Nur wenige Indianer skalpierten ihre Feinde (Bild: Richard Throssel / Museum of Photographic Arts Collections)

Die Indianer nahmen das Gerben der Skalpe sehr ernst

Überall im Westen wurde skalpiert, und nicht nur von den amerikanischen Ureinwohnern. Bei der Wahlschlacht zwischen Buchanan und Frémont wurden politische Gegner skalpiert. Und im Kansas-Nebraska-Streit wurden den "damnd absoltionists" die Kopfhäute abgezogen. In der Kriche von Santa Fé hingen Skalpe als Opfergaben für die Heiligen am Altar und an den Toren der mexikanischen Presidios ebenso wie an General Sutters Fort in Kalifornien.

Das Ablösen der Kopfhaut vollführten die Indianer auf dieselbe Weise wie der antike Skythe. Bei den Ohren machten sie ringsherum einen Schnitt, fassten den Kopf und schüttelten ihn heraus. Dann wurde die Haut mit einer Ochsenrippe entfleischt und gegerbt. Wer die meisten Skalpe besaß, galt als großer Krieger. Vor allem in der Zeit der ersten Indianerkriege wurde das Gerben von den Indianern sehr ernst genommen.

Sie präparierten die Haut aufs Sorgfältigste, färbten und versahen sie mit Zeichen. Bei vielen Stämmen war es üblich, das Krieger, die den Sklap eines getöteten Feindes heimbachten, ihr Gesicht schwärzten und es so zum "Ungesicht" machten. Vielleicht versteckten sie es, damit sich der Geist des Getöteten nicht an seinem Mörder rächen konnte. Warum allerdings die Nasenspitze immer ungeschwärzt blieb, ist bis heute ungeklärt.

Die amerikanische Regierung zahlte für jeden Skalp bis zu einhundert Dollar

Später wurde das Sklapieren von Indianern gesetzlich geregelt. Die legislative Versammlung des Territoriums Idaho erließ in den 1860er Jahren folgendes Gesetz: "Beschlossen, dass drei Männer beauftragt werden sollen, fünfundzwanzig Männer für die Indianerjagd auszusuchen und dass diejenigen, welche sich selber ausrüsten, eine bestimmte Summe für jeden mitgebrachten Skalp erhalten sollen. Diejenigen, welche ihre Ausrüstung nicht selber bestreiten können, werden auf Kosten der gesetzgebenden Versammlung ausgerüstet, und der Aufwand hierfür wird ihnen wieder abgezogen, wenn sie die Skalpe einliefern. Für jeden Skalp eines ausgewachsenen Bocks (Bock = ausgwachsener männlicher Indianer) sollen hundert Dollar, für jedes Weib fünfzig Dollar und für alles in Gestalt eines Indianers unter zehn Jahren fünfundzwanzig Dollar gezahlt werden. Außerdem muss jeder Skalp die Skalplocke besitzen, und jeder Mann muss eidlich erhärten, dass der besagte Skalp von ihm erbeutet wurde."

BerndT, am 06.06.2013
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Bildquelle:
Deanna Klahey (Kopfgeldjäger im Wilden Westen)

Autor seit 5 Jahren
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