Wer ist Janus?

Janus ist der Gott mit den zwei Gesichtern, der Doppelköpfige. Die Anfänge seiner Verehrung liegen im mythischen Dunkel. Es scheint sich um eine alte Gottheit der Latiner zu handeln, die anders als die meisten römischen Gottheiten nichts mit der hellenistischen (d.h. griechischen) Götterwelt zu tun hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Manche vermuten seien Ursprünge im orientalischen Raum. Sein ehrender Beiname war "Gott der Götter" oder auch "Vater", da er angeblich schon vor Jupiter in Italien verehrt wurde. Andere Sagen berichten er sei der Sohn des Saturn. Er wird er aber auch als Gegenspieler des eher finsteren, zeitverschlingenden Gottes Saturn angesehen.

Sein Sohn ist Fons, der Gott der Quellen. Während Janus in den Darstellungen immer mit Bart zu sehen ist, wird sein ebenfalls doppelgesichtiger Sohn Fons stets bartlos gezeigt.

Das Bild des Janus wurde über Türen, Toren, Eingängen angebracht. Nach ihm heißt der Türhüter, Pförtner im Lateinischen Ianitor. Janus ist der Gott der Schwelle, des Übergangs, des Wandels. Er blickt zurück und nach vorne, er hat die Vergangenheit und die Zukunft im Blick. Ein Gott, der den Augenblick bewacht, die Gegenwart beschützt, in dem er das Vergangene und das Kommende fest ins Auge fasst.

Er galt als der Gott des Friedens, der Gerechtigkeit, des Ackerbaues. Er öffnete die Tore des Himmels und die Pforte zum neuen Jahr, zu neuem Leben und wurde von den Frauen bei der Geburt um Hilfe angefleht.

Hüter der Zivilisation

Janus kann auch als Hüter des friedlichen, zivilisierten Lebens betrachtet werden. Sein Bild beschützte einst die Stadttore des antiken Roms. Über den Eingängen zu Villen und römischen Wohnungen war er angebracht. Auf der einen Seite herrschte also das kultivierte, städtische Leben, auf der anderen Seite lauerten die Gefahren der Straße und die Wildnis und Unsicherheiten draußen vor den starken Stadtmauern Roms. Janus stand schützend und wachsam dazwischen. Er schützte die Ordnung. Wenn Menschen sie durcheinander brachten, Kriege führten, schloss sich sein Tempel.

Verehrung

Angeblich hat schon der Nachfolger des Stadtgründers Romulus, der weise König Numa Pompilius (*750 v.Chr - 675 v.Chr.) die Verehrung des Janus in Rom eingeführt und ihm zu Ehren auf dem Forum Romanum einen Tempel errichten lassen. Dieser Tempel war eigentlich eine Mauer mit einem Doppeltor, dem Ianus geminus.

In Friedenszeiten war dieses Tor geschlossen. Nur in Kriegszeiten, wenn die bürgerliche Friedlichkeit bedroht war, wurde es geöffnet.

Diesem freundlichen Schutzgott des Friedens wurden daher in der Regel keine Blutopfer dargebracht, außer am 9. Januar, wenn ihm jedes Jahr ein Steinbock geopfert wurde. Man brachte ihm zur Ehre vielmehr Honigkuchen, Obst, Korn und Salz.

Januar

Es war der schon genannte König Numa, der das Jahr in 12 Monate einteilte und den elften Monat des Jahres dem wachsamen Janus weihte. Im Jahre 153 v. Chr. wurde im römischen Kalender der Jahresbeginn von März auf den Jaunuar verlegt. Seitdem betrachtet Gott Janus doppelgesichtig das vergangene Jahr und hält segnend das kommende in seinem Blick.

Schon im antiken Rom pflegt man den Jahreswechsel zu Beginn des Januars mit fröhlichen Feiern zu begehen bei denen man den Nächsten kleine Geschenke übergab. Die Namensgebung der Römer hat sich außer im Deutschen auch in vielen anderen europäischen Sprachen bis heute erhalten: [janvier (frz.), january (engl),  январь (russ), gennaio(ital), enero (span), ianuarie (rom)]

Die deutschen Bezeichnungen für den ersten Monat des Jahres wie Hartung, Eismonat oder Schneemonat konnten sich gegen diese uralte römisch-latinische Gottheit nicht durchsetzen. Im oberdeutschen Sprachraum, in Bayern, Österreich und Südtirol ist die Abwandlung Jänner (Jenner) aber auch heute noch sehr gebräuchlich.  

