geben, die kalte Winterzeit gut zu überstehen. Dann sind sie im nächsten Frühjahr wieder da und beleben den Gartenteich wieder auf´s Neue.

Mit der Planung beginnt alles - Schon beim Anlegen eines Fischteichs muss man weiterdenken

So ein Fischteich im Garten ist schnell angelegt, doch sollte man unbedingt ein paar Punkte bedenken. Es beginnt mit dem richtigen Platz. Nicht zu dunkel, aber natürlich auch nicht in der vollen Sonne. Ob Folie oder Wanne, das ist eine Glaubensfrage. Die natürlichere Gestaltung geht mit der Folie leichter von der Hand. Nur muss man besonders auf den Untergrund achten, damit nicht später kantige Steine oder Wurzeln die Folie beschädigen können. Ist ein Teich einmal leergelaufen, ist die Reparatur meistens sehr aufwendig, oft gar hoffnungslos. Der neue Fischteich braucht ausreichende Tiefe, achtzig Zentimeter bis ein Meter sind ideal. Das erscheint manchem am Anfang recht viel, doch gerade dies ermöglicht den zukünftigen Bewohnern im Winter überhaupt das Überleben. Eine Mischung aus flachen und tieferen Zonen wäre perfekt. Für die Bewegung des Wassers und die Reinigung des Teiches sollte man an eine Teichpumpe denken. Also schon zu Beginn auch an den idealen Platz für Teichpumpe, Filter und eventuell einen Bachlauf denken. So wird das Wasser gereinigt und Sauerstoff in den Fischteich gebracht. Fische und Pflanzen werden es ihnen danken.

Im Herbst für den Winter vorbereiten - Wenig Arbeit am Fischteich, mit großer Wirkung

Im Herbst fallen die Blätter, die wollen wir nicht im Fischteich haben. Was schon drinnen ist, sollte man herausfischen. Sie sinken zu Boden und können Faulgase bilden. Wenn man nicht täglich Blätter fischen möchte, spannt man ein Netz über den gesamten Fischteich. So bleiben die fallenden Blätter draußen. Zuvor werden die abgestorbenen Pflanzenteile entfernt und die Teichpflanzen zurückgeschnitten. Alles, was auf dem Teichgrund vor sich hinmodern kann, ist schlecht für die Wasserqualität. Hat man frostempfindliche Pflanzen am Teich, so sollte man diese an einem geschützten Ort überwintern. Auch die Teichpumpe muss jetzt raus, oder, bei frostsicheren Modellen abgestellt werden.

Gerade jetzt im Herbst beginnen die Fische sich Reserven anzufuttern. In dieser Phase sind sie für Zusatzfutter dankbare Abnehmer. Kommt der erste Frost, sollte man das Füttern komplett einstelllen. Unsere stummen Freunde im Fischteich sind nun bereit für die kalte Jahreszeit.

Pumpe und Eis? Keine gute Idee - Sie kann das Kleinklima im Teich zerstören

Auch wenn ihre Pumpe frostsicher ist, zögern sie nicht, sie spätestens beim ersten Frost abzustellen. Idealerweise hat man die Teichpumpe vor dem Spannen des Laubnetzes bereits herausgenommen. Wer will schon die Herstellerangaben testen, wenn ein kleiner Handgriff Sicherheit bringt? Lässt man die Pumpe laufen, dann wird Schlamm aufgewirbelt und die wichtigen Rückzugszonen für die Tiere werden zerstört. Nicht nur unsere Fische ziehen sich bei Kälte am Teichgrund zurück, auch viele Insekten wie etwa Libellenlarven brauchen diesen Rückzugsort. Wird das Wasser ständig bewegt, kann sich das wärmere Wasser nicht am Grund sammeln. Damit hätten unsere Teichbewohner keine Chance, den Winter zu überstehen.

