Colonel John Milton Chivington (Bild: Bernd Teuber)

Der Kommandant von Fort Lyon gewährte den Indianern Schutz

Zahlreiche Kinder der Cheyenne und Arapaho waren an Keuchthusten und Durchfall erkrankt. Kurz darauf erschien ein gewisser Robert North im Büro des Gouverneurs und berichtete von einem bevorstehenden Kriegszug der Indianer. Als im Juni 1864 vier Arapaho eine Siedlerfamilie töteten und die verstümmelten Körper in Denver ausgestellt wurden, schien ein Krieg unvermeidlich. Im September 1864 stellte Colonel John Milton Chivington das 3. Colorado-Kavallerie-Regiment auf. Die 90-Tage-Freiwilligen wurden nur zu dem Zweck ausgebildet, Indianer zu töten.

Mit diesem Regiment und zwei Gebirgshaubitzen ritt Chivington Mitte November von Denver nach Fort Lyon. Dort erfuhr er, dass ungefähr 600 Cheyenne- und Arapho-Indianer am Sand Creek lagerten. Zuvor hatten sie dem Kommandanten von Fort Lyon zugesichert, friedlich zu bleiben. Dieser versprach ihnen im Gegenzug, sie vor Übergriffen zu schützen. Doch Chivington kümmerte sich nicht um dieses Versprechen. Wenige Tage vor seinem Eintreffen in Fort Lyon sagte er: "Ich sehne mich danach, im Blut der Indianer zu waten."

Captain Silas Soule sagte gegen seinen Vorgesetzten Colonel Chivington aus

Am 29. November 1864 führte Chivington den Trupp des Freiwilligenregiments zum Sand Creek und richtete an den dort lebenden Indianern ein Massaker an. Nur Captain Silas Soule, der Kommandant des 1. Colorado-Kavallerie-Regiments, weigerte sich, Chinvington Folge zu leisten und befahl seinen Männern, das Feuer einzustellen. In der später angesetzten Untersuchung des "Gemeinsamen Komitees für die Kriegsführung" (Congressional Joint Committee on the Conduct of the War), das die Vorfälle 1865 prüfte, sagte er sogar gegen seinen Vorgesetzten aus. Dieser beschuldigte ihn wiederum als Feigling. Noch während der Untersuchung, wurde Silas Soule von einem Soldaten, der ebenfalls am Sand-Creek-Massaker teilgenommen hatte, ermordet. Einige Leute glaubten, dass diese Tat auf Chivingtons Anweisung geschah. Beweise dafür gab es jedoch nie.

Das Komitee kam schließlich zu der Überzeugung, das an Chinvingtons Vorgehen nichts auszusetzen war. Kurz darauf verließ er Colorado und zog nach Ohio. Dort wollte er in den 1880er Jahren eine politische Karriere starten, musste diese jedoch bald wieder beenden, als seine Rolle beim Massaker am Sand Creek bekannt wurde. Chinvington kehrte nach Colorado zurück und arbeitete als Hilfssheriff. Er starb am 4. Oktober 1894 in Denver, Colorado und wurde auf dem Fairmount Cemetery in Denver begraben.

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