Tiere, Autos, Sex und Wissenschaft - Was noch alles mit Janus und der Doppelköpfigkeit zusammen hängt

 

Hier hätte mein Artikel über Janus, den Doppelköpfigen, eigentlich enden können.... doch nur ein paar Stunden Recherche haben mich eines anderen belehrt.

Wussten Sie

  • dass es Janus-Autos der Marke Zündapp gab? In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts von Dornier entworfen, hatten die Kleinwagen dieser Modellreihe Janus ZündappTüren im Front- und Heckbereich, so dass die Beifahrer auf der Hinterbank mit dem Rücken zur Fahrtrichtung saßen.
  • dass es das Janus-Phänomen in der Gematrie gibt. Die Gematrie ist eine Methode mit der man den numerische Wert von Worten und Sätzen untersucht, in der Hoffnung so auf geheimnisvolle, versteckte Botschaften und Weisheiten zu stoßen.
  • dass es das Doppelköpfigkeitstheorem in der Wissenschaftstheorie gibt?
  • dass es im Londoner Stadtteil Soho einen bekannten Sexshop und -verlag mit dem Namen Janus gab?
  • dass es Janus-Katzen und andere Lebewesen mit zwei Köpfen gibt, die lebensfähig sind?  Immer wieder versucht sich die Natur an solchen Mutationen. Katze mit zwei GesichternIn letzter Zeit sind ein Kater mit zwei Gesichtern, der immerhin zwölf Jahre alt wurde, und eine Schlange mit zwei Köpfen, die ebenfalls mehrere Jahre gelebt hat, bekannt geworden. (Dies ist kein Photoshop-Fake!!! Das Tier hat wirklich 12 Jahre gelebt!)
  • dass es mythische Doppelkopfwesen seit über 5000 Jahren in verschiedenen Gestalten (Hund, Schlange, Raubvogel) in den unterschiedlichsten Kulturkreisen gibt?
  • dass es in Köln den schwul-lesbischen Sportverein Janus gibt?
  • dass Janus ein Mond des Saturns ist?,
  • dass Doppelköpfigkeit in der Heraldik (der Wappenkunde) häufig vorkommt, insbesondere in Gestalt des Doppeladlers, den es z.B. im Wappen der österreichischen oder der byzantinischen Kaiser gab?
  • dass Janus eine Variante beim Schach, ein Vor- und Familienname, ein Enzym, ein beliebter Firmenname, eine deutsche Musikband ist und noch vieles mehr???

Wunder über Wunder

Noch mehr über Verwunderliches, Erstaunliches, Irritierendes aus der heutigen Zeit  finden sie unter:

http://das-wunder-von.blogspot.de

Nachdenkliches

Janus, der uralte Gott, Vater der Götter, mit den zwei Gesichtern spricht die Menschen seit Alters her an, weil sich in ihm tiefe menschliche Erfahrungen widerspiegeln:
 
- Das Leben als ein ständiger Prozess von  Kommen und Gehen, ein ewiges Erwarten und Zurücklassen.  
- Die Dualität von Leib und Seele, die unser Dasein bestimmt. Jeder Mensch erlebt sich selbst und nimmt die Welt außer sich wahr. Aber gleichzeitig ist er selber, ist sein Körper ein Teil dieser Welt. Die anderen sind die Welt und Ich bin Ich, aber lösen von der Welt können wir uns nicht. Eine tiefe Sehnsucht nach Transzendenz, also der Lösung von dieser Leib-Seele-Abhängigkeit verspüren viele Menschen in sich.

anima + animus

 

 

- Die Dualität von Anima und Animus. "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust, die eine will sich von der anderen trennen... (Goethe, Faust I). Niemand ist ganz männlich oder weiblich. Jeder hat auch einen andere Seite in sich. (siehe C.G. Jung)

 

Oder am Beispiel des Barbiers der Insel: Er rasiert alle Männer auf der Insel, außer denen die sich selbst rasieren. Rasiert er sich oder nicht......?????

Historische Randbemerkungen

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Autor seit 5 Jahren
15 Seiten
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