Geschlossenes Eis vermeiden - Eine Eisschicht ist kein Problem, nur nicht komplett

In den kälteren Tagen wird der Teich zugefrieren, soweit ist das kein Problem. Nur ganz zufrieren sollte er nicht, dadurch wird die Versorgung mit Sauerstoff empfindlich gestört. Spezielle Eisfreihalter versprechen Abhilfe. Das sind Styroporringe mit einer Art Deckel. Die lässt man auf der Oberfläche schwimmen, unter ihnen bildet sich kein Eis. Sollte es doch einmal passieren, dass der komplette Teich zufriert, dann darf man eines auf keinen Fall machen: Irgendwie die Eisfläche aufhacken. Durch die Druckwelle werden die Schwimmblasen der Fische zerstört, unsere Freunde hätten keine Chance zu überleben. In der Ruhe liegt die Kraft, warten, bis es wieder wärmer wird, dann regelt sich alles von alleine. Nur nicht mit Gewalt an die Sache herangehen, jetzt ist Geduld angesagt.

Vorsorge im Herbst - Die Fische wollen sich bereit machen für den Winter

Im Herbst begeinnen die Fische mit der Vorbereitung für den Winter. An den letzten warmen Herbsttagen wird noch reichlich gefressen. Eine Fettschicht anzufuttern braucht seine Zeit. Wird es dann kälter reduzieren die Fische ihren Stoffwechsel auf ein Minimum und ziehen sich an die tiefsten Stellen im Teich zurück. Nur hier unten besteht die Chance in etwas wärmerem Wasser zu überleben. Ganz unten im Schlamm nutzen sie die speziellen physikalischen Eigenschaften des Wassers zum Überleben aus. Ist der Teich tief genug, wird das Wasser am Grund nicht kälter als vier Grad Celsius werden, auch, wenn die Oberfläche eine Eisschicht hat. Hat man zuvor noch das Wasser bis zum oberen Rand aufgefüllt, haben sie die besten Chancen. Damit ist das Wasser noch tiefer geworden. Zuvor gereingt von Pflanzenresten und Laub bleibt das Wasser klar und bietet beste Überlebenschancen für die Teichbewohner.

Warten bis zum Frühling - Geduldsprobe für Fisch und Teichbesitzer

Unsere Teichbewohner haben sich zurückgezogen und warten auf die Rückkehr der wärmeren Tage am Teichgrund. Auch der Teichbesitzer braucht jetzt Geduld, keinesfalls darf man in dieser Zeit füttern. Da die Fische jetzt eh nicht fressen, wird das Futter nur das Wasser unnötig verschmutzen. So müssen jetzt alle Beteiligten warten, bis die Frühlingssonne zurückgekehrt ist. Dann geht alles sehr schnell. Die Fische kommen wieder nach oben und sind hungrig. Man darf sie wieder füttern, die Pumpe kann wieder in Betrieb genommen werden und das Netz entfernt. Die Pflanzen aus dem Keller holen und sich wieder an der Schönheit des Teiches erfreuen. Der Frühling ist zurück! Und ganz schnell stellt sich Nachwuchs bei unseren Fischen ein, jetzt sind sie wieder voller Energie.

Warme Tage im Herbst - Jetzt schon an die Kälte im Winter denken

Die Fische werden es dem vorausschauenden Teichbesitzer danken, wenn er sich Gedanken gemacht hat. So haben sie die besten Chancen, den Teich im nächsten Jahr wieder mit Leben zu erfüllen und den Betrachter mit ihrer Farbenpracht zu erfreuen.

Sehr viel Arbeit ist nicht nötig, wichtig ist der richtige Zeitpunkt und vor allem die Geduld in den kalten Wintertagen. Hat man alles richtig gemacht, dann wird man im Frühjahr reich belohnt.

Wer sich also nicht scheut, schon jetzt an warmen Herbsttagen an die kalten Wintertage zu denken, der wird im Frühling von seinen Teichbewohnern reich belohnt und der Fischteich wird im Sommer noch mehr bevölkert sein als je zuvor.

Der Ruhepol im Garten - Entspannung am Fischteich
Unser Teich - Der Ruhepol im Garten

Unser Teich - Der Ruhepol im Garten

Autor seit 5 Jahren
21 Seiten